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Leichtathletik: Serie zu 20 Jahren Münster-Marathon

„Arbeiten To-do-Liste ab“: Auf dem Weg zum grünen Marathon

Münster

Waren zu Coronazeiten die Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit erschwert, so steht jetzt das Jubiläum des Volksbank-Münster-Marathons im Fokus. Den „Weg zum grünen Marathon“ hat sich auch der hiesige als Selbstverpflichtung auf die Fahnen geschrieben.

Von Thomas Austermann

Holzmedaillen sind kein Thema beim Münster-Marathon. Die Zeichen der Ehre und Wertschätzung sollen durch Geicht und Material gewährleistet werden – „und sie werden ohnehin nicht weggeworfen Foto: Oliver Werner

Den „Weg zum grünen Marathon“ hat sich auch der hiesige als Selbstverpflichtung auf die Fahnen geschrieben. Zu Coronazeiten waren die Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit erschwert, jetzt steht das Jubiläum des Volksbank-Münster-Marathons im Fokus – ab 2023 geht es strikt und stringent in den drei übergeordneten Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales darum, den lebensfreundlichen Umgang beim Treffen von Zehntausenden Menschen verbesserter, verbindlicher wie vielfältiger ins Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung festzuschreiben.

Marathon-Chef Michael Brinkmann vergab vor Jahren eine Projektarbeit an zwei Studentinnen, die den langen Lauf und seine Organisation zum Thema durchleuchteten. Das Resultat liegt intern vor. „Wir haben viele Denkanstöße bekommen und arbeiten unsere To-do-Liste ab“, sagt der Routinier, der sich als Vorstandsmitglied des Vereins German Road Races (GRR) mit anderen deutschen Veranstaltern auch zu den zukunftsgerechten, nachhaltigen Maßnahmen bespricht. Das Umdenken findet statt – mitmachen müssen auch die Aktiven und die Zusehenden. Also alle, wie im normalen Alltag auch.

Es gilt, noch mehr Müll zu vermeiden

„In all den Jahren haben wir dazugelernt, aber wir müssen und werden noch mehr tun“, sagt Brinkmann. Seine Liste des Machbaren und Notwendigen ist bereits überwiegend grün als Hinweis darauf, was alles umgestellt wurde. Im Bereich Ökologie etwa steht, dass die 150 000 Becher zur Athletenversorgung aus recyclingfähigem Material bestehen. Und viermal soviel kosten wie die früher üblichen. Die Finisherbags hüten die Teilnehmer eh wie ein wertvolles Andenken. Weggeschmissen werden die nie. Grundsätzlich gelte es, „in Zukunft noch mehr Müll zu vermeiden oder wirkungsvoll zu trennen.“

Medaillen aus Holz, die andernorts gereicht werden, billigt Brinkmann nicht das zu, was die in Südafrika aus Zinkmetall gefertigten erreichen. „Eine Medaille steht für Wertschätzung und ist und bleibt eine Auszeichnung für immer.“ Er hat vor Ort in Kapstadt nachgeschaut und erfahren, „wie verlässlich unsere Partner und wie korrekt die Arbeitsbedingungen sind.“ Medaillen gibt es in Münster nur noch für Marathonis. „Und Finishershirts verkaufen wir jetzt erstmals nur an jene, die sie zuvor verbindlich bestellt haben.“ Gegrübelt wird weiter über ein kostenloses digitales ÖPNV-Ticket für Teilnehmer und Helfer. Viele Ticketzuständige aus der Region sprechen mit, wenn Brinkmann verhandelt.

Städtisches Trinkwasser wird genutzt

Ökonomisch ist längst das rein digital gefasste Teilnehmer-Management, der Live-Druck der Startnummern passend zur Realität und ohne Umverpackungen, die Warenbestellung in Großverpackungen. Statt Flaschen zu reichen, erfolgt zur Versorgung die Nutzung städtischen Frischwassers. Wer sich aus dem GRR-Kreis etwas borgen will, zum Beispiel den Torbogen im Ziel, findet immer einen Kontakt.

Sozial ist der „MüMa“ auch, denkt man alleine an die Zusatzwettbewerbe für Kids und der damit erfolgten Förderung der Bewegungsfreude, die ganzjährig in der Region durchgeführten Vorbereitungsläufe, die vielen Charity-Partnerschaften zu Unterstützung diverser sinnvoller Projekte. Und die von den Aktiven übrig gelassenen Lebensmittel werden gemeinnützigen Stellen gespendet.

100 Veranstalter im Verein GRR

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