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Beachvolleyball: German Beach Tour

Sommerferien? Nicht für Lehrerin Anna Hoja aus Münster

Münster

In den Sommerferien verschreibt sich Lehrerin Anna Hoja aus Münster dem Beachvolleyball. Die Anfahrt zum German Beach Cup in ihrer Heimat meistert sie stilsicher – und ist auch am Samstag wieder dabei.

Von Thomas Austermann

Anna Hoja (r.) geht gemeinsam mit Stefanie Klatt auf Punktejagd in den Sand: Die Münsteranerin startet mit ihrer Partnerin aus Köln in Münster für Düsseldorf. Foto: Thomas Austermann

Die unterrichtsfreie Zeit nutzen im Schuldienst stehende Pädagoginnen und Pädagogen im Sommer zum Auftanken. Unter der Sonne und im Sand tummelt sich auch Anna Hoja, aber sie entspannt dabei eher weniger. Die 30-jährige Dauerbrennerin im Beachvolleyball, beim German Beach Cup in Münster selbstredend mit Stefanie Klatt (37) aus Köln am Start, plant und denkt trotz diverser anderer Verpflichtungen „den Sommer über nur im Turnierplan-Modus“. Die Tour diktiert Anreisen und Aufenthalte.

So rein privat gab es über Ostern eine Wanderwoche in Tirol mit ihrem Freund, der jetzt am Court mitfiebert. Und in den Herbstferien ist Island das Ziel. Die sechseinhalb Sommerwochen aber gehören dem Beach­sport, ihrer großen Leidenschaft. Vorher und nachher ist die in Münster heimische Anna Hoja freilich auch mindestens fleißig, neben ihrem Hauptjob. Ein Tausendsassa.

Hoja: „Ich komme mit dem Rad“

In Borken unterrichtet die frühere Erstliga- und Zweitliga-Spielerin auf einer vollen Stelle an der Jodocus-Nünning-Gesamtschule Deutsch und Pädagogik. Beratungslehrerin für die Sek II ist sie auch. Für die USC-Zweite spielt sie im Drittliga-Team. Am hiesigen Bundesstützpunkt fungiert sie als Co-Trainerin beim VC Olympia und als solche bei den Beache­rinnen an der Seite von Landestrainer Marc d’Andrea. Auf westdeutscher Ebene ist sie vor allem im Bereich Lehrgänge im sandigen Sport dito gefordert. Ach ja, die letzten Prüfungen zum Trainer-A-Schein verpasste sie coronabedingt und bereitet sich darauf vor, 2023 den Abschluss hinzulegen.

„Vieles ist eine Frage der Organisation“, befindet Anna Hoja trocken. Und weiß es zu genießen, wenn Freiräume bleiben. „Zum Hafenplatz komme ich mit dem Rad. Ist doch klasse!“ Genießen kann sie auch die Auftritte an der Seite ihrer „sehr guten Freundin“ Stefanie Klatt, geborene Hüttermann. Dass die beiden seit 2017 Seite an Seite stehen, ist spürbar.

Das Miteinander trug die taktisch schlau Agierenden auch zum 2:1-Auftaktsieg über Anna Behlen/Natascha Oßner-Niemczyk. Aus der Ruhe zu bringen sind Hoja/Klatt kaum – schon gar nicht von dem 0:2 gegen die topgesetzten Chantal Laboreur und Sarah Schulz. In der Verliererrunde gewannen Hoja/Klatt 2:1 gegen Lena und Sarah Overländer, damit ist das Duo auch am Samstag wieder im Einsatz.

Hoja hörte 2021 in Leverkusen auf

Klatt promovierte 2014 und hat eigentlich auch genug zu tun an der Deutschen Sporthochschule in Köln als Junior-Professorin „für Aufmerksamkeitsforschung in den Sportspielen am Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik“. In der Landeshauptstadt initiierte Klatt 2017 ein viel beachtetes Beachvolleyball-Leistungsprojekt bei Tusa Düsseldorf, weshalb die Paarung aus Köln und Münster für diesen Club startet.

„Dessen Unterstützung ist großartig“, sagt Hoja. Etliche bekannte Asse wie Kira Walkenhorst sind für Tusa gemeldet, mehr und mehr wird in die Nachwuchsförderung investiert. Hoja/Klatt trainieren in der Sommervorbereitung bis zu dreimal pro Woche in Düsseldorf. „In dieser Sportart steht der Leistungsgedanke für uns ganz vorne.“

Mitte 2021 hat Anna Hoja ihre Zeit bei Zweitligist Bayer Leverkusen beendet, wo sie neun Serien lang voranging. „Es war klar, dass der Schuldienst irgendwann Vorrang hat.“ Ambitioniert bleibt sie trotzdem. „Noch tut mir zu wenig weh, als dass ich ans Aufhören denken würde.“

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