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Fußball: Bezirksliga

So ist die Lage bei Münsters Clubs kurz vor Saisonstart

Münster

Eins haben die vier heimischen Bezirksligisten gemein: Die Vorfreude auf den Ligastart ist bei Concordia Albachten, GW Gelmer, BW Aasee und beim SC Münster 08 riesig – auch, wenn die Vorbereitung nicht überall optimal lief und die ersten Spieltage bei allen Clubs auch noch zur Feinjustierung dienen müssen.

Von Ansgar Griebel und Jonas Austermann

Gerrit Göcking hat das grüne Trikot von Westfalia Kinderhaus gegen den Trainerposten bei GW Gelmer getauscht - und spielt womöglich auch noch mal selbst.  Foto: fotoideen.com

André Kuhlmann holt noch einmal ganz tief Luft, ehe am Sonntag die Saison beginnt – allerdings tut das der Trainer  von BW Aasee nicht etwa am Aa-, sondern an der zugegebenermaßen reizvolleren Ostsee. Das Reizklima soll den Kopf frei machen für die Auftaktpartie der Blauweißen bei Arminia Ibbenbüren. Nach dem Dienstagstraining hat sich Kuhlmann für vier Tage nach Grömitz aufgemacht, am Sonntag geht es zurück direkt zum Platz nach Ibbenbüren – eine kurze Auszeit, die sich der Chefcoach nach „guter bis sehr guter Vorbereitung“ wohl leisten kann, die letzten beiden Trainingseinheiten sind bei den bewährten Co-Trainern Tobias Steens und Christian Hülsmeier in den besten Händen.

„Wir sind ganz zufrieden“, fasst Kuhlmann die Vorbereitung aus dem Strandkorb heraus zusammen. Die Stimmung im Team ist gut, das Team um „Unterschiedsspieler“ Max Picht heiß auf die Punkterunde. Dass aus dem 28er-Kader zum Start nur etwa die Hälfte der Spieler zur Verfügung steht, kann der Trainer vergleichsweise locker wegatmen. „Das ist in den Semesterferien so, dazu kommt auch noch ein Corona-Fall mit 14-tägiger Quarantäne“, so Kuhlmann. Aber alle Positionen sind besetzt – und in „drei, vier Wochen“ sei die Mannschaft dann wieder nahezu komplett.

Concordia Albachten: Gibt's die beste Saison?

Trainer Sebastian Hänsel hat die knappe Zeit perfekt genutzt: Sobald es die Schutzverordnung im Mai zuließ, versammelte er seine Schützlinge wieder auf dem Platz – mit zwei wöchentlichen Trainingseinheiten startete die Concordia ihre Vorbereitung, im Juli wurde die Dosis dann verdoppelt und in den Testspielen die Abläufe auf ihre Ligatauglichkeit getestet – jetzt darf und kann es losgehen. Die mehr als achtbare 2:4-Pokalniederlage gegen Westfalenligist TuS Hiltrup bescherte der Vorbereitung abschließend das Trainer-Prädikat „sehr positiv“. „Alle haben richtig Bock“, kann Hänsel auf Aufbruchstimmung im Team bauen. „In der Entwicklung sind wir ein gutes Stück vorangekommen, die Neuzugänge sind hervorragend integriert."

Sebastian Hänsel, Trainer von Concordia Albachten

Dass beim Derby-Start am Sonntag in Gelmer einige Spieler noch in Urlaub weilen oder Verletzungen auskurieren, beunruhigt den Trainer nicht. „Das wird immer so sein und nicht nur bei uns, dafür haben wir einen großen Kader.“ Den wird es auch brauchen, wenn das erste und wichtigste Saisonziel von Sebastian Hänsel erfüllt werden sollte: „Das Wichtigste ist, dass diese Saison durchgespielt werden kann – und nicht wieder bei 50 Prozent abgebrochen werden muss. Und dann wollen wir – auch, wenn das als Ziel nicht wirklich originell ist – so viele Spiele gewinnen, wie möglich.“ Unter dem Strich darf dann in der Abschlussbilanz gerne „die beste Bezirksliga-Saison stehen, die wir je in Albachten gespielt haben.“

GW Gelmer stellt keine Träumereien an

Ein Sieg in acht Spielen – so lautete die Bilanz der Grün-Weißen in der vergangenen, letztlich abgebrochenen Bezirksliga-Saison. Dementsprechend gibt sich Gelmers neuer Trainer Gerrit Göcking keinen Illusionen hin. „Wir können nur den Klassenerhalt als Ziel ausgeben, alles andere wäre utopisch – vor allem bei fünf Absteigern“, sagt der 30-Jährige, der in der Vorbereitung auch noch selbst am Ball war. Er räumt ein: „Das war nicht der Plan.“ Ob Göcking auch während der Saison mal eingreift, ist noch offen.

Gelmer hatte, wie so viele andere Teams auch, in der Vorbereitung mit Personalsorgen zu kämpfen. Steffen Hemesath etwa verletzte sich in einem Test schwer, zog sich einige Knochenbrüche im Gesicht zu und wird wohl mindestens bis Jahresende fehlen. Mit Pascal Altefrohne (Gremmendorf) und Marco Lolaj (Wacker) lotste Göcking zwei ehemalige Kinderhauser Kollegen nach Gelmer. Auch Rami Abdel Ghany (Coerde) schloss sich Grün-Weiß an. Zu Beginn trifft Gelmer gleich mal auf Stadtrivale Concordia Albachten. „Die personelle Situation hat sich gebessert, unser Kader bleibt mit 22 Mann aber nicht der breiteste“, erklärt Göcking. Für den Neu-Trainer ist vor allem das Duell mit dem Aufstiegsaspiranten SC Greven 09 spannend. Coach dort ist Marcel Pielage, dessen Co Göcking bei der Westfalia war.

SC Münster 08: "Wollen unter die ersten Fünf"

Julian Wiedenhöft hatte in der Vorbereitung mit derart großen Personalproblemen zu kämpfen, dass er sogar einige Testspiele absagen musste. „Das ist mir in meiner Trainerlaufbahn das letzte Mal in der C-Jugend passiert“, erklärt er mit einer gesunden Portion Humor. Die kann er sich erlauben, weil sich die Lage am Kanal pünktlich zum Saisonstart etwas entspannt hat. Zunächst geht es zur SpVg Emsdetten, es folgen fünf weitere Auswärtsspiele, weil der heimische Kunstrasen so ramponiert ist, dass er für den überkreislichen Betrieb gesperrt wurde.

Nimmt das A-Wort nicht in den Mund: Nullacht-Coach Julian Wiedenhöft Foto: fotoideen.de

Gute Nachrichten gibt‘s bei Nullacht aber in Sachen Aufgebot. „Der Kader ist qualitativ und in der Breite besser als im Vorjahr“, sagt Wiedenhöft. Mit Malte Höppner, Luca und Nico Rehberg kehrte gleich ein Trio aus Wolbeck zurück. Niklas Wathling rückte aus der Zweiten hoch, Mathis Engbers kam aus Niedersachsen. „Wenn wir zocken konnten, sah es richtig gut aus“, meint Nullachts Trainer. Ergebnisse wie das 2:2 gegen Oberligist Rheine belegen dies. Die Kehrseite: In den Testspielen verletzten sich mit Malte Höppner, Julius Caßel, Justus Schwarzer und Mathis Bockelmann gleich vier Spieler an den Bändern, Luis Potthoff riss sich das Kreuzband. Das A-Wort nimmt Wiedenhöft vor dem Bezirksliga-Start ohnehin nicht in den Mund. „Wir wollen unter die ersten Fünf kommen“, sagt er und erklärt: „Für mich ist Greven 09 das Maß aller Dinge.“ Nullacht peilt einen Platz in der Verfolgergruppe an. „Wir schauen nur auf uns – und von Spiel zu Spiel“, sagt Wiedenhöft. Die drei Euro ins Phrasenschwein zahlt der Nullacht-Trainer gerne.

Und so sieht's beim VfL Wolbeck aus (Staffel 7)

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