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Badminton: Bundesliga

Süßes und Saures – Kevin Aydins Debüt in der Beletage

Lüdinghausen

Kevin Aydin schlägt üblicherweise in der Bezirksliga für Union Lüdinghausen 4 auf. Am Wochenende aber übersprang der 19-jährige Nordwalder mal eben fünf Spielklassen – und mag „diese tolle Erfahrung“ nicht missen.

Von Florian Levenig

Top-Talente aus Nordwalde: Victoria Südbeck wurde am Wochenende in allen drei Disziplinen Fünfte bei den Westdeutschen U 19-Meisterschaften, Kevin Aydin gab sein Debüt in der Eliteklasse. Foto: SCN

Kevin Aydins langes Wochenende war eigentlich längst verplant. „Mit ein paar Kumpels Halloween feiern“ wollte der 19-jährige Nordwalder. Aus den Feieraktivitäten wurde dann nichts. Aydin musste kurzfristig weg. Paar Tage Norddeutschland, wo er, mit Union Lüdinghausen, sein Debüt in der Badminton-Bundesliga gab.

Das ist deshalb eine so irre Geschichte, weil der angehende Fachabiturient üblicherweise in der vierten 08-Mannschaft in der Bezirksliga aufschlägt. Fängt zwar beides mit B an, aber dazwischen liegen satte fünf Spielklassen. Wer sich in dieser Sportart auskennt: Selbst in der Bundesliga ist die Kluft zwischen den Besten und jenen, deren Teams die Klasse zu halten versuchen, gewaltig. Schon die meisten Zweitligaspieler wären in der Beletage hoffnungslos überfordert. Von einem Bezirksligaakteur wie Aydin ganz zu schweigen.

Personeller Engpass

Wieso also ausgerechnet er? Union-Teammanager Michael Schnaase klärt auf: „Wir waren arg dezimiert. Unsere zweite und dritte Mannschaft hatten aber selbst wichtige Partien. Daher habe ich Kevin kontaktiert. Er ist ehrgeizig, trainingsfleißig – und er war mutig genug, sich der Aufgabe zu stellen. Allein das rechnen wir ihm hoch an. Wobei er seine Sache an beiden Tagen richtig gut gemacht hat.“

Aydin selbst ist da zurückhaltender: „Der Leistungsunterschied ist extrem.“ Tempo, Technik, Schlaghärte, Finten: Das sei alles neu für ihn gewesen. Gemein, wie die Spieler der 08-Gegner Trittau und Wittorf waren, hätten sie im Doppel „fast immer mich angespielt. Die haben schnell gemerkt, wer der Schwächste auf dem Court ist.“ Aram Mahmoud, immerhin Olympia-Teilnehmer, und er kamen in beiden Begegnungen nicht mal in die Nähe eines Satzgewinns.

Wertvolle Tipps

Trotzdem wolle er „diese tolle Erfahrung nicht missen. Aram hat mich immer wieder aufgebaut und mir wertvolle Tipps gegeben.“ Trotz der beiden 2:5-Pleiten der Lüdinghauser habe er sich in manchen Momenten ein Grinsen nicht verkneifen können. Um beim Thema Halloween zu bleiben: Süßes und Saures.

Gefreut haben ihn auch die vielen WhatsApp-Nachrichten. Die meisten kamen aus Nordwalde, wo er nicht nur den Nachwuchs coacht, sondern überdies die Abteilung führt. Besonders stolz ist sein langjähriger Coach und Mentor Hans-Bernd Ahlke: „Für den Verein ist das überragend. Dass es unsere Top-Talente, Kevin und Victoria Südbeck, mal zu Westdeutschen Meisterschaften schaffen, war ja irgendwo absehbar. Aber ein Einsatz in der Bundesliga? Das hätte ich mir nie träumen lassen.“

Ahlke, so was wie der Michael Schnaase des SCN, war es auch, der die Youngster – zu der Zeit Teil der SG Ascheberg/Nordwalde – 2019 bekniete, nach Lüdinghausen zu wechseln: „Beide waren viel zu gut für uns geworden. Und bei Union werden sie von einer echten Trainer-Legende, Rachmat Hidajat, angeleitet.“ Allein dafür lohne sich die 45-minütige Autofahrt, zweimal pro Woche, zu den Übungseinheiten, pflichtet Aydin Ahlke bei.

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