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Fußball: Anziehungspunkt für Mädchen und Frauen

Bei Westfalia Kinderhaus wächst was zusammen

Münster

Masse und Klasse – da wächst was heran in der Nachwuchs-Abteilung von Westfalia Kinderhaus. Bei den Mädchen, 138 an der Zahl. Und sie kicken erfolgreich, von der U 9 bis zur U 17. „Das Konzept passt“, sagt daher auch Philipp Karnebeck, Koordinator Mädchenfußball bei Westfalia. Eine Sorge aber hat er dann doch noch.

André Fischer

Westfalia Kinderhaus: – ein Anziehungspunkt für fußballspielende Mächen und Frauenfußball Foto:

Über Jahre galt der Frauenfußball als moralisch verwerflich. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) witterte nach dem überraschenden Titelgewinn der Männer in Bern 1954 gar den Untergang des Abendlandes – und sprach ein Jahr später ein offizielles Verbot aus. Das er erst 1970 wieder aufhob. 50 Jahre ist das her. Inzwischen ist der Sport längst akzeptiert, hat sich vom Rand mühsam in die gesellschaftliche Mitte gehangelt. Und ist ab und an in der „Spitze“ vertreten. Die deutsche Nationalmannschaft hat mit acht Titeln auf europäischer Ebene beispielsweise ein absolutes Alleinstellungsmerkmal – das inspiriert. Mittlerweile ist eine Mädchen- oder Frauenfußballsparte in den Vereinen Usus. Westfalia Kinderhaus stellt mit zehn reinen U-Teams und einer Frauentruppe, die (noch) in der Kreisliga A kickt, eine der größten Abteilungen im gesamten Fußballkreis Münster.

„Riesige Resonanz“

138 aktive Mädchen im Bereich der Juniorinnen: Münsters Norden ist seit vielen Jahren eine Anlaufstelle für fußballbegeisterten Nachwuchs. „Die Resonanz ist riesig“, sagt Markus Pötter. Er ist Trainer der U 17 – und frisch gebacknen Aufsteiger in die Bezirksliga. Bis zum coronabedingten Abbruch der Spielzeit war die Westfalia verlustpunktfreier Tabellenführer, dominierte die Liga nach Belieben. Selbst im Kreispokal setzten die jungen Kickerinnen eine Duftmarke mit zwei Erfolgen gegen höherklassige Mannschaften aus der Westfalenliga. Im Halbfinale bezwangen sie die Warendorfer SU mit 2:1, im Endspiel gab es ein knappes 6:5 nach Elfmeterschießen gegen Wacker Mecklenbeck. Auf westfälischer Ebene räumte Kinderhaus mal eben Bezirksligist JSG Unna/Billmerich in Runde eins mit 7:0 aus dem Weg, ehe das heiß erwartete Duell mit Herford der Pandemie zum Opfer fiel – und damit auch der Cup-Wettbewerb. Höchst ärgerlich.

Viele Titelgewinne

Titelgewinne feierten 2020 auch die U 13 (Kreisliga- und Stadtmeister) und die U 11 (Stadtmeister). Zwei weitere von etlichen Vorzeigeteams, die den Nachwuchs von morgen ausbilden. Und das vorzüglich – die U 13 trotzte Bayer Leverkusen jüngst ein 2:2 ab. Weil die U 11 und die U 9 in ihren Spielklassen alles in Grund und Boden spielten, kicken sie künftig bei den Jungs um Punkte mit. „Das war mitunter unbefriedigend für uns und den Gegner“, sagt Pötter. Dafür nehmen die Mädels in Kauf, jetzt selbst gegen vorwiegend erste Teams einen auf die Mütze zu bekommen.

Trennung von Jung- und Altjahrgang

Interessant: Nördlich des Stadtzentrums erfolgt die Zusammenstellung der einzelnen Mannschaften nicht nach Leistung, sondern durch die Trennung von Jung- und Altjahrgang – um die Mädchen mit ihren Freundinnen spielen zu lassen. Auch ein Grund, warum der Run auf die Westfalia so groß ist. Auf der anderen Seite betreibt der Club reichlich Werbung in eigener Sache, geht in die Schulen, um die nächste Generation zu re­krutieren. „Das Konzept passt. Wir sehen uns gut aufgestellt für die Zukunft“, sagt Philipp Karnebeck, Koordinator Mädchenfußball bei Westfalia. Er sagt aber auch: „Damit wir weiter wachsen können, ist es wichtig, dass der marode Ascheplatz zum Kunstrasen umgebaut wird.“

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