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Badminton: German Open

Yvonne Li: Erst ein Heimspiel, dann beim Mythos

Lüdinghausen

Am heutigen Dienstag beginnen die German Open in Mülheim. Yvonne Li ist nicht nur Lokalmatadorin, sondern auch Stammgast des Turniers. Die Spielerin von Union Lüdinghausen hofft, endlich über die zweite Runde hinauszukommen – in Mülheim wie auch beim Nachfolgeturnier in Birmingham.

Von Florian Levenig

Freut sich auf zwei besondere Wettbewerbe: Yvonne Li, Nummer eins des SC Union Lüdinghausen. Foto: flo

Für den 26. Februar 2020 war in Mülheim/Ruhr eine Pressekonferenz anberaumt. Thema: die bevorstehenden German Open. Auf dem Podium: Yvonne Li (Union Lüdinghausen), Lokalmatadorin und so was wie das Gesicht der Veranstaltung. Die PK fand dann tatsächlich statt. Thema: Corona. Der Rest ist, wie man so sagt, Geschichte.

Am heutigen Dienstag (8. März) beginnt, nach drei Jahren Pause, das wichtigste Badmintonturnier auf deutschem Boden. Das Virus scheint, zumindest für den Moment, unter Kontrolle. Sogar die Ränge in der Westenergie-Arena werden passabel gefüllt sein, immerhin 1200 Menschen sind pro Tag dabei. „Ein Anfang“, findet die Deutsche Meisterin, „auch wenn wir uns natürlich über eine volle Halle gefreut hätten“.

Aber: Hauptsache die German Open finden statt. Für Li sind sie schon deshalb „immer was Besonderes“, weil sie nur einen Overhead Smash vom Veranstaltungsort entfernt lebt und trainiert. Aber auch das stets erlesene Teilnehmerfeld mache den speziellen Reiz der Open aus. Weil insbesondere die Top-Asiaten Mülheim als eine Art Aufwärmprogramm für die noch bedeutenderen „All England“ (16. bis 20. März) die Woche drauf in Birmingham nutzen, ist alles am Start, was in der Szene Rang und Namen hat. Olympiasieger, Weltmeister – „besser als in diesem Jahr geht es kaum“, weiß Li.

Kurios: In Deutschland wie in England trifft die 23-Jährige auf die Dänin Julie Dawall Jakobsen. Altersmäßig liegen beide nur ein paar Wochen auseinander, schon zu Juniorenzeiten gab es diese Duelle regelmäßig. Die meisten waren ziemlich umkämpft, gingen über die volle Distanz und/oder in die Satzverlängerung.

Die Bilanz bei internationalen Wettkämpfen spricht für Dawall Jakobsen (5:2), auch in der dänischen Liga war sie es, die Anfang des Jahres über Li triumphierte. Allerdings: In der Weltrangliste liegt die Lüdinghauserin (Nr. 23) vor der Dauerrivalin (Nr. 41). Dawall Jakobsen mache wenige Fehler und habe ein gutes Netzspiel, lobt Li. Ihr eigenes mögliches Rezept: „geduldig bleiben und das Tempo hochhalten“.

So sehr sich die Nullachterin auf die Wettkämpfe vor der eigenen Haustür freut: Die „All England“ sind für sie – wie für jeden, der diesen Sport betreibt – noch mal eine ganz andere Nummer. Ein Mythos. Seit 1899, anfangs in London, gibt es das älteste, prestigeträchtigste und mit 1,1 Millionen US-Dollar höchstdotierte Event der Welt.

Li kann sich noch gut erinnern, wie sie 2010 die ersten TV-Bilder sah. Der Japaner Ken’ichi Tago räumte einen Favoriten nach dem nächsten aus dem Weg, ehe ihn im Finale doch die damalige Nummer eins, Lee Chong Wei (Malaysia) stoppte. Während bei den Damen die große Tine Baun (zu der Zeit noch Rasmussen) siegte. Was sie damals besonders beeindruckte: „die wogenden Massen, wie das Publikum mitgegangen ist. Das selbst mal zu erleben, wäre mega“, dachte sich die kleine Yvonne damals.

Längst zählt sie bei „All England“, „German Open“ und Co. zu den Dauergästen. Über die zweite Runde ist sie allerdings – dort wie hier – bislang nicht hinausgekommen. Und das dürfte auch 2022 schwer werden. Sollte sie – idealerweise zwei Mal – Dawall Jakobsen bezwingen – wartete im Achtelfinale von Mülheim wohl die Rio-Olympiasiegerin Carolina Marín (Spanien). Während Li in Birmingham wohl auf die Goldmedaillengewinnerin von Tokio, Chen Yu Fei (China), träfe.

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