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Rudern: Head-of-the-River-Race

ARV Münster mit zwei Achtern auf der Themse

Münster

Dass die Engländer ein altes Seefahrervolk sind, ist Standardwissen, dass auf der Insel auch traditionell und vor allem gut gerudert wird, schon eher etwas für Insider – wie die Ruderer des ARV Münster. Mit zwei Achtern war der Club aus Münster am Wochenende beim fast 100 Jahre alten Head-of-the-River-Race in London im Einsatz.

Von Ansgar Griebel

Die Abordnung des ARV Münster hatte in London erwartungsgemäß ein tolles Regatta­erlebnis – und das überraschend bei blauem Himmel: Grund genug, mit der Sonne um die Wette zu strahlen. Foto: ARV Münster

Was den Skilangläufern der Wasalauf in Schweden, das ist den ­Ruderern das ­Head-of-the­River-Race in England: Unmengen von Sportlern auf einer spektakulär langen Strecke, dabei auf jedem Meter Tradition im Überfluss – und damit ein Muss für den Akademischen Ruderverein zu Münster.

Tradition seit 1926

Seit 1926 versammeln sich jährlich bis zu 400 Achterbesatzungen aus aller Welt in London, um auf der Themse zwischen den Stadtteilen Mortlake und Putney 6,8 Kilometer schnellstmöglich zurückzulegen. Wie vor fast 100 Jahren geht alle zehn Sekunden ein Großboot auf die Strecke, sucht sich den besten Weg in der Flussmitte und muss dabei ungezählte kritische Überholmanöver ohne Havarie überstehen. Zugelassen sind nach wie vor nur Männerachter – für die Frauen gibt es in­zwischen immerhin das vorgelagerte „Womans Eights Head of the River“ – doch auch beim Klassiker dürfen Frauen zumindest die Richtung vorgeben. Zweifellos eine Führungsaufgabe, wenn es zwischen den Brücken beim Überholen mitunter um Zentimeter geht.

Frauen am Steuer

Und so saßen auch bei den beiden Achtern des ARV Münster am Wochenende zwei richtungsweisende Frauen an den Steuerseilen. Trainerin Antonia Elke steuerte den Aktiven-Achter als 138. ins Ziel, Berit Krüger beendete das Rennen mit dem Altherren-Achter auf Platz 255. „Damit können wir sehr zufrieden sein“, resümierte Elke nach dem Kraftakt. Der Studenten-Achter war im Vergleich mit den anderen gestarteten ­College-Teams absolut konkurrenzfähig, und auch die Routiniers konnten zahl­reiche Crews hinter sich lassen – obwohl das ARV-Boot auch beim Veteranen-Rennen am Sonntag noch mal hätte starten dürfen.

Schwierige Anreise

Grundsätzlich gilt auf der Themse jedoch: Der Weg ist das Ziel. Und nicht nur auf dem Wasser. Die mitunter mühsame Tour begann für die beiden Besatzungen aus Münster mitsamt einigen treuen Begleitern schon daheim. Denn bei aller Tradition gab es bei dieser jüngsten Auflage des Klassikers doch einige Neuerungen: Nachdem zuletzt zwei Jahre coronabedingt pausiert werden musste, fand jetzt das erste Rennen nach dem Brexit statt – und prompt verpasste die kleine Kolonne aus Münster ihre Fähre in Calais. „Das hat diesmal mit den Kontrollen deutlich länger gedauert“, berichtet Elke. Mit einer Fähre Verspätung landete der Tross erst am Abend in Dover und kurz vor Sonnenuntergang in London. „Aber zum Glück konnten wir noch kurz aufs Wasser.“

Und dort wartete die englische Hauptstadt am nächsten Morgen bereits mit der nächsten nicht minder spektakulären und vor allem ausschließlich positiven Neuerung auf: „Blauer Himmel und Sonnenschein. Das war großartig und alles andere als Standard im Londoner März.“ Und so genoss die kleine ARV-Flotte den Ausflug auf die Insel – und hat bereits den nächsten Termin im Kalender angekreuzt: Am 18. März 2023 geht es erneut nach London für die Männer am Ruder und die Frauen am Steuer.

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