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Badminton: Regelwerk

Über kurz oder lang? Zählweise könnte sich ändern

Lüdinghausen

International sowie in allen deutschen Spielklassen von der Regionalliga an abwärts wird – anders als in der Beletage – bis 21 je Durchgang gezählt. Das könnte sich bald ändern. Eine Verkürzung der Sätze fände längst nicht jeder gut.

Von Florian Levenig

Helfen Eva Janssens und Josche Zurwonne in der Union-Reserve aus, sind die Sätze deutlich länger als in der Bundesliga. Foto: flo

Fans des SC Union Lüdinghausen, die regelmäßig die Heimspiele des Badminton-Bundesligisten Union Lüdinghausen besuchen, kennen das schon: kurze, knackige Sätze (maximal fünf pro Begegnung), die nach wenigen Minuten und elf gewonnnen Ballwechseln (außer ein Durchgang geht in die Verlängerung) vorbei sind.

International sowie in allen deutschen Spielklassen von der Regionalliga an abwärts wird dagegen in altbewährter Manier bis 21 (bei zwei Gewinnsätzen) gezählt – noch, muss man sagen. Denn der Weltverband überlegt, die Teilabschnitte (wie in der Bundesliga) zu halbieren – möglicherweise direkt nach den Spielen von Tokio. Bereits 2018 gab es eine solche Überlegung, die sogar mehrheitsfähig war, aber scheiterte, da sich zwei Drittel der Entscheider für die neue Zählweise hätten aussprechen müssen.

Kommt die Umstellung, würde wohl auch in den Amateurligen verkürzt. „Alle Spiele des DBV sowie seiner Landesverbände (. . .) werden nach den vom DBV anerkannten Spielregeln des Weltverbandes (. . .) durchgeführt“, heißt es in der Satzung des nationalen Verbandes (für die Beletage gilt, in Absprache mit der BWF, die Elf-Punkte-Sonderregel).

Für Fans attraktiver

Union-Teammanager Michael Schnaase findet, „dass sich der Modus in der Bundesliga bewährt hat. Die Matches sind kürzer, spannender und fürs Publikum attraktiver.“ Über alles, was diesen Sport, der hierzulande immer noch ein Nischendasein fristet, populärer und damit vermarktbarer mache, müsse wenigstens diskutiert werden.

Und was sagen die unmittelbar Betroffenen dazu? Eva Janssens ist mit beiden Zählweisen vertraut. Sowohl international als auch in der zweiten Mannschaft des SC Union (Regionalliga) ging und geht es für die Ex-Nationalspielerin (mindestens) bis 21 je Durchgang, in Liga eins ist bei elf Feierabend. Janssens bevorzugt die längeren Durchgänge: „Zum einen bin ich eher der ausdauernde Typ, hab’ also kein Problem damit, insgesamt länger auf dem Court zu stehen. Zum anderen kann man sich dann auch mal eine kurze Schwächephase leisten. In der Bundesliga geht das nicht, da ist der Satz sofort weg.“

Spiel würde sich radikal verändern

Thomas Bölke hat in seiner langen, erfolgreichen Karriere sogar mal bis sieben (im Best-of-five-Modus) gespielt: „Ging aus meiner Sicht gar nicht und ist auch rasch wieder abgeschafft worden.“ Der ehemalige Unionist bevorzugt – wie Janssens – die herkömmliche Arithmetik: „Ich hab’ immer versucht, den Gegner auszugucken und gegebenenfalls meine Spielweise anzupassen. Das funktioniert natürlich nicht, wenn ein Durchgang ruckzuck vorbei ist.“ Sollte es doch zur Umstellung kommen, so Bölke, würde sich das Spiel radikal ändern: „Jene, die technisch vielleicht gar nicht so versiert sind, dafür aber umso aggressiver zu Werke gehen, wären klar im Vorteil.“

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