1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. „Trainer muss damit leben“ – Wacker-Torjägerin Große Scharmann im Interview

  8. >

Fußball: Westfalenliga Frauen

„Trainer muss damit leben“ – Wacker-Torjägerin Große Scharmann im Interview

Münster

Wacker Mecklenbecks-Trainer Felix Melchers kann sich auf Katrin Große Scharmann verlassen. Die Spielerin kann überall auf dem Platz eingesetzt werden, egal ob Sturm, Mittelfeld, oder sogar Innenverteidigung. Überall bringt sie Leistung.

Von Johan Sühling

Fokus auf den Ball: Katrin Große Scharmann ist in dieser Saison wieder zur Leistungsträgerin bei Wacker geworden. Foto: Wilfried Hiegemann

Katrin Große Scharmann hat einen Lauf. Seit sie von Trainer Felix Melchers in dieser Saison auch im Sturm eingesetzt wird, hat die Spielerin von Wacker Mecklenbeck bereits fünf Buden erzielt und hilft somit aktiv gegen die beinahe schon traditionell schlechte Chancenverwertung ihrer Mannschaft.

Zentrales Mittelfeld, Sturm einmal sogar für eine Innenverteidigerin eingewechselt. Was ist Ihre Lieblingsposition?

Große Scharmann: Das ist schwierig. Innenverteidigung passiert allerdings selten bis gar nicht. Ich verteile sehr gerne die Bälle auf der Sechs, seitdem ich aber vorne auch treffe, werde ich auch gerne da eingesetzt. Hauptsache spielen.

Mit fünf Toren sind Sie in der Liga bislang die beste Torschützin bei Wacker. Sind sie das fehlende Puzzlestück im Angriff?

Große Scharmann: Das wäre auf jeden Fall ein schönes Lob. Ehrlicherweise war bei drei von fünf Toren die Vorarbeit so stark, dass ich den Ball nur noch reinschieben musste. Dass ich also das fehlende Puzzlestück bin, ist vielleicht doch etwas zu hoch gegriffen.

Die letzte Saison hat das Team auf Platz vier abgeschlossen. Ist für Sie in dieser Saison schon der Aufstieg drin?

Große Scharmann: Jetzt ist ja erst die Hinrunde, das kann man noch nicht sagen. Nachdem wir in den letzten Jahren aber immer oben mitgespielt haben, ist es schon irgendwann unser Ziel. Wir hatten bislang einige schwächere Gegnerinnen, die nächsten Spiele gegen Tabellenführer FC Iserlohn und Germania Hauenhorst werden also eher ein Fingerzeig sein, wo es hingeht.

Gegen den ungeschlagenen Ersten Iserlohn geht es an diesem Wochenende, was gibt es da für Sie zu holen?

Große Scharmann: Das ist schon ein echt guter Gegner, aber ich bin ziemlich zuversichtlich, da wir eine heimstarke Mannschaft sind. Wir sind besonders motiviert, bis auf einen Punkt an Iserlohn ranzukommen. Wir werden versuchen, unser Spiel aufzuziehen und uns nicht so sehr dem Gegner anpassen.

Wie sieht ganz allgemein die Spielweise aus?

Große Scharmann: Wir kommen vor allem über unsere Laufstärke. Der Gegner muss aber auch mitspielen, damit wir im Raum hinter der Kette unsere schnellen Stürmerinnen finden können. Meine Stärke liegt allerdings eher darin, den Ball zu halten und zu verteilen, weniger in der Laufstärke (lacht). Meine Spielweise passt also auch gegen tief stehende Teams.

Ihre Mannschaft hat nur wenige Veränderungen zur Vorsaison durchlaufen und ist im Großen und Ganzen zusammengeblieben. Wie wirkt sich das auf die Stimmung aus?

Große Scharmann: Dadurch, dass wir jetzt seit Jahren zusammenspielen, sind wir eigentlich alle miteinander befreundet und machen viel zusammen in der Freizeit. Wir fahren im Sommer auch häufig gemeinsam in den Urlaub, das hat auch Einfluss auf die Trainingsbeteiligung in der Vorbereitung, als sich eine Mannschaft fast von selbst aufgestellt hat. Da war ich auch unterwegs. Jetzt sind alle wieder da – und das bedeutet Konkurrenzkampf.

Und was heißt das für das Teamgefüge?

Große Scharmann: Natürlich ist man enttäuscht, wenn man nicht in der Startelf steht, aber ich glaube, niemand ist sauer auf die Mitspielerinnen. Vielleicht eher mal auf den Trainer. Aber damit muss er ja leben.

Startseite