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Leichtathletik: 50. Corrida de Houilles

Bestzeit zum Jahresende: Kein Deutscher lief 2022 schneller als Voigt

Münster

Noch ein Topresultat für den Münsteraner Nils Voigt. Der Langstreckenläufer erreichte in Frankreich nicht nur Rang sieben in einem Weltklassefeld, sondern stellte mit 28:03 Minuten eine neue deutsche Jahresbestzeit im Straßenlauf über 10 000 Meter auf.

Superschnell vor dem Fest: Nils Voigt Foto: Wilfried Hiegemann

Noch ein Topresultat für Nils Voigt, noch eine Spitzenzeit für den Münsteraner. Mehr noch, der 25 Jahre alte Langstreckenläufer erreichte bei „50. Corrida de Houilles“ in Frankreich nicht nur Rang sieben in einem Weltklassefeld, sondern stellte mit 28:03 Minuten eine neue deutsche Jahresbestzeit im Straßenlauf über 10 000 Meter auf. Er verbesserte damit die bisherige Jahresbestleistung von Homya Tesfaye aus dem April um elf Sekunden.

Der Äthiopier Hauli Bekele gewann das Drei-Runden-Rennen in Houilles in der Weltklassezeit von 27:29 Minuten vor dem Kenianer Vincent Kibet (27:30). Der Schwede Jonas Gland (27:57) war der einzige vor Voigt platzierte Europäer.

Mehr als nur ein Form-Test

Voigt, der für TV Wattenscheid startet und in Münster lebt, war aus einem dreiwöchigen Trainingslager in Portugal zu dem bekannten Dezember-Klassiker nach Houilles gereist. Nachdem er in Nijmegen im November inoffiziell deutsche Bestzeit über 15 Kilometer gelaufen und auf Platz sechs in einem Topfeld gelandet war, war das Rennen in Frankreich mehr als nur ein Form-Test für ihn.

Bekele war nur einer von vielen Weltklasseläufern, die die Bestzeit des Franzosen Julien Wanders (27:25) angreifen wollten. In einem spannenden Rennen hielt Voigt dabei anfangs noch Kontakt zu den Top vier, musste dann aber etwas abreißen lassen. „Das war eine ganz solide Leistung“, untertrieb der 25-Jährige schon. Es war bei schwierigen Bedingungen auf einer schnelle Strecke eine herausragende Leistung des Deutschen. Und, so Voigt weiter: „Ein toporganisiertes Rennen auf einer spannenden Strecke. Mir hat es Spaß gemacht, in einem solchen Feld mitlaufen zu können.“ Um anzufügen: „Das ist das, was ich denke, wo ich auch hingehöre.“ Am Ende des Jahres und vor den abschließenden Silvesterläufen landauf, landab war das ein Ausrufezeichen von Voigt und seinem Coach Tono Kirschbaum. Denn: „Zu diesem Zeitpunkt des Jahres eine tiefe 28 zu laufen – da kann man weitermachen.“

Traum vom Lauf unter 28 Minuten

Deutsche Läufer waren im Straßenlauf über 10 Kilometer überhaupt nur sechsmal schneller als Voigt, der am vierten Advent nicht mehr weit von der nationalen Bestzeit von Carsten Eich entfernt war. Eich war schon 1993 diese Strecke in 27:47 Minuten in Paderborn gelaufen. „Natürlich träumt man davon, unter 28 Minuten zu bleiben. Aber am Ende bin ich bei der Kälte etwas fest geworden.“

Voigts Saison 2022 startete extrem schwierig mit Corona-Erkrankung, Nachwehen und einer Verletzung. Dafür ließ es der EM-Achte von München nun bei Straßenläufen zweimal richtig krachen. In Nijmegen (15 Kilometer) und in Houilles lieferte er und unterstrich seine gute Spätform – oder war das nur der Vorgriff auf das kommende Jahr? Dann will Voigt über 10 000 Meter glänzen und eigentlich auch im Herbst seine Marathon-Premiere feiern. Die Konkurrenz spricht bei letztgenanntem Thema von einem der womöglich „spannendsten Marathon-Debüts“ in Deutschland, wie der Marathon-Meister Hendrik Pfeiffer unlängst bei der Pressekonferenz des Volksbank-Münster-Marathons erklärte. Pfeiffer wird in Münster Anfang September „Pacemaker“ sein – Marathon-Ausrichter Michael Brinkmann würde nur zu gerne Lokalmatador Voigt bei seiner Premiere als Fix-Starter präsentieren.

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