Rudern: Nationalmannschaft

Deutschland sucht den Super-Zweier: Felix Brummel will den Recall-Zettel

Münster

Aus vier mach eins – beziehungsweise aus acht zwei. Am Dienstag und Mittwoch bewerben sich auf der Olympiastrecke in Oberschleißheim acht Ruderer in drei Ausscheidungsrennen auf die beiden Plätze im deutschen Zweier, der im Mai in Luzern die letzte Chance auf ein Ticket nach Tokio ergreifen will. Mittendrin statt nur dabei: Felix Brummel aus Münster.

Ansgar Griebel

Felix Brummel (l.) und Nico Merget (r.) sind Teil des Castings für Deutschland sucht den Super-Zweier. Foto: Detlev Seyb

Die Regattastrecke in Oberschleißheim hat ihren festen Platz nicht nur in den deutschen, sondern auch in den münsterschen Ruder-Annalen. Hier ruderte vor 48 Jahren Peter Funnekötter vom ARV Münster an Bord des westdeutschen Vierers ohne Steuermann zu Olympia-Bronze. Gold sicherten sich seinerzeit die Konkurrenten aus dem Osten des Landes. Inzwischen sind Ost und West längst vereint. Doch für Felix Brummel vom RV Münster geht es an diesem Dienstag und Mittwoch auf seinem langen Weg zu den Olympischen Spielen in Tokio ebenfalls in München zunächst aber wieder gegen Mitbewerber aus dem eigenen Land.

Gemeinsam mit dem Frankfurter Nico Merget muss Brummel sich in drei Rennen gegen die nationale Konkurrenz durchsetzen. Der Gewinner bleibt an Bord des Deutschland-Zweiers und startet am 17. Mai in Luzern gegen dann internationale Mitbewerber zur finalen Qualifikationsausscheidung um die letzten beiden Tokio-Tickets. In München treten Brummel/Merget gegen Marc Leske (Moers) und Malte Großmann (Hamburg), das Berliner Duo Anton Braun und René Schmela sowie Marc Kammann (Hamburg) und Philipp Syring (Magdeburg). „Drei Rennen werden gefahren, damit die Trainer Sicherheit haben und nicht ein Aussetzer die Entscheidung beeinflusst“, so Brummel. Bereits am Sonntag sind die Teams in München angekommen, am Dienstag stehen die beiden ersten Rennen an, Mittwoch folgt das letzte. Anschließend sprechen die Trainer Klartext, nehmen aber alle Kandidaten mit ins Trainingslager zum Lago Azul in Portugal.

Dort hat Brummels Vereinskameradin Ida Kruse gerade die Zelte abgebrochen. Sie ist mit dem deutschen Riemen-Kader der Frauen weiter nach Spanien gereist, wo ebenfalls mit Nachdruck an der finalen Besetzung der potenziellen deutschen Olympia-Boote gefeilt wird. Hier hat Trainer Tom Morris nach fast dreimonatiger Trainingsarbeit den Fokus neu justiert und stellt jetzt den zwischenzeitlich aussortierten Achter wieder ins Zentrum seiner Sichtung. Aus der Großbootcrew sollen dann beim ersten Weltcup der olympischen Saison vom 10. bis 12. April auch Zweier und Vierer besetzt werden. Aktuell sind die beiden ersten Weltcups in Sabaudia und Varese (1. bis 3. Mai) geplant. Beide Veranstaltungen sind abhängig von den Entwicklungen rund um das Coronavirus.

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