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Fußball: Oberliga

„Nicht konkurrenzfähige“ Gievenbecker bauen nach Derby auf Rückkehrer

Münster

Das Oberliga-Derby zwischen Preußen Münster II und dem 1. FC Gievenbeck zementierte die Kräfteverhältnisse. Zentrale Erkenntnisse: Der FCG vermag die zahlreichen Ausfälle nicht zu kompensieren – und Preußens neuer Mittelstürmer macht den Unterschied.

Von Thomas Austermann

67 Oberligaspiele auf dem Buckel und ehrgeizig wie eh und je: FCG-Schlussmann Nico Eschhaus nervt es, zu verlieren. Foto: Wilfried Hiegemann

Abwehrgrößen wie Johan Scherr, Anton Mand, Manuel Beyer, Philip Röhe, Jannis Fraundörfer und Miclas Mende fehlten dem 1. FC Gievenbeck auch im Oberligaderby bei der Preußen-Zweiten. Allein am personellen Manko machte aber niemand die Chancenlosigkeit fest, die beim 0:3 auf Kunstrasen belegt wurde. Das Resultat war vielmehr der zahlenmäßige Ausdruck der aktuellen Kräfteverhältnisse, die kaum jemanden verwundern angesichts der so unterschiedlich bestückten Kader und Kicker-Ambitionen. Diese Preußen haben inzwischen auch wertvolle Oberligaerfahrung, die der mit zwölf Punkten respektabel abschneidende Aufsteiger noch sammelt.

Beim letzten Vergleich beider Teams, in dem in der Westfalenligaserie 2017/18 Punkte verteilt wurden, gewann jedes Team sein Heimspiel mit 3:2. Ende Mai 2018 stand der FCG auf Platz eins und die Preußen zwei Positionen dahinter.

Schon damals traf Adlerträger Luca Steinfeldt in Reihenfolge, machte 25 Tore in 26 Partien. Nach der Rückkehr an die Hammer Straße avanciert der 26 Jahre alte echte Mittelstürmer zur erhofften Verstärkung. „An wie vielen entscheidenden Aktionen war der beteiligt?“, fragte FCG-Trainer Florian Reckels eher rhetorisch in die Runde. Den ehrgeizigen 40-Jährigen störte am meisten, „dass wir nicht konkurrenzfähig waren in diesem Duell. Gut verkauft haben wir uns allenfalls in den letzten 25 Minuten – da war schon alles vorbei.“

Gievenbecks Kurk mit Bänderverletzung

Für Justus Kurk war schon nach 13 Minuten alles vorbei. Der wichtige defensive Mittelfeldmann wird mit einer Bänderverletzung im Sprunggelenk zunächst ausfallen. „Solche Geschichten passen leider derzeit zu uns“, sagte Reckels zur Verletzungsmisere. Immerhin ist Scherr jetzt „entsperrt“ und Paenda wie Fraundörfer sind wieder im Training vor dem anspruchsvollen Spielepaket mit Finnentrop, Gütersloh, Bövinghausen und Rhynern nacheinander als Gegner. Für die Abwehr und die Reihe davor stellen sich Alternativen ein, für die Offensive soll es einen internen Schub geben. Ein Treffer in den letzten vier Partien zeigt auf, wo Nachholbedarf besteht.

Spielgewinner und SCP-Trainer Kieran Schulze-Marmeling, der mit Reckels immer im guten Austausch steht, wünschte sich ja vor Wochen schon, dass seine so variabel agierende, energiegeladene und taktisch versierte Elf das Offensivspiel auf den Neuner noch stärker verinnerlicht. Rückte der schon fünffache Torschütze Steinfeldt doch ideal auf eine Stelle, die zuvor mit einem solchen Typ gar nicht besetzt war bei der Preußen-Zweiten. Nun kann es Pässe in die Tiefe geben auf den, der sie festmacht oder direkt nutzt. Mit drei Toren pro Spiel weisen die Preußen übrigens den besten Schnitt im Klassement auf. Elf verschiedene Spieler trafen bereits.

Fünf Platzverweise bei Sportfreunde-Duell

Unerwünschte Zahlen drückten dem Oberligaspiel zwischen den Sportfreunden aus Siegen und denen aus Lotte (2:2) den Stempel auf. Regionalliga-Spielleiter Yanick Rupert (Dortmund) zeigte fünf Rote und zehn Gelbe Karten, es ging ab der 52. Minute bisweilen drunter und drüber, auch in Rudeln von Streithähnen. Siegen hatte am Ende drei Mann weniger auf dem Platz, Lotte derer zwei. Und nahm in der siebten Minute der Nachspielzeit noch den Ausgleichstreffer hin. Arda Nebi, auch für Siegens 1:0 verantwortlich, rückte in die Rolle des Tageshelden.

Der VfL Wolbeck hatte ein spielfreies Wochenende, weil er in der Bezirksliga 7 seine Partie beim TuS Freckenhorst auf Dienstag (11. Oktober, 20 Uhr) verlegt hat.

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