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Fußball: Interview

Neustart bei Borussia: Bouraimas zweijährige Leidenszeit endet

Münster

Fast zwei Jahre lang bestritt Hafani Bouraima kein Fußballspiel mehr, ein Knorpelschaden im Sprunggelenk war schuld. Jetzt ist der 18-Jährige, der schon für den BVB auflief, zurück bei Borussia Münster – und greift wieder an.

Er greift wieder an: Hafani Bouraima (r.) möchte bei Bezirksligist Borussia Münster zu alter Stärke zurückfinden. Im Kreispokal gegen Greven 09 legte er blendend los, traf beim 2:0 doppelt. Foto: Sven Thiele

Hafani Bouraima hat zwei Seuchenjahre hinter sich. Er erinnert sich noch gut: Am 12. September 2020 hatte der Offensivspieler im Trikot von Preußen Münsters U 19 den Keeper von Hannover 96 schon umkurvt und wollte gerade den Ball ins Tor schieben, als der Torwart nach seinem rechten Fuß griff und ihn festhielt. Bouraima verletzte sich in dieser Szene schwer, eine Schraube verleiht seinem Sprunggelenk seither Halt. Für Preußens U 19 hat er in zwei Spielzeiten keine Partie mehr bestritten. Jetzt ist der 18-Jährige zurück bei Borussia Münster – und sprach mit Redaktionsmitglied Jonas Austermann.

Die wichtigste Frage gleich zu Beginn: Wie geht’s Ihnen?

Bouraima: Die Vorbereitung war nach meiner zweijährigen Verletzung nicht so einfach, aber ich habe viel trainiert und unser Coach Henry Hupe unterstützt mich sehr. Wir haben viele Gespräche geführt, er hat mich auch ermutigt, in Eins-gegen-eins-Situationen zu gehen.

Das hat gleich im Kreispokal super geklappt. Sie haben beide Tore beim 2:0 gegen Greven 09 erzielt. Merken Sie noch etwas von Ihrer Verletzung?

Bouraima: Ich hatte einen Knorpelschaden im rechten Sprunggelenk und mir ist eine Schraube eingesetzt worden. Die kommt demnächst raus und dann muss ich noch mal pausieren. Wie lange genau, weiß ich aber noch nicht. Mein rechter Fuß ist eh nicht der allerbeste, seit der Verletzung ist er noch etwas schwächer geworden.

Der Knorpelschaden war nicht Ihre erste schwere Verletzung, bei Borussia Dortmund bremste Sie ein Meniskusriss aus.

Bouraima: Das war sehr ärgerlich. In der U 16 habe ich noch viel gespielt, in der U 17 aber musste ich nach der Meniskus-OP lange pausieren. Mein Zwei-Jahres-Vertrag in Dortmund ist anschließend auch nicht verlängert worden.

In unserem Archiv findet sich ein Foto von Ihnen aus dem Jahr 2017, Sie haben den Pokal für den besten Spieler der U-15-Stadtmeisterschaft in der Hand.

Bouraima: Die Halle hat mir immer richtig Bock gemacht. Ich bin in Kumasi, Ghana, geboren und habe mit meinen Freunden viel Straßenfußball gespielt. Ich bin sehr gut auf kleinem Raum, habe eine gute Technik. Und ich hoffe schon sehr, dass ich bis zu den Hallen-Stadtmeisterschaften in Berg Fidel wieder fit bin.

Sind Sie den Schritt zurück zu Borussia ganz bewusst gegangen nach Ihrer langen Leidenszeit?

Bouraima: Ich bin mit meiner Mutter und meinen zwei Brüdern meinem Vater nach Deutschland gefolgt, als ich neun Jahre alt war – und Borussia war mein erster Verein. Ich finde diesen Neustart jetzt genau richtig. Und ganz klar: Ich will fit bleiben, mich weiterentwickeln und mit Borussia wieder in die Landesliga aufsteigen. Wenn wir so weitermachen wie bisher, bin ich sehr positiv, dass das klappt.

Und welche Ziele verfolgen Sie abseits des Platzes?

Bouraima: Ich gehe zum Adolph-Kolping-Berufskolleg, spezialisiere mich auf die Bereiche Technik und Holz. Im nächsten Jahr möchte ich entweder eine Ausbildung anfangen – vielleicht zum Schreiner – oder mein Fachabitur machen.

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