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Fußball: Kreisliga B

Centro Español zieht Team zurück – und feiert ein vorerst letztes Fest

Münster

Das Mannschaftssterben im Fußballkreis Münster geht weiter: Nach prominenten Vorgängern hat es nun auch Centro Español erwischt. Wie ist es so weit kam, welche Schritte geplant sind und was der Kreis dazu sagt.

Sind vorerst nicht mehr am Ball: Die Fußballer von Centro Español haben ihre Mannschaft vom Spielbetrieb in der Kreisliga B3 zurückgezogen. Foto: Centro Español

Es hat den nächsten Münsteraner Fußballclub mit langer Tradition erwischt: Centro Español hat sein Team vom Spielbetrieb in der Kreisliga B3 zurückgezogen und steht als erster Absteiger in die C-Klasse fest.

„Diese Entscheidung haben wir nicht getroffen, weil die Mannschaft kaputt wäre oder weil es Stress gegeben hätte, sondern weil wir sehr viel Pech mit Langzeitverletzten haben“, erklärt Vorstandsmitglied Juan Casanova. Unter anderem haben vier Spieler ein ärztliches Sportverbot erteilt bekommen.

Im November trat Centro mit nur zehn Mann gegen den FC Polonia (0:5) an, der ursprünglich mal 27 Mann starke Kader schrumpfte Woche für Woche. „Am Ende standen uns nur noch sechs, sieben Spieler zur Verfügung, die wirklich fit waren. So bringt es nichts mehr“, sagt Casanova. „Es war eine Zumutung für den Trainer.“ Coach Luis Felipe Borges da Costa musste sogar selbst mit ran.

Rettet die nächste Generation Centro?

Casanova hebt im Zuge der Abmeldung deutlich hervor, dass er fast allen Mannschaft in der B-Liga dankbar ist. Immer wieder bat Centro kurzfristig um Verlegungen, nahezu alle Gegner stimmten zu. „Das ging sehr fair zu“, erklärt das Vorstandsmitglied.

An den Hallen-Stadtmeisterschaften darf Centro trotz des Rückzugs aus dem Spielbetrieb teilnehmen und wird das auch – vermutlich mit acht, neun Spieler. Norbert Krevert, Vorsitzender des Fußballkreises Münster, warb dafür, dass der Verein am Berg Fidel mitmischt. Er sagt: „Ich kenne den Kreis nicht ohne Centro Español.“

Nach einer Winterpause trainiert Centro weiter, will die aktuelle Truppe zusammenhalten und sich im Frühjahr Gedanken über die nächsten Schritte machen. „Wir werden alles geben, um neue Spieler zu begeistern – wie damals“, sagt Casanova und meint die Saison 2015/2016, als der in Hiltrup heimische Club keine Mannschaft meldete. Nach einem Jahr Pause aber ging’s weiter.

Krevert und Kreis arbeiten an Lösung

Hoffnungslos sind die Spanier und Spanienliebhaber auch dieses Mal nicht. „Es wächst eine neue Generation von Fußballern heran, die Verbindungen zu Centro hat. Noch sind die 14, 15 oder 16 Jahre alt, aber in vier oder fünf Jahren könnte sich unsere Lage dadurch verbessern“, sagt Casanova.

Norbert Krevert, Vorsitzender des Fußballkreises Münster, sieht die Entwicklung „mit Bedauern“. Vor Centro Español hatten sich schon Teutonia Coerde, die SG Dyckburg und der SC Türkiyem vom Spielbetrieb zurückgezogen. „Wir nehmen das sehr, sehr ernst“, sagt Krevert, der versichert: „Das ist längst ein Thema im Fußballkreis, wir arbeiten an Lösungen.“ Schon im Frühjahr 2023 könnte es Konkretes geben.

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