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Coastal-Rudern

Ein Hauch von Baywatch: Münsteraner Hopf ist Teil des Nationalteams

Münster

Die Trainingsmöglichkeiten in Münster sind mangels Meeresufer vergleichsweise bescheiden – und dennoch ist der Münsteraner Johannes Hopf ab sofort Teil der deutschen U-19-Nationalmannschaft im Coastal-Rudern.

Von Ansgar Griebel

Die letzten Meter für Johannes Hopf nach seinem 500 m langen Ruderslalom im Meer. Foto: privat

Ein ganz klein bisschen Mitch Buchannon steckt dann doch in Johannes Hopf: Zumindest den kurzen Sprint über den sandigen Strand bis zum Wasser haben der Baywatch-Titelheld und der 17-jährige Münsteraner gemeinsam – und vielleicht noch den dazugehörigen durchtrainierten Body.

Doch statt der von Buchanan-Darsteller David Hasselhoff geschulterten Rettungsboje bevorzugt Hopf für den Wassergang sein Ruderboot – und dann wird es ernst. In einem modifizierten Gig-Boot geht es im Slalom 250 Meter weit raus aufs offene Meer, um ein Boje herum und auf dem gleichen Weg zurück – und zum Abschluss noch einmal der Baywatch-Sprint zurück zum Start. Fertig ist ein Coastal Rowing Beach Sprint.

Sport mit Olympischen Ambitionen

Kein Fernsehspaß und kein Funsport, wie Johannes Hopf betont: „Ein echter Sport, da ist gute und solide Rudertechnik gefragt“, sagt das Talent vom RV Münster, und „eine gewisse Frustrationstoleranz“. Denn das vergleichsweise ruhige Wasser auf den traditionellen Regattastrecken pflegt sich am Meeresstrand gerne ein wenig auszutoben. Die berüchtigten Krebse gibt es hier zuhauf, da heißt es ruhig bleiben und den Rhythmus nicht verlieren.

Und weil gute Rudertechnik bekanntermaßen die Paradedisziplin des RVM ist, hat sich der Ruderer aus der münsterischen Tiefebene vor Wochenfrist in Flensburg souverän für die vierköpfige deutsche U-19-Nationalmannschaft im ­Coastal Rowing qualifiziert. „Wir sind zwei Jungs und zwei Mädels“, erzählt der angehende Abiturient vom Paulinum – und zu viert geht es am letzten Herbstferienwochenende im Oktober zur Coastal-Weltmeisterschaft nach Saundersfoot Beach.

Im britischen Pembrokeshire erlebt die junge Sportart einen Testlauf, der im besten Fall zu den Olympischen Spielen 2028 führen soll. „Diese Planung zumindest gibt es.“ Die Olympiamacher sehnen sich nach jungen Sportarten mit hohem Kultpotenzial. Johannes Hopf wäre dann gerade mal 23 Jahre jung – im besten olympischen Alter.

Teil von Olympia 2028 in Los Angeles?

Bis dahin ist es noch ein langer Weg, den Johannes Hopf aber mit seinen beiden jüngeren Brüdern Daniel und Sebastian gehen könnten. Die 15-Jährigen feiern bereits im September ihre Nationalmannschaftspremiere und vertreten Deutschland beim Baltic-Cup im dänischen Aarhus. Schon nicht schlecht, aber da macht der Olympia-Gastgeber von 2028 noch etwas mehr her – und es kommt zusammen, was zusammengehört: In Los Angeles würde der olympische Coastal-Rowing-Wettbewerb von den Jungs und Mädchen von Baywatch gesichert.

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