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Ehemalige Schwimmerin

Caroline Ruhnau heißt jetzt Mejow - und ist zurück in Handorf

Münster

20 Jahre nach ihrem Abschied vom TSV Handorf ist Caroline Mejow (ehemals Ruhnau) zurück bei "ihrem Verein". Wie es dazu kommt, was die ehemalige Profi-Schwimmerin dort macht und

Handorfs neue Geschäftsführerin Caroline Mejow mit dem Vorsitzenden Martin Heep (l.) und Kassierer Stefan Schurmann. Foto: privat/TSV Handorf

Nach 20 Jahren schließt sich für Caroline Mejow der Kreis. Die 37-Jährige ist zurück beim TSV Handorf, hat am 1. März ihre Stelle als erste hauptamtliche Geschäftsführerin angetreten. Beim Nachnamen Mejow klingelt es nicht gleich? Kein Wunder, Carolines Geburtsname ist Ruhnau. Und mit diesem sorgte die Schwimmerin zu ihrer aktiven Zeit für Furore, wurde mehrfach Deutsche Meisterin, gewann Gold, Silber und Bronze bei Europameisterschaften. Jetzt aber ist Ruhnau alias Mejow wieder da, wo alles begann.

„Beim TSV Handorf bin ich großgeworden“, sagt sie. „Das ist mein Verein.“ Ab sofort arbeitet Mejow 30 Stunden pro Woche für den Club, nachmittags hat sie weiterhin Zeit für ihren zweijährigen Sohn. „Ich war jetzt zwei Jahre zu Hause und bin sehr froh, wieder mit der Arbeit starten zu können. Dass das im Sport klappt, ist umso schöner“, sagt die 37-Jährige.

Gerne hätte Mejow schon nach einem Jahr Elternzeit wieder einen Job angenommen, doch die Suche gestaltete sich schwierig – gerade weil es auf Teilzeit-Basis sein sollte. Über die sozialen Medien und Tipps aus der Familie wurde sie auf die neu geschaffene Stelle beim TSV aufmerksam. Mejow musste anschließend einen ganz normalen Bewerbungsprozess durchlaufen. Der Draht nach Handorf ist aber noch immer ein kurzer gewesen, die ehemalige Schwimmerin ist regelmäßig zum Kinderturnen mit ihrem Sohn zu Gast beim TSV.

Aufbruchstimmung beim TSV Handorf

„Jeder sucht nach einer Aufgabe, die einen erfüllt – umso schöner, dass ich die beim TSV gefunden habe“, meint Mejow. Neben klassischen kaufmännischen Aufgaben wie der Buchhaltung will die 37-Jährige ihre Marketingkenntnisse einbringen und dem Verein helfen, das Netzwerk zu erweitern.

Der Club befindet sich gewissermaßen im Aufbruch. Er erhält für über fünf Millionen Euro einen Neubau an der Hobbeltstraße – die neue Geschäftsstelle wurde schon Anfang Februar bezogen. „Mit der neuen Anlage ist vieles möglich, es ergeben sich dadurch viele Chancen“, sagt Mejow. Sie ist gleich zu Beginn etwa an der Suche nach Studioleiter für das entstehende Gesundheits- und Fitnessstudio beteiligt. Alleine ist Mejow dabei nicht, Petra Hoffknecht leitet die Geschäftsstelle und ist auch weiter an Bord.

Ruhnau: EM-Medaillen und Olympia in London

Bis 2002 ist Mejow mehr oder weniger beim TSV heimisch gewesen. Sie schwamm für die SGS Münster, ihr Stammverein aber war Handorf. Mit 18 Jahren dann wagte Mejow – damals noch als Ruhnau – den Sprung zur SG Essen. Neben bereits erwähnten Medaillen steht die Olympia-Teilnahme 2012 in ihrer Vita. „Nach den Spielen in London habe ich für mich gesagt, dass es mir zu wenig ist, nur zu schwimmen“, erzählt Mejow.

Caroline Ruhnau bei den Olympischen Spielen 2012 in London. Foto: Imago/Sven Simon

Sieben Monate arbeitete sie in der Marketingabteilung des Fußballclubs RW Essen, 2014 zog es sie zu Karstadt Sports, wo Mejow am Ende Abteilungsleiterin im Visual Merchandising war. Anfangs liefen Job und Sport nebeneinander. „Als ich angefangen habe, in Vollzeit zu arbeiten, konnte ich das Schwimmen noch nicht mit reinem Gewissen aufgeben“, sagt Mejow. „Ich habe schon noch mit einem Auge auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro geschielt.“

Karriereende statt Rio-Abenteuer

Die Arbeit bei Karstadt und das Kachelnzählen als Vorbereitung auf Rio waren letztlich aber nicht so in Einklang zu bringen, dass es sportlich Sinn gemacht hätte. 2016 streifte Mejow den Schwimmanzug und die Badekappe ein letztes Mal ab. „Mit knapp 32 Jahren war’s der perfekte Zeitpunkt. Ich habe die Entscheidung keine Sekunde bereut“, sagt sie.

Caroline Ruhnau wurde im Sommer 2019 zu Mejow, lebte mit ihrem Mann zunächst weiter in Essen. Nach ihrer Elternzeit war aus Karstadt Sports Sport Scheck geworden, ihre Stelle gab es nicht mehr. Die junge Familie zog wieder zurück in Carolines Heimat. „Wir wollten Opa und Oma in unserer Nähe haben, um auf ihre Hilfe zurückgreifen zu können“, sagt Mejow, die nun in Westbevern wohnt. Mehrmals die Woche aber macht sie sich auf den Weg nach Handorf – dorthin, wo alles begann.

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