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Football: Super Bowl

Coaches der Blackhawks und Mammuts hoffen auf die Bengals

Münster

Der Superbowl elektrisiert die Football-Fans weltweit – und natürlich auch Münster, das sich klammheimlich zum klitzekleinen Epizentrum der spektakulären Kollisionssportart gemausert hat. Alexander Naretz und Sascha Krotil, die Trainer der Blackhawks und Mammuts, fiebern dem Sonntag entgegen – und erklären, warum.

Von Ansgar Griebel

Aufsteiger der Saison und Hoffnungsträger der Cincinnati Benagls: Quarterback Joe Burrow. Foto: Imago/Icon SMI

Sascha Krotil und Alexander Naretz fühlen sich pudelwohl in Münster, hier lässt es sich leben – und erstaunlich gut Footballspielen. Doch es gibt diese eine Nacht im Jahr, da wünschen sich die Trainer der Mammuts und der Blackhawks weit, weit weg – über den großen Teich ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten und ins Mutterland ihres Sports, der nicht weniger ist als eine Herzensangelegenheit.

Krotil und Naretz seit Wochen im Fieber

In der Nacht von Sonntag auf Montag an diesem Wochenende ist es wieder so weit – in den USA steigt der Superbowl, das weltweit größte Sportspektakel natürlich im teuersten Stadion der Welt. 70 000 Menschen fasst das SoFi-Stadium in Los Angeles normalerweise, für das Finale zwischen den LA Rams und den Cincinnati Bengals wird auf 100 000 aufgestockt – ein vielfaches an Tickets könnte verkauft werden. Mit Eminem und Snoop Dog haben sich Weltstars der Musik-Szene zur Halbzeit-Show angesagt. Und das ist dann wohl schon fast das Einzige, was Krotil und Naretz gar nicht oder bestenfalls am Rande interessiert. Die Football-Experten aus Münster sind seit Wochen im Fieber, spricht man sie auf das große Spiel an, dann sollte man ein wenig Zeit mitbringen.

Alexander Naretz, Coach der Münster Blackhawks  Foto: privat

Naretz und Krotil sind dabei erstaunlich einig, was die Einschätzung dieses Finals angeht. Natürlich haben auch sie den Top-Favoriten aus Los Angeles ganz oben auf der Liste, doch die Herzen der münsterschen Cheftrainer schlagen für den krassen Außenseiter aus Cincinnati. „Es ist doch klar, LA hat eine unfassbare Qualität“, sagt Krotil, „die Mischung aus den erfahrenen Leistungsträgern um Quarterback Matthew Stafford und den Stars, mit denen sich die Mannschaft noch verstärkt hat, ist das Beste, was die Liga zu bieten hat.“

Punktsieg für die Rams

Naretz beschreibt die Starauswahl aus Hollywood als das Team, „das man sich beim Videospiel Madden zusammenstellen würde, wenn es kein Etat-Limit gäbe.“ Die Besten der Besten also, eingestellt und betreut von einem jungen Trainer der neuen Generation. „Sean McVay kommt aus der Shanahan-Schule“, sagt Krotil über den 36-Jährigen, der bei Trainer-Legende Mike Shanahan gelernt hat und im Halbfinale dessen Sohn Kyle Shanahan als Headcoach der San Francisco 49ers im kalifornischen Derby aus dem Rennen geworfen hat. „Ein überragender Coach“, bestätigt Naretz. Klarer Punktsieg der Juroren aus Münster also für die Rams, die zudem ein Finale dahoam bestreiten dürfen.

Sascha Krotil, Trainer der Münster Mammuts Foto: Peter Leßmann

Ob das allerdings ein Vorteil ist, wagt Naretz zu bezweifeln. Der Mann, der sich im Cage der Münster Blackhawks an der Sentruper Höhe besonders wohl fühlt, sieht im Heimrecht der Rams auch Probleme. „Das erhöht den Druck zusätzlich, den die Truppe als Favorit ohnehin hat. Zudem werden die Tickets da auch gerecht zwischen den Fanlagern aufgeteilt und die Rams sind ja auch erst vor fünf Jahren aus St. Louis an die Westküste gezogen.“

Football-Märchen erwünscht

Druck wiederum verspüren die Bengals gar nicht. „Die können das ganz entspannt angehen“, prophezeit Krotil. Ihren Weg ins Finale pflastern Siege gegen die Tennessee Titans und die Kansas City Chiefs. „Sensationell“, sagt Krotil. „Nicht zu erwarten“, meint Naretz. Am Sonntag trauen beide dem Außenseiter die nächste Sensation zu. „Warum nicht“, so Naretz. „Ich würde mich freuen“, sagt Krotil. Es wäre dann auch die Geschichte von Quarterback-Newcomer Joe Burrow, den die Benagls vor zwei Jahren als First-Draft-Pick verpflichteten – und der nach einer Verletzung seine erste volle Saison spielt.

Leitfigur der Starauswahl aus Los Angeles: Rams-Quarterback Matthew Stafford. Foto: Imago/Cliff Welch

Sollte die mit dem Titel enden, wäre das nichts anderes als ein Football-Märchen. Und genau diese Märchenstunde würden Krotil und Naretz am Sonntag gerne erleben. Naretz und seine Blackhawks gemeinsam auf der großen Leinwand im Cineplex, Krotil und die Mammuts im Corona-Modus verteilt – mitfiebern werden jedoch alle gemeinsam.

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