1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Luedinghausen
  6. >
  7. Stein ins Rollen bringen

  8. >

Reiten: Erstes großes Turnier für Amateure nach langer Pause

Stein ins Rollen bringen

Seppenrade

Von Donnerstag bis Sonntag (3. bis 6. Juni) holt der RV Seppenrade sein Pfingstturnier nach. Für die meisten Amateure ist es der erste Wettkampf seit Ewigkeiten. Entsprechend schnell waren alle 2000 Startplätze vergeben.

Von Florian Levenig

Gewann 2019 das Hauptspringen im Rosendorf: die Lüdinghauserin Pia Fricke auf Casa Grande. Foto: flo

Dass Teilnehmer und Pferde mit den Hufen scharren, ist einerseits ein abgegriffenes Bild. Anderseits könnte es, bezogen auf das viertägige Dressur- und Springturnier des RV Seppenrade ab Fronleichnam (3. bis 6. Juni), passender gar nicht sein.

Zur Erinnerung: Üblicherweise wird in der Bauerschaft an Pfingsten geritten. Bis zum letzten Moment hatten die Verantwortlichen des Reitvereins, unterstützt von den örtlichen Behörden, gehofft, am angestammten Termin festhalten zu können. Zwischenzeitlich hatte es ganz gut ausgesehen, am Ende aber mussten die Verantwortlichen doch pandemiebedingt passen. Es sei ein „emotionales Auf und Ab“ gewesen, berichtet Lena Höckenkamp. Umso glücklicher ist die RV-Geschäftsführerin darüber, dass, nur 14 Tage später, das Turnier im vollen Umfang nachgeholt wird.

Der zeitnahe zweite Anlauf war nur möglich, da das Kreisturnier des KRV Coesfeld in Dülmen in dieser Woche gecancelt wurde. „Wir sind so ziemlich die Ersten in Westfalen, die wieder loslegen“, so Höckenkamp. Zwar gab es im Münsterland zuletzt eine ganze Reihe von Events, die aber den Berufsreitern und Kaderathleten vorbehalten blieben. In Ondrup dürfen auch jene starten, die seit fast einem Dreivierteljahr in die Röhren schauen: Hobbysportler, Kinder, Jugendliche. Die also, bei denen „das Leuchten in den Augen besonders groß ist“, wie Höckenkamp es beschreibt.

33 Prüfungen, 2000 Starts

Wie sehr die Freizeitreiter den Turniersport nach elend langer Pause herbeisehnen, mag man auch daran ablesen, dass die 2000 Startplätze binnen einer Stunde vergriffen waren. „Wir mussten die Teilnehmerfelder begrenzen. Zum einen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig auf der Anlage sind. Zum anderen, da wir sonst die Vielzahl an Prüfungen gar nicht stemmen könnten“, so die RV-Geschäftsführerin.

33 Wettbewerbe stehen in Viereck und Parcours an, geritten wird von frühmorgens bis in die Abendstunden. Sportliches Highlight ist das M*-Springen mit Stechen am Sonntag (6. Juni) ab 16.15 Uhr. Eine solche Mammutveranstaltung binnen kürzester Zeit auf die Beine zu stellen, sei laut Höckenkamp nur möglich, „weil so viele Freiwillige anpacken. Und weil sich Ansgar Mertens sowie Michael Pieper ein weiteres Mal für uns ins Zeug gelegt haben.“

Lüdinghausens Bürgermeister und der Leiter des Ordnungsamtes hatten die Seppenrader bereits im Vorfeld des eintägigen Testlaufes an Pfingstmontag nach Kräften unterstützt. Seinerzeit waren nur lokale Sportler zugelassen, ab Donnerstag werden Teilnehmer aus dem ganzen Verbandsgebiet erwartet – die im besten Fall die Eindrücke aus Ondrup an die eigenen Vereine weitergeben und so laut Höckenkamp „den Stein ins Rollen bringen. Damit bald wieder flächendeckend Turniere stattfinden“.

Einziger Wermutstropfen: Zuschauer sind keine zugelassen. Je Teilnehmer darf eine Begleitperson mit, Negativtests sind nicht nötig. Dafür muss ein Anwesenheitsnachweis erbracht werden, idealerweise mittels Luca-App.

WN-Pokal 2021: Auftakt in Ondrup

Zu den vielen sportlichen Wettbewerben, die 2020 coronabedingt gestrichen wurden, zählt auch die fünfteilige Serie um den WN-Springpokal. In diesem Jahr findet der bei den Reitern so beliebte Teamwettkampf auf A**-Niveau wieder statt. Den Anfang macht Seppenrade am Samstag (5. Juni) ab 18.45 Uhr. Weitere Stationen sind Drensteinfurt (Ende des Monats), Senden (Juli), Ascheberg (September) und Lüdinghausen, wo Anfang Oktober der Gesamtsieger gekrönt wird. 2019 war die Trophäe an den RV Ascheberg gegangen. (flo)

Startseite
ANZEIGE