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Corona-Lockerungen

Amateursportler gehen die Rückkehr ins Training mit vollem Elan an

Münster

Monatelang mussten sich die Amateursportler in Münster alleine zu Hause fit halten – nun ist endlich wieder Mannschaftstraining erlaubt. Die Motivation ist trotz fehlender Wettkämpfe hoch. Auch wenn es nun einiges aufzuholen gibt. Der Tenor klingt aus allen Vereinen gleich.

Von Joel Hunold

Ligaspiele wird es erst in einigen Monaten wieder geben, doch Foto: Wilfried Hiegemann

Lange Monate des Wartens liegen hinter tausenden Amateursportlern und Freizeitfußballern in Münster. Doch seit Mitte Mai ist Sport draußen in größeren Gruppen wieder erlaubt, unter Einschränkungen sogar in der Halle.

Die Mehrheit der Vereine hat die Chance genutzt und ist spätestens nach Pfingsten voll ins Training eingestiegen. „Den Platzbelegungsplan hatte ich schon in der Schublade“, sagt Anke Lilienbecker, Vorsitzende des Bereichs Fußball beim BSV Roxel. Seit klar wurde, dass sich Mannschaften treffen dürfen, habe ihr Telefon nicht stillgestanden. „Die Erste war beim ersten Training fast vollständig“, erzählt sie. Auch Anja Thiel aus dem Vorstand von Westfalia Kinderhaus berichtet: „Wer ein halbes Jahr nicht trainieren konnte, schart schon vorher mit den Hufen“.

Ähnlich sieht es in anderen Clubs aus. „Alles, was erlaubt ist, ist wieder in Betrieb“, sagt Frank Smolka, Geschäftsführer von Concordia Albachten – der allerdings ergänzt, dass es noch eine leichte Zurückhaltung gebe. „Es wird Menschen geben, die für sich entscheiden, dass es für sie noch zu früh ist.“ Das seien allerdings die wenigstens. „Bestimmt sind einige Spieler abhanden gekommen. Aber das sind die, die eh nur sporadisch und unzuverlässig beim Training aufgetaucht sind“, sagt Thiel. Jene, die nun wiederkommen, seien motiviert.

Fokus auf die kommende Saison

„Der Blick geht schon Richtung nächster Saison, der Beginn wird bereits herbeigesehnt“, sagt Frank Müller-Kersting vom VfL Wolbeck. Zwar gebe es in dieser Spielzeit keine Meisterschaftspartien mehr und noch werde meist im alten Kader gespielt, doch „die Spieler sind alle heiß“. Der fehlende Wettbewerb sei zwar auch ein Nachteil, aber dass nach Monaten der Zwangspause überhaupt in der Gruppe Sport getrieben wird, „das kann man gar nicht hoch genug hängen“, urteilt der Vorstandsvorsitzende von Borussia Münster, Mortimer Behrendt.

Zunächst müsse jedoch wieder trainiert werden. „Ich denke schon, dass die Kondition ein bisschen gelitten hat. Aber das ist ja völlig normal“, so Müller-Kersting. Fußballtraining sei eben doch noch etwas anderes als ab und zu laufen zu gehen, ergänzt Anke Lilienbecker. „Manche sagen auch, sie haben zwei, drei Kilo zu viel drauf.“ Dabei sei Konditionsunterschied in der Jugend weniger stark als bei den älteren Sportlern spürbar. „Die haben mehr aufzuholen“, so Behrendt.

Risiken minimieren

Abseits des Platzes gibt es noch Einschränkungen. Duschen und Kabinen müssen geschlossen bleiben, Zuschauer sind zumindest noch beim Training nicht gestattet, auf dem Weg zu und von den Sportstätten gilt zumindest aktuell noch Maskenpflicht. Die ersten Trainings selbst seien allerdings weitestgehend normal abgelaufen, fast wie vor der Pandemie. Smolka mahnt allerdings auch hier zur Vorsicht: „Solange nicht die komplette Mannschaft geschützt ist, ergibt es Sinn, dass das Training zumindest so kontaktmindernd wie möglich gestaltet wird.“

Der Tus Hiltrup verlagert deshalb einen Teil der Kontaktsportarten wie Taekwondo, Judo und Basketball aus der Halle nach draußen, ebenso wie einige Fitness- und Tanzstunden. Auch Behrendt bekräftigt, dass sein Verein Hallensportlern, sofern es möglich ist, Plätze an der frischen Luft anbieten möchte. Eins verbindet jedoch alle Sportler in Münster: „Die Hoffnung, dass es so bleibt und sich nicht wieder ändert“, sagt Anja Thiel.

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