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Basketball: Oberliga

Die Frauen-Abteilung des UBC Münster startet mit neuem Konzept durch

Münster

Kein Aufstieg, kein Pokaltitel – und trotzdem haben die Basketballerinnen des UBC Münster eine bärenstarke Saison hinter sich mit viel Potenzial für die Zukunft. An der wird in der Frauenabteilung ohnehin konzeptionell gearbeitet. Sie soll eine Heimat bieten für alle die Basketball spielen wollen – mit Wettbewerbsdruck oder nur aus Spaß an der Freude ....

Von Ansgar Griebel

Die Aushängeschilder von Münsters Frauen-Basketball-Szene: Die Oberliga-Teams des UBC (schwarz) und von Westfalia Kinderhaus. Foto: Leßmann

Es war und ist nicht ganz leicht, sich aus dem langen Schatten der WWU Baskets Münster herauszuschleichen und zumindest einen kleinen Lichtstrahl der gleißenden Scheinwerfer zu ergattern. Münsters Vorzeige-Basketballer sind groß, erfolgreich und seit Jahren so etwas wie der Shootingstar der städtischen Sportszene.

85 aktive Spielerinnen

Und doch ist es den Spielerinnen des UBC Münster in der abgelaufenen Spielzeit gelungen, den großen Brüdern im eigenen Verein die eine oder andere Schlagzeile abzuringen. Mit beeindruckender Frauen-Power hat sich die Abteilung der Korbjägerinnen beim UBC in schwierigen Zeiten emanzipiert. 85 Aktive zählte die engagierte Trainerriege in den vier UBC-Teams und der Kooperationsformation von Westfalia Kinderhaus. Die ambitionierte Oberliga-Mannschaft um das Trainergespann Peter Lüsebrink und Markus Wagner hat bis zum letzten Spieltag um Titel und Aufstieg gekämpft und am Ende mit nur einer Saisonniederlage hauchdünn den punktgleichen Frauen des TVE Dortmund-Barop den Vortritt lassen müssen. Zudem hat sich die Truppe bis ins Finale des WBV-Pokals gespielt. Trotz der knappen Niederlage gegen den Regionalligisten TSV Hagen ein Fall für die Vereinschronik. So weit war noch nie eine Frauen-Mannschaft des UBC vorgedrungen.

Kooperation mit der Westfalia geglückt

Gleichzeitig lieferten auch die Spielerinnen von Westfalia Kinderhaus eine grundsolide Oberliga-Saison ab – als ständige Sparringspartnerinnen im gemeinsamen Training feilten sie nicht nur permanent an den eigenen Stärken, sondern hatten auch ihren Anteil am Qualitätssprung bei der UBC-Ersten. 31 Spielerinnen, die auf Oberliga-Niveau das Training zum veritablen Liga-Stresstest machen konnten. „Das ist schon sehr außergewöhnlich“, so Spartenchef Wagner, der unter dem Strich zwar keinen Titel feiern durfte, aber allemal eine Saison für das Poesiealbum erlebte.

Luft nach oben

Und dennoch ist er nicht hundertprozentig zufrieden mit der Bilanz. „Wir haben auch in dieser Saison einige tolle Erfolge eingefahren, erkennen aber auch noch Potenzial“, sagt Wagner rückblickend und vorausschauend. Im Unterbau blieben die Teams mit den Ordnungszahlen zwei bis vier in der Landes- (2) und Bezirksliga deutlich unter ihren Möglichkeiten.

Neue Strukturen im Unterbau

Darum soll in der kommenden Spielzeit die gelungene Kooperation zwischen den beiden Oberliga-Einheiten des UBC und aus Kinderhaus beibehalten, gleichzeitig aber in den Folgeteams neue Strukturen geschaffen werden. Zuviel Energie verpuffte in beiden Landesliga-Mannschaften an den Reibungsflächen der unterschiedlichen Ansprüche der Spielerinnen, die zum einen Teil mit hohem Trainingsaufaufwand und Ambitionen zur Sache gingen, zum anderen aber aus purer Lust am Basketball ihrem Hobby nachgingen – beides sehr gute und nachvollziehbare Ansätze, wie Wagner betont. Die Folge: „Beide Teams haben insgesamt nicht das gezeigt, wozu sie in der Lage gewesen wären.“

Freizeit und Wettbewerb

Das heißt nun: Die zweite Damen-Mannschaft soll mit zwei festen Einheiten und dem „für sie besten Trainer“ an höhere Aufgaben herangeführt werden und vielleicht schon in der kommenden Spielzeit um einen Oberliga-Platz kämpfen, den die Erstvertretung dann im besten Fall freigemacht haben könnte. „Zusätzlich liegen die Trainingszeiten so, dass besonders motivierte Spielerinnen auch bei der ersten Mannschaft mittrainieren können – und natürlich auch umgekehrt“, freut sich Headcoach Peter Lüsebrink über zahlreiche Besucherinnen. Für die Dritt- und Viertvertretung soll der Spaß „am Zocken“ im Vordergrund stehen. „Eine ganz wichtige Motivation für unseren Sport“, betont Wagner. Mit je einer festen Einheit sowie stets offener Tür zu einem zusätzlichen freien Training soll auch hier jede Spielerin voll auf ihre Kosten kommen.

Der Belegungsplan für die Hallen darf schon einmal als logistisches Meisterstück durchgewunken werden – jetzt müssen nur noch die letzten Planstellen besetzt werden. „Das müssen wir zugeben: Trainer und Schiedsrichter sind beim Basketball ein rares Gut“, so Wagner, der aber guter Dinge ist, das engagierte Konzept auch personell auf solide Standbeine stellen zu können. UBC-Koordinator Sven Schaffer freut sich auf die neue Saison bei den Damen: „Ich erlebe hier wie im gesamten Verein seitens der Trainer und Trainerinnen eine unheimlich hohe Einsatzbereitschaft und Leidenschaft. Wir können Frauen für jedes Niveau und jedes Interesse gute Möglichkeiten anbieten, um Basketball zu spielen.“ Dann dürfte auch in der kommenden Spielzeit ein Plätzchen im Rampenlicht sicher sein.

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