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Volleyball: Westdeutsche U-20-Meisterschaft

BW Aasee erhält aktuell keinen Lorbeer für exzellente Arbeit

Münster

Bei BW Aasee steht jungen und ganz jungen Volleyballern immer eine Tür offen. Vor allem im weiblichen Ressort leistet der Club seit vielen Jahren großartige Arbeit. Doch nicht immer erntet er die Früchte.

Von Wilfried Sprenger

Carla Fuchs (links) und Nikola Schmidt wurden bei BW Aasee ausgebildet. Inzwischen spielen sie für das Bundesstützpunktteam VC Olympia in der 2. Bundesliga. Foto: Jürgen Peperhowe

Auf dem Weg zur Westdeutschen Meisterschaft haben die U-20-Volleyballerinnen von BW Aasee die erste Hürde genommen. In Burlo gelang ihnen der Sprung in die zweite Qualifikationsrunde. So weit, so erfreulich – gleichwohl hängt der Himmel über der münsterischen Talentschmiede nicht voller wohlklingender Geigen. Molltöne dominieren die Spielserie. Denn nach aktuellem Stand der Dinge wird es für den Aasee-Nachwuchs sehr schwer, auch die Quali B zu überstehen und somit ins Landesfinale einzuziehen. Was paradox klingt, könnte somit Realität werden: Die Ausbildung, die die jungen Spielerinnen bei BW Aasee erfahren haben, war offenbar so exzellent, dass dem rührigen Club nun die Chance genommen wird, den Lorbeer zu ernten.

Jaromir Zachtrich

Sechs Talente von Blau-Weiß – und damit erheblich mehr als in den Vorjahren – wechselten in der jüngeren Vergangenheit an den Bundesstützpunkt (BSP) in der Stadt. Das belegt die außerordentlich gute Arbeit im Verein. Nun fehlen die Mädchen, die zwar weiterhin die Jugendspieler-Lizenz ihres Heimatvereins besitzen, aber laut Spielordnung „in der Regel“ nur ab Landestitelkämpfen aufwärts und nicht schon in den Qualifikationsmühlen freigegeben werden. Aasees Vorsitzender spricht von „einem Dilemma“, Ansgar Stöppler aus dem Abteilungsvorstand beschreibt die unbefriedigende Situation „als Einbahnstraße“. Beide befürchten, die Landestitelkämpfe ohne Zutun der Kaderspielerinnen nicht erreichen zu können. Schon die erste Qualifikationsrunde musste Aasee zur Hälfte mit Talenten aus jüngeren Jahrgängen bestreiten.

Die stille Hoffnung, zur finalen Qualifikation Verstärkung zu erhalten, wird sich nicht erfüllen. Der Bundesstützpunkt sieht jedenfalls weder Erklärungs- noch Handlungsbedarf. „Wir haben uns in der Sache klar positioniert und dies den Vereinen auch im August vergangenen Jahres mitgeteilt. Diese Entscheidung steht und daran wird auch nicht gerüttelt“, sagt Jaromir Zachrich.

Keine weiteren Kompromisse

Der BSP-Leiter hat „durchaus Verständnis“ für das Begehren des Vereins. Er sagt aber auch: „Aus belastungstechnischen und sportfachliche Gründen macht ein Qualifikationsturnier für die betroffenen Spielerinnen am Stützpunkt keinen Sinn. Mit der Freigabe ab Regionalmeisterschaft gibt es da ja schon einen Kompromiss.“ Einer, der die Verantwortlichen bei BW Aasee nicht glücklich macht. „In voller Besetzung würde ich der Mannschaft den Sprung zu den Deutschen Meisterschaften zutrauen“, erklärt Stöppler. Zachrich hat einen anderen Blick auf die Dinge: „Für die Spielerinnen vom BSP wäre die U-20-DM ein Feel-Good-Event mit den Mädels aus dem Heimatverein. Der Bundespokal hat einen höheren Stellenwert.“

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