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Fußball: Landesliga

Paukenschlag in Roxel – Coach Logermann hört auf: „Völlig andere Ziele“

Münster

Trotz eines abermaligen Negativlaufs kommt diese Meldung überraschend: Oliver Logermann und sein Trainerteam verlassen den BSV Roxel nach dem Heimspiel gegen die TSG Dülmen am Sonntag. Der Coach sah keine Aussicht auf Besserung mehr.

Von Thomas Rellmann

Enttäuschter Abschied: Oliver Logermanns Vertrag lief noch bis 2024. Er kam 2021 vom SV Drensteinfurt. Foto: Wilfried Hiegemann

Damit hat auch an der Tilbecker Straße kaum jemand gerechnet. Coach Oliver Logermann hört beim BSV Roxel nach eineinhalb Jahren auf. Am Sonntag gegen die TSG Dülmen (14.30 Uhr) steht er letztmals an der Seitenlinie. Mit ihm gehen seine Assistenten Florian Quabeck und Marcel Parras sowie Torwarttrainer Helge Dahms.

Am Dienstag wurden bereits die Verantwortlichen informiert, am Donnerstagabend dann die Mannschaft. „Das war extrem emotional und hat Kraft gekostet“, so Logermann, der menschlich nichts auf das Team kommen lassen will. Doch sportlich war der Trend nicht erst mit dem Abrutschen auf einen Abstiegsplatz vor einer Woche mehr als bedenklich. Seit fünf Partien sind die Kleeblätter, die eigentlich gern um den Relegationsrang mitspielen wollten, ohne Sieg. „Wir hatten eine super Vorbereitung und einen sehr guten Start mit sieben Punkten aus drei Spielen. Doch danach muss irgendwas passiert sein“, rätselt der 37-Jährige. „Ich sehe die Fakten: Wir hatten völlig andere Ziele, dem sind wir nicht gerecht geworden.“

Logermann: „Das frisst Energie“

Natürlich gab es immer wieder Ausfälle von Leistungsträgern, doch als Entschuldigung möchte der frühere Junioren-Nationalspieler das nicht gelten lassen. „Damit würde ich es mir sehr leicht machen. Wir hatten trotzdem immer eine schlagkräftige Truppe auf dem Feld. Ich denke, dass die Jungs jetzt einen neuen Impuls brauchen.“

Verschweigen möchte Logermann nicht, dass gerade die kurzfristigen Absagen vor Trainingseinheiten, die Begründungen einzelner Spieler und insgesamt die Beteiligung ihn gewurmt haben. „Das frisst Energie, wenn man ständig umplanen muss und am Ende nur zu zehnt auf dem Platz steht. Ich hoffe, dass spätestens jetzt bei jedem angekommen ist, dass der Verein im Abstiegskampf steckt. Vielleicht muss das Team aus der Komfortzone raus.“

Alle Ansätze sind verpufft

Für den Sportlichen Leiter Aljoscha Groß beginnt die Suche nach einem Nachfolger. Logermann schwärmt trotz der Enttäuschungen der letzten Monate von einem „tollen Umfeld, einer intakten Truppe, ganz vielen Ehrenamtlern“. Gleichzeitig räumt er ein: „Wir haben taktisch viel probiert, haben die Spieler kritisiert und gepudert – doch alles hat nicht gefruchtet. Alle Ansätze sind verpufft. Wir haben nicht gesehen, wie wir den BSV auf Kurs bringen sollen.“

Die meisten der zahlreichen Akteure, die er nach Roxel mitgebracht oder gelockt hatte, dürften bleiben. „Ja, es sind viele Freunde dabei“, sagt der Noch-Trainer. „Auch deshalb möchte ich das Zepter nicht auf einem Abstiegsplatz übergeben.“ Ein Sieg am Sonntag wäre dafür also notwendig.

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