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Rad: 15. Sparkassen-Münsterland-Giro 

André Greipel sagt in Münster adieu

Glanerbrug

Am 3. Oktober ist Radsportfeiertag! Nach der coronabedingten Absage 2020 soll die 15. Auflage des Sparkassen-Münsterland-Giro am Tag der Deutschen Einheit über die Bühne gehen. Mit André Greipel. Der aktuell erfolgreichste nationale Radprofi fährt in Münster sein letztes Rennen.

Von André Fischer

Vorfreude auf den 15. Giro: (von links) Heinrich-Georg Krumme (Vorstandsvorsitzender Sparkasse Westmünsterland), Fabian Wegmann (Sportlicher Leiter), Rainer Bergmann (Organisationsleitung), Jeroen Diepemaat (Beigeordneter der Stadt Enschede), Markus Lewe (Oberbürgermeister Münster), Klaus Richter (Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Sparkasse Münsterland-Ost), Kerstin Dewaldt (Leiterin Sportamt Münster), Radprofi André Greipel, Sven Schüler (LBS West), Dr. Christian Schulze Pellengahr (Landrat Kreis Coesfeld), Dr. Kai Zwicker (Landrat Kreis Borken), Christoph Almering (Geschäftsführer Euregio). Foto: Freddie Allerdisse/Sparkassen-Münsterland-Giro

Die „Hölle des Nordens“ – nichts mehr für den „Gorilla“. André Greipel hat der Königin der Klassiker eine herbe Abfuhr erteilt. Die 118. Auflage Paris – Roubaix am 3. Oktober findet ohne den aktuell erfolgreichsten deutschen Radrennfahrer statt. Der 39-Jährige setzt Prioritäten. Und macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Ich möchte meinen letzten Sprint in Münster genießen.“ Ehrliche Worte eines Musterprofis, der am Tag der Deutschen Einheit im Rahmen des 15. Sparkassen-Münsterland-Giro nach 17 Jahren seine letzte Schicht schiebt. Danach ist Schluss – das gab der elfmalige Etappensieger der Tour de France am Montag bei einer Pressekonferenz im Euregio-Tagungszentrum im niederländischen Glanerbrug bekannt.

Gefühlt ein Ritterschlag für die „Macher“ des Spektakels. „Und Ehre zugleich“, wie Chef-Organisator Rainer Bergmann mit einem Lächeln auf den Lippen zugibt. Ja, die rührigen Verantwortlichen haben in all den Jahren so vieles richtig gemacht, der Giro ist ein absolutes Zugpferd in der Region – und setzt sich nach der coronabedingten Absage 2020 nun gar über Grenzen hinweg. Der Start der Profis erfolgt erstmals in Enschede. „Das unterstreicht unsere bilaterale Kooperation und stärkt das Band unserer Freundschaft“, so Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe entzückt. Sport verbindet.

Dass das Event in Zeiten einer Pandemie durchgewunken wird, zeugt davon, dass die Beteiligten ihre Hausaufgaben gemacht haben. Gleichzeitig ist es ein Privileg – 2021 gibt es lediglich sechs Renntage in Deutschland. Neben der viertägigen Deutschland-Tour und Eschborn-Frankfurt ist Münster mit im Boot. „Klar haben wir gezittert, uns hinterfragt“, sagt Fabian Wegmann, der Sportliche Leiter. Gerade im Zuge der vierten Welle und der Absage der Cyclassics in Hamburg im August sei man ins Grübeln gekommen. „Aber jetzt freuen wir uns umso mehr.“ Die Ampeln stehen auf Grün.

Kein Rahmenprogramm

Einschränkungen sind indes unumgänglich. Der traditionelle Rundkurs durch die Stadt über den schmucken Prinzipalmarkt auf den letzten Kilometern mit der Zielankunft vor dem Schlossplatz ist mit Blick auf die Coronaschutzverordnung nicht darstellbar. „Wenn nur 5000 Zuschauer zugelassen sind, könnten sich weitere 4000 Sportlerinnen und Sportler aus den Jedermann-Rennen unters geimpfte, genesene oder getestete Volk mischen“, gibt Bergmann zu bedenken.

Weil die Sicherheit der Menschen so nicht gewährleistet sei, hat die Crew das Finale kurzerhand nach Nienberge verlegt. Ohne Rahmenprogramm, ohne Schnickschnack. „Freuen wir uns doch über das, was wir haben, und ärgern uns nicht über das, was fehlt“, spricht Klaus Richter, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Münsterland Ost, allen Beteiligten aus der Seele.

Das Feld ist auch diesmal prominent besetzt. Und das, obwohl mit Paris – Roubaix ein Monument des Radsports am selben Tag lockt. Angeführt wird die Meldeliste vom UCI-World-Team ­Deceuninck-Quick-Step um den Kolumbianer Álvaro Hodeg, der 2019 beim Giro vor Pascal Ackermann (Bora-hansgrohe) in einem packenden Finish triumphierte. Der Deutsche, der 2019 beim Giro d’Italia die Punktewertung gewann, will den Spieß nun umdrehen. Wenn, ja wenn Greipel ihn gewähren lässt. Der würde zum Abschied nach Siegen 2008 und 2014 allzu gern ein drittes Mal das oberste Treppchen in Münster besteigen. In der „Hölle des Westens“.

Die Strecken des Münsterland-Giro 2021

Die Jedermann-Strecken:

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