1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Der RVA macht sich zum Superstar – Albachten gewinnt die Bauernolympiade

  8. >

Reiten: Agravis-Cup

Der RVA macht sich zum Superstar – Albachten gewinnt die Bauernolympiade

Münster

Von Platz drei raus auf den Thron der Bauernolympiade. Der RV Albachten hat sich im abschließenden Springen des Wettkampfs um die Wanderstandarte der Stadt Münster mit vier Nullrunden zum großen Sieger gekürt – und das im Jubiläumsjahr des Vereins. Leidtragender war der RFV Nienberge-Schonebeck, der nach zwei Disziplinen noch geführt hatte.

Von Michael Schulte und Henner Henning

Die glücklichen Sieger des RV Albachten feiern ihren Sieg bei der Bauernolympiade. Foto: Jürgen Peperhowe

Eigentlich hatten sie für den Samstagnachmittag nur einen kleinen Umtrunk geplant, dann wurde es doch eine große Sause. Das Team des RV Albachten sicherte sich auf den letzten Drücker den Sieg in der Bauernolympiade. Vier Nullfehlerritte im abschließenden Springen schockten die Konkurrenz und machten den Weg frei von Rang drei nach ganz vorne. Leidtragende des Albachtener Husarenstücks waren der RFV Nienberge-Schonebeck und Titelverteidiger RFV Gustav Rau Westbevern, die sich dahinter einreihen mussten.

Die Wanderstandarte der Stadt Münster wird nun das Albachtener Vereinsheim zieren, und das passend zum 75. Geburtstag des Clubs. Völlig überraschend war das alles für zwei Parteien nicht. Denn der 25-köpfige sehr jugendliche Fanclub hatte es schon auf das Banner gepinselt, das er vorbereitet hatte: „RVA – Superstar, unser Jahr, ist doch klar.“ Und Vereinsvize Wilhelm Holkenbrink hatte es am Austritt nach der zweiten Reiterin schon prognostiziert: „Ich habe es doch gesagt, dass wir heute vier Nuller machen.“ Dass dabei auch eine Menge Zweckoptimismus im Spiel war, konnte man spätestens beobachten, als „seine“ Aktiven in der Bahn waren. Denn Holkenbrink sprang bei den Ritten der Albachtener quasi immer mit; ein, zwei Mal sogar richtig in die Luft.

Er blieb dabei genauso fehlerfrei wie Sinia Teufel auf Don Rusco, Ines Lounici auf Pauline, Anna-Giulia Savic auf Findus und Tim Scheunemann auf French Open. Lediglich Lena Maria Farwick leistete sich auf Cietje einen Abwurf, der nicht in die Wertung kam. Sie selbst ärgerte sich über den Fehler, ihr Pferd hingegen bezeichnete sie als „coole Socke“. Und das in einer „unfassbaren Atmosphäre in der Halle“, die man so nicht vorher trainieren könne.

„Ein bisschen unreal, was hier gerade passiert ist“

„Insgesamt ist das für uns alle noch ein bisschen unreal, was hier gerade passiert ist. Denn alles ging doch sehr holprig los. Vor zwei Wochen wussten wir nicht mal, ob wir überhaupt starten, und jetzt haben wir das Ding gewonnen. Unfassbar.“ Für Farwick war das alles genauso überraschend wie für die beiden Trainer. Henrike Sommer hatte das Team in der Dressur unter ihre erfolgreichen Fittiche genommen, was Sophie Holkenbrink mit dem Sieg in der A-Dressur auf Fynch Hatton und das Team mit Rang drei in der Kür belegten. Springtrainer Daniel Bauersfeld wirkte vor den Ritten entspannt. „Nachdem unsere Generalprobe in Unna-Massen voll in die Hose gegangen ist, konnte es am Samstag nur noch gut werden. Ich wusste, dass es klappt.“

Der RV Albachten legte am Donnerstag den Grundstein zum Sieg in der Bauernolympiade, den er am Samstag perfekt machte. Foto: Jürgen Peperhowe

Beste in der Dressur, Sieger in der Kür, alles sprach am Samstag für einen Triumph des RFV Nienberge-Schonebeck. Aber es war auch eine reine Nervensache, wussten sie doch nach dem Albachtener Durchmarsch, dass sie sich nur einen Springfehler erlauben durften. Dieser wurde bereits vom zweiten Reiter, Paul Haller auf Arkos Boy, „erledigt“. Zuvor hatte Anika Krimpmann auf Becks Gold eine fehlerfreie Runde hingelegt. Aber danach lief es dann nicht mehr rund. Ida Krimphove auf Colette kam mit acht Fehlerpunkten raus, Melanie Geßmann auf Fein`s Liebchen gar mit 16 und ihre Schwester Sabrina auf Calavino mit vier. Letztlich bedeutete das den zweiten Platz, mit dem Trainerin Angelika Geßmann gut leben konnten. „Wir sind sehr zufrieden und hatten viel Spaß. Gerade den Donnerstag haben wir sehr genossen. Im Springen kann immer viel passieren. Uns hat auch vielleicht ein wenig die Erfahrung gefehlt“, sagte Geßmann, die ihrer Mannschaft noch auf dem Abreiteplatz Trost spendete und zu Platz zwei gratulierte.

Was Albachten kann, das können wir schon lange, dachte sich Titelverteidiger Westbevern. Aber es langte „nur“ zu drei fehlerfreien Runden, für die Mialina Meyer auf Curly Sue, Alexandra Decker auf Light My Fire und Einzelsiegerin Sabina Schulze Beckendorf auf Quinie verantwortlich zeichneten. So mussten die zwölf Fehlerpunkte von Laura Wellenkötter in die Wertung, was letztlich Gesamtplatz drei bedeutete. „Wir sind darüber wirklich happy, nachdem es bei uns doch einen großen Umbruch gegeben hat“, meinte Schulze Beckendorf.

Startseite