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Rudern

Ab zur WM: Spätes Saisonfinale für RVM-Trio

Münster

Mit 53 Aktiven hatte der Deutsche Ruderverband ohnehin nur ein kleines Team für die WM in Racice geplant. Kurzfristig müssen jetzt 13 Aktive wegen Corona passen. Manuela Diening, Jasper Angl und Trainer Sebastian Fuchs vom RV Münster bleiben aber an Bord.

Von Ansgar Griebel

Manuela Diening will ihren starken EM-Auftritt in München bei den Weltmeisterschaften im tschechischen Racice bestätigen. Foto: IMAGO/Eibner-Pressefoto/Roger Buerke

Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen, die dazugehörige Rudersaison hat allerdings noch einen späten Höhepunkt im Köcher. Vom 18. bis zum 25. September finden im tschechischen Racice die Weltmeisterschaften statt. Und wenn sich die deutsche Flotte am Freitag auf den Weg nach Tschechien macht, dann sind auch zwei Aktive und ein Trainer des RV Münster an Bord.

Als Crewmitglied des Deutschland-Achters hat Jasper Angl den klaren Auftrag, nach dem desaströsen Auftritt des DRV bei den Europameisterschaften in München und den daraus resultierenden Verwerfungen im Verband, mit dem Paradeboot wieder zurück in die Weltspitze zu rudern.

„Daran müssen wir arbeiten“

DRV-Sportdirektor Mario Woldt will möglichst schnell und pünktlich zur Olympia-Vorbereitung für die Spiele in Paris einen Umschwung einleiten: „Wir befinden uns in einem Orientierungsjahr, das haben wir oft genug betont. Anderen Nationen geht es ähnlich, aber die bekommen den Umbruch scheinbar besser hin als wir. Daran müssen wir arbeiten.“ Naturgemäß liegt es besonders am prestigeträchtigen Achter, mit Erfolgen die gesamte Armada wieder auf Kurs zu bringen. Angl ist dabei einer der zahlreichen Neuen im Boot, die den Generationswechsel mit einem Über­raschungssieg im zweiten Weltcup scheinbar ohne Substanzverlust eingeleitet hatten, dann aber nach und nach den Anschluss an die starke internationale Konkurrenz verloren. Dabei muss Bundestrainer Uwe Bender allerdings auf die zwei Leistungsträger Olaf Roggensack und Laurits Follert verzichten, die aufgrund von Verpflichtungen seitens ihres Arbeitgebers (der Bundespolizei) die restliche Saison fehlen. Mit 53 Aktiven hatte der DRV ohnehin nur eine vergleichsweise kleine Abordnung nominiert, eine Corona-Welle hat in der vergangenen Woche drei weitere Boote und damit 13 Ruderer und Ruderinnen aus dem WM-Rennen gespült.

Diening hat alle Erwartungen mehr als erfüllt

All diese Sorgen plagen Manuela Diening nicht. Die Para-Ruderin aus Münster hat nicht nur als EM-Zweite alle Erwartungen mehr als erfüllt, sondern steht auch in Racice auf der Liste der ­Medaillenkandidatinnen. Ge­meinsam mit Heim- und für diese Titelkämpfe auch WM-Trainer Sebastian Fuchs geht es am Freitag los. Corona spielte für das Duo keine Rolle, weil die Para-Ruderer und -Ruderinnen im kleinen Kreis dezentral bei ihren Heimatclubs trainierten. Bundestrainer Marc Stellberg nahm seinen Schützling in Münster zweimal persönlich in Augenschein und versammelte die Nationalmannschaft am vergangenen Donnerstag zu einem Teamtraining in Köln.

Diening bekommt es in Racice mit sieben hoch­karätigen Gegnerinnen zu tun, die allesamt bereits Erfahrungen und in den meisten Fällen auch Medaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften gesammelt haben. Damit ist schon beim Vorlauf am Dienstag volle Kraft voraus angesagt. Mut darf dabei ­machen, dass die Münsteranerin der seit Jahren ­dominierenden amtierenden Olympiasiegerin Birgit Skar­stein bei der EM in München schon bis auf wenige Sekunden nahegekommen ist. Ziel der RVM-Athletin ist nun ein Startplatz im A-Finale der Welttitelkämpfe, das dann am Abschlusssonntag stattfinden wird.

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