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Serie: „Unsere Fanclubs“

Lieblingsfarbe „Königsblau“

Metelen

Die Westfälischen Nachrichten stellen in loser Reihenfolge die Fanclubs aus dem Kreis vor. Da darf der Schalke-Fanclub „Königsblau“ Metelen nicht fehlen. Die Knappen aus der Vechtegemeinde lassen sich auch nicht von der sportlich schlechten Situation unterkriegen und gucken stattdessen nach vorne.

Marc Brenzel

Der aktuelle Vorstand von „Königsblau Metelen“: Andreas Nöth, Michael Kottig, Kai Oskamp, Thomas Köning (mittlerweile nicht mehr im Amt),, Bernhard Schaper, Nicklas Krude, Sebastian Lastring, Marcel Rondick und Marius Münstermann (v.l.). Foto: Königsblau Metelen

S04-Fan zu sein, das ist in diesen Tagen nicht leicht. Viel Hohn und Spott müssen sich die Fans der Knappen anlässlich des drohenden Abstiegs gefallen lassen. „Als Schalker muss man sich gerade schon einige blöde Witzeleien anhören“, weiß Bernhard Schaper nur zu Genüge. Aber damit kann der Vorsitzende des Fanclubs „Königsblau“ aus Metelen umgehen. Für ihn ist auch in schwierigen Zeiten in Stein gemeißelt: „Schalker muss man sein, Schalke muss man lieben.“

1997 gewann das Team aus Gelsenkirchen überraschend der UEFA-Pokal, und im gleichen Jahr wurde „Königsblau Metelen“ ins Leben gerufen. Zwar mit etwas zeitlichem Verzug – das Finalrückspiel fand am 21. Mai statt, die Fanclubtaufe am 2. Juli – doch beides wird in der Vechtegemeinde in einen engen Zusammenhang gebracht. „Die Gründung war schon seit Anfang des Jahres im Gange. Der Finalsieg hat uns aber gut in die Karten gespielt“, so Schaper, der der insgesamt vierte Vorsitzende der Königsblauen nach Michael Möllers, Ewald Ruprecht und Georg Feldhues ist.

Die Metelener steuern in einer coronafreien Saison jedes Heimspiel mit einem Bus (50 Plätze) an. Ein harter Kern von 25 bis 30 Personen ist immer mit dabei. Und das wird sich auch nicht ändern, wenn die Gelsenkirchener in Liga zwei müssen. Man habe im Vorstand darüber geredet, ob sich denn auch für das Unterhaus das Bestellen eines Busses lohnen würde, erzählt Schaper. „Und das machen wir auch weiterhin. Eigentlich stand das nicht groß zur Diskussion. Ich erwähne das jetzt nur, damit die Leute Bescheid wissen.“

Im Metelener Fanclub wird mit Auge gearbeitet: „Wir wollen viele junge Leute in den Vorstand holen und auf die Zukunft vorbereiten, sie an die Aufgaben heranführen“, erklärt Schaper. Einer der dieser Jüngeren ist Michael Kottig, der als Geschäftsführer die exzellente Arbeit weiterführt, die Thomas Köning, der 23 Jahre im Vorstand wirkte, geleistet hat. „Wenn wir auf Schalke fahren, läuft ganz viel Organisatorisches über Michael“, lobt Schaper.

Aber auch abseits des Bundesliga- und Europapokal-Geschehens ist „Königsblau Metelen“ aktiv. Beim Fußball-Hallenturnier der Matellia ist der Fanclub regelmäßig mit einer Mannschaft vertreten. Zudem gehören der Wintergang, das Sommerfest und die Weihnachtsfeier zu den festen Terminen des 362 Mitglieder starken Vereins, dessen Altersstruktur von sieben bis über 80 Jahre reicht. Das wertet Schaper als eine schöne Zahl, die zeigen würde, wie verankert der FC Schalke 04 in der Vechtegemeinde sei: „Viele andere Fans gibt es bei uns nicht. Vielleicht noch die Gladbacher Vechte-Fohlen, zu denen wir einen guten Draht haben.“

Höhepunkte in der jüngeren Vergangenheit waren auch die Besuche von Jahrhunderttrainer Huub Stevens und Funktionär Alex­ander Jobst im Jahr 2019. Wenn international die Stunde des ganz großen Fußballs schlägt, sprich EM oder WM stattfinden, dann laden die Königsblauen die Metelener gerne zum Public Viewing ins Bürgerhaus ein.

Die schönste Auswärtsfahrt überhaupt? Da fällt Bernhard Schaper spontan das DFB-Pokalfinale 2011 ein: „Wir sind früh los nach Berlin und noch am gleichen Abend zurück. Das war doch wohl anstrengend, aber es hat sich gelohnt.“ Mit 5:0 setzten sich die Knappen damals gegen den MSV Duisburg durch und feierten damit ihren fünften Pokalsieg der Vereinsgeschichte.

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