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Badminton: Turniersieg

„War natürlich Thema“ – Linda Efler über Start in Krisenregion

Lüdinghausen

Linda Efler (Union Lüdinghausen) und Jones Jansen (1. BC Wipperfeld) haben die „Ukraine Open“ in Kiew gewonnen. Bei aller Freude über den Turniersieg: Ganz ausblenden konnte die Nullachterin die Kriegsgefahr im Osten des Landes nicht.

Gewährten ihren Gegnern im Verlauf des Turniers nicht einen einzigen Satzgewinn: Linda Efler und Jones Jansen. Foto: privat

Linda Efler, Doppel- und Mixed-Spezialistin des Badminton-Bundesligisten Union Lüdinghausen, hat, wie berichtet, an der Seite von Jones Jansen (1. BC Wipperfeld) die Ukraine Open gewonnen. Nach ihrer Rückkehr stand die 27-Jährige unserem Redaktionsmitglied Florian Levenig Rede und Antwort.

Ihr letzter Turniersieg vor Kiew liegt schon eine Weile zurück, richtig?

Efler: Ja, dass muss vor ein paar Jahren gewesen sein. Wobei ich auch seit Ewigkeiten keinen „Challenger“-Wettbewerb mehr bestritten hatte.

Auch wenn es „nur“ ein Turnier der zweiten Kategorie war: Hatten Sie damit gerechnet, dass Ihr Partner und Sie ohne Satzverlust triumphieren würden?

Efler: Eigentlich nicht. Zumal Jones und ich im Januar an einem Bundeswehrlehrgang teilgenommen haben, die Vorbereitung also alles andere als optimal war. Wobei auch etwas Glück im Spiel war, da ein starkes englisches Mixed kurzfristig abgesagt hatte. So war der Weg für uns letztlich frei.

In einem rein deutschen Finale haben Sie beide Jan Colin Völker und Stine Küspert bezwungen. Wie schwer – oder wie leicht – ist so eine Aufgabe, wenn man sich mit den Gegnern, Nationalspieler wie Sie, beinahe täglich im Training am Stützpunkt in Saarbrücken misst?

Efler: Man kennt sich in- und auswendig, weiß um die Stärken wie um die Schwächen der jeweils anderen. Einfacher macht das die Sache sicher nicht. Aber ich denke, wir haben es ganz gut hinbekommen.

Josche Zurwonne, Ihr 08-Teamkollege, hat den WN gesagt, er sei froh, nicht mehr Nationalspieler zu sein und in einem Land antreten zu müssen, das am Rande eines Krieges steht.

Efler: Das war natürlich in der deutschen Mannschaft ein Thema. Aber die Veranstalter haben uns die größtmögliche Sicherheit versprochen – und dass sie die Spieler umgehend ausfliegen würden, sollte der Konflikt eskalieren. Daher hat das gesamte DBV-Team beschlossen, in Kiew anzutreten. Klar reist man mit einem mulmigen Gefühl in so eine Krisenregion. Auf der anderen Seite sind es von der Hauptstadt bis zum Donbass 800 Kilometer. Und: Rein sportlich war es wichtig, die Ranglistenpunkte mitzunehmen. Damit Jones und ich bei den großen Turnieren im März wie den German Open oder den All England starten dürfen.

Sie treten also dauerhaft gemeinsam an?

Efler: Das ist im Moment der Plan, da noch nicht absehbar ist, wie lange Kilasu (Ostermeyer, Jansens derzeit verletzte Stammpartnerin – d. Red.) ausfallen wird.

In neun Tagen, in der Meisterschaft, gastiert Wipperfeld in Lüdinghausen. Dann sind Jones und Sie ausnahmsweise Gegner. Hat Union im Duell mit dem souveränen Spitzenreiter überhaupt eine Chance?

Efler: Zumindest dürfte es sehr, sehr schwer werden, dem Favoriten ein Bein zu stellen. Aber: Wir geben alles!

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