1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Luedinghausen
  6. >
  7. Schwesterlich vereint – Pia Fuchs folgt Sina zum VC Neuwied

  8. >

Volleyball: Bundesliga

Schwesterlich vereint – Pia Fuchs folgt Sina zum VC Neuwied

Lüdinghausen/Neuwied

Dass Sina Fuchs zur neuen Saison beim VC Neuwied anheuert, war schon länger bekannt. Jetzt zieht es auch ihre jüngere Schwester Pia in die Beletage. Bei SC Union Lüdinghausen, dem Heimatverein der beiden, sind sie völlig aus dem Häuschen.

Von und

Pia (l.) und Sina Fuchs – hier beim Baubeginn der Drei-Burgen-Arena – stehen in Neuwied das erste Mal gemeinsam auf dem Parkett. Foto: Florian Levenig

Nach der erfahrenen Außenangreiferin Sina Fuchs und der jungen Zuspielerin Carla Fuchs (nicht verwandt) folgt mit Außenangreiferin Pia Fuchs die dritte Füchsin einer heißen Spur an den Mittelrhein – und die Sporthalle des Rhein-Wied-Gymnasiums Neuwied entwickelt sich zum wahren Fuchsbau.

Wenn man einem Song der deutschen Hip-Hop-Band Die Orsons Glauben schenken darf, ist der Fuchs ein Tunichtgut und hat Fieses im Sinn („Der Fuchs plant nichts Gutes“). Ganz im Gegensatz dazu die 26-jährige Pia Fuchs: Die jüngere Schwester von Bundesliga-Profi Sina Fuchs wagt bei den Deichstadtvolleys den Sprung aus der dritten Liga ins Oberhaus.

Pia Fuchs ist gelernte Bauzeichnerin und studiert aktuell im letzten Semester Bauingenieurswesen. Sie hat seit ihrer Jugend fast lückenlos bei Union Lüdinghausen gespielt. Aufgrund eines Praktikums am Bodensee wechselte Pia in der abgelaufenen Saison zum Drittligisten USC Konstanz. Im Sommer ging es nach Münster zurück, zunächst ohne neue Vereinspläne. Ein Besuch beim SC Union, an dem ihr Herz weiter hängt, zählt zum festen Sommerprogramm.

Coach schon lange ein Fan

Dort hatten sich die Wege des neuen Headcoachs der Deichstadtvolleys und der Lüdinghausenerin vor vielen Jahren zum ersten Mal gekreuzt. „Gefühlt kenne ich Pia schon immer,“ sagt Tigin Yağlıoğlu. „Als ich anfing, als Co-Trainer beim ASV Senden zu arbeiten, spielte sie in der 08-Jugend. Sie ist eine hervorragende Volleyballerin und eine besondere Persönlichkeit auf dem Spielfeld.“

Gern denkt Pia an diese Zeit zurück: „Umso mehr, da Tigin oft gegen uns verlieren musste,“ fügt sie lachend an. Auch spielte sie vier Jahre in der Auswahl des Westdeutschen Volleyballverbands (WVV), zusammen mit späteren Profis wie Irina Kemmsies, Hanna Orthmann oder Wibke Silge. „Pia hingegen ist nie in ein Förderkonzept des Verbandes eingestiegen,“ bedauert Yağlioğlu, „dabei war sie immer eine Führungsspielerin.“ Er lobt ihre Qualitäten in der Ballannahme und ihre „linke Klebe“, was Pia Fuchs häufiger Einsätze als Libera und Diagonalangreiferin einbrachte.

Jüngeren etwas mitgeben

Ihre neue Rolle in Neuwied geht Fuchs selbstbewusst an: „Das Projekt ist eine Chance für mich, um herauszufinden, was in mir steckt und ob ich den Anforderungen in der ersten Liga gerecht werde. Ich kenne meine Stärken und weiß, welche Tricks und Kniffe man im Sport braucht. Auch wenn mir die Erfahrung in den höchsten Spielklassen fehlt, hoffe ich den jungen Spielerinnen etwas von meinem Spiel mitgeben zu können. Mentale Stärke auf dem Feld kann entscheidend sein – ich hoffe, dass dies für uns zur Geheimwaffe wird, mit der wir für den einen oder anderen Überraschungserfolg sorgen wollen“.

Dies wünscht ihr auch Ur-Unionist Achim Franke, er kennt beide Schwestern und die Eltern sehr lange. „Tatsächlich bin ich fast vom Stuhl gefallen, als mir Pia von ihrem Wechsel in die Beletage erzählte. Mir war immer rätselhaft, warum sie – trotz allen Werbens höherklassig spielender Vereine – die Offerten abgelehnt hat. Weil sie jetzt ohne Druck diese Entscheidung gefällt hat, bin ich zuversichtlich, dass sie für den VC Neuwied eine tragende Kraft wird.“

Unionisten hocherfreut

Auch SCU-Chef Dirk Havermeier freut sich sehr über die überraschende Personalie: „Eine Spielerin wie Pia im Verein zu haben, ist ein echter Glücksfall. Sie war stets die tragende Säule in ihren Teams, spielt konstant auf hohem Niveau und ist eine großartige Kapitänin.

Pia Fuchs freut sich auch darauf, das erste Mal mit Sina in einer Mannschaft spielen zu können. „Scheinbar konnte es jemand nicht abwarten, dass meine Schwester und ich endlich gemeinsam auf dem Feld stehen,“ so ihr humorvoller Verdacht. „Ich glaube, es wird großartig, mit ihr auf dem Feld zu stehen, nicht zuletzt, da mir ihr Feedback zu meinen Spielen immer am wichtigsten war.“

VC Neuwied

Startseite
ANZEIGE