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Tennis: Herren-30-Bundesliga

Dämpfer! TC Union verliert in Espelkamp nach 4:2-Führung

Münster

Die Herren 30 des TC Union Münster haben sich in der Bundesliga einen Fehlstart geleistet – und mit dem hatten auch nach den Einzeln wohl nur die wenigsten der 250 Zuschauer noch gerechnet. Denn beim TV Espelkamp-Mittwald führte der Aufsteiger schon mit 4:2, hatte gar Matchbälle zum fünften Punkt, um dann alle drei Doppel abzugeben.

Von Henner Henning

Hatte im Einzel drei Matchbälle, unterlag aber dann noch: Luca Vanni, der mit Union 4:5 in Espelkamp verlor. Foto: Imago/Nordphoto

Mit einer bösen Überraschung ist die Premiere des TC Union Münster in der Herren-30-Bundesliga ausgegangen. Der Aufsteiger, der mit dem Ziel, Deutscher Meister zu werden, angetreten ist, unterlag trotz starker Besetzung beim TV Espelkamp-Mittwald mit 4:5 (4:2) und muss nun um Platz eins in der Nordstaffel bangen. Nur dieser berechtigt zur Teilnahme am DM-Finale gegen den Süd-Ersten.

Viel hat nicht gefehlt, und der TCU hätte schon nach den Einzeln als Sieger festgestanden. Dudi Sela, Münsters Israeli an Position zwei, gewann nach anfänglichen Problemen gegen den Italiener Enrico Burzi 7:5, 6:1. Michal Przysiezny hatte beim 6:0, 6:1 gegen Andreas Thivessen so gar keine Schwierigkeiten.

Es lief für Münster in der ersten Einzelrunde, zumal Luca Vanni in einer unfassbar engen Partie gegen den Niederländer Jesse Timmermans auf Siegkurs war und nach dem 7:6 (7:2), 6:7 (6:8) im Match-Tiebreak beim 9:6 drei Matchbälle hatte. Allein er nutzte sie nicht, war in den entscheidenden Ballwechseln „ein bisschen zu passiv“, wie Teamchef Bastian Kötter befand. „Aber Timmermans hat sie auch mutig abgewehrt.“

Auch Verdasco knackt Ouanna nicht

Dass diese liegengelassenen Möglichkeiten am Ende des Tages den Ausschlag gaben, war da noch nicht zu ahnen. Denn Union legte in den verbleibenden Einzeln nach: Igor Sijsling, der im Aufstiegsjahr ungeschlagen blieb, arbeitete sich zum 7:6 (7:4), 4:6, 10:4-Erfolg gegen den Franzosen Gregoire Burquier, Adrian Ungur fertigte Florian Lemke mit der Höchststrafe ab.

Und als Fernando Verdasco im Top-Duell mit Espelkamps Franzosen Josselin Ouanna nach dem 5:7 den zweiten Satz mit 6:1 gewonnen hatte und im Match-Tiebreak 3:2 führte, sah es gut aus für den Gast. Doch beim sechsten Ballwechsel des finalen Abschnitts, in dem sich Verdas­co einen Vorteil erspielt hatte, rollte ein Ball vom Nachbarplatz ins Feld. Die logische Folge: Wiederholung des Punkts.

Fernando Verdasco, die Nummer eins des TC Union, unterlag gegen Espelkamps Franzosen Josselin Ouanna. Foto: Imago/NurPhoto

Es war der Startschuss für Ouannas Comeback, der sieben Punkte in Serie machte und damit in der Bundesliga weiter unbezwungen ist. „Da hatte Fernando auch ein bisschen Pech“, kommentierte Kötter den etwas unerwarteten Rückschlag.

Teurer Fehler bei der Doppel-Aufstellung

So ging es mit einem 4:2-Zwischenstand in die Doppel, bei deren Aufstellung „wir dann einen Fehler gemacht haben“, sagte Kötter. Anstatt Vanni, der nach einer wetterbedingt turbulenten Anreise in der Nacht zuvor kaum geschlafen und dazu ein hartes Einzel in den Beinen hatte, rauszulassen, spielte er mit Michal Przysiezny das dritte Doppel – und verlor dies gegen Burzi/Jens Janssen 6:3, 3:6, 6:10.

Ungur und Alexander Lazov wären laut Kötter die bessere Alternative für das dritte Doppel gewesen. „Das hätten sie nicht verloren.“ Und da Sijsling wegen einer Armverletzung an der Seite von Ungur aufgeben musste und Verdasco/Sela überraschend Ouanna/Lemke 6:1, 4:6, 8:10 unterlagen, gab es die nach den Einzeln kaum mehr für möglich gehaltene Niederlage.

„Unglücklicher geht es nicht. Wir brauchen jetzt Schützenhilfe, damit wir es wieder in der eigenen Hand haben“, sagte Kötter mit Blick auf Espelkamps Duell am 4. Juni mit dem Deutschen Meister Buschhausener TC.

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