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Boxen: U-19-WM

Carlotta Schünemann vom Boxzentrum greift in Alicante nach einer Medaille

Münster

Klare Worte scheut Carlotta Schünemann nicht, ebenso wenig klare Zielvorgaben. Bei der U-19-WM im spanischen Alicante möchte die Athletin vom Boxzentrum Münster aufs Podium. Dafür hat sie eine Menge getan.

Carlotta Schünemann mit ihrem Trainer Dimitry Pirushkin.

Carlotta Schünemann vom Boxzentrum Münster hat alles getan, was zu tun ist. Sie sei fit, ein Kilogramm über Wettkampfgewicht, aber das war der Plan. Am vergangenen Wochenende ging der Flieger ins spanische Alicante, jetz läuft das ein zehntägige Trainingslager, ehe am 15. November die U-19-WM startet. „Eine Medaille soll es auf jeden Fall werden“, sagt die 19-Jährige. „Sie ist wirklich gut drauf, hat mit DBV-Coach Dima Pirsuhkin Unterstützung dabei. Jetzt braucht sie nur noch etwas Losglück“, sagt Farid Vatanparast, Chefcoach des Boxzentrums.

Acht Teilnehmerinnen vom DBV

Aber erst einmal muss die Abiturientin kämpfen. Alicante wird zum Eldorado der weltbesten U-19-Boxer. Rund 650 Aktive werden erwartet, der DBV schickt acht junge Frauen in den Ring, aber nur sechs Männer. Die weiblichen Kämpfer haben in den Wochen und Monaten zuvor besser geliefert. Wie auch Schünemann. Sie wurde Deutsche Meisterin in der Klasse bis 66 Kilogramm. Zudem gewann sie den Brandenburg-Cup in Frankfurt/Oder. Nur beim Turnier in Polen gab es eine Niederlage. Aber sie besiegte im Saisonverlauf auch die französische U-19-Europameisterin. Die Leistungskurve zeigt nach oben. Ausgezahlt hat sich für sie auch der Wechsel in die niedrigere Gewichtsklasse bis 66 Kilo, vollzogen nach dem Wettkampfjahr 2021. „Ja, das liegt mir besser. Ich habe jetzt eine größere Reichweite gegenüber der Konkurrenz und die bessere Schlagkraft.“

Dennoch weiß Schünemann, dass sie diszipliniert sein muss. Wenn sie am Tag des Wiegens noch gravierend „abschwitzen“ müsste, hätte sie im Training etwas falsch gemacht und würde ihren Körper schwächen. Daher muss sie sich durchaus zurücknehmen. „Manchmal habe ich Heißhunger und vor allem Durst“, sagt Schünemann, die den Verlockungen aber widersteht.

Carlotta Schünemann

Das eine Kilo, das vor dem Abflug noch zu viel war, bekommt sie noch weg, da ist sie sich sicher. Auch Bundestrainer Andreas Schulze setzt auf sie, Pirushkin wurde als Honorartrainer für die U-19-WM zudem vom Verband verpflichtet. Auch hier ist vieles gerichtet für Schünemann und einen guten Turnierverlauf. „Alles läuft auf diese WM hinaus. Ich habe mich voll darauf konzentriert, bis zu dreimal am Tag trainiert“, erzählt sie.

Die Athletin hat einzig die WM im Visier, eine Medaille soll es sein. Im Vergleich mit den weltbesten Boxerinnen ihrer Altersklasse ist Schünemann bereit. Und wenn alles vorbei ist nach der fast einjährigen Tortur? Die Boxerin lacht, sie hat da eine Idee: „Dann freue ich mich auf ein richtig fettiges Essen.“

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