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K+K-Cup: Siege im Grand Prix und im Special

Dorothee Schneider jubelt zweimal vor Klimke

Münster

Über dieses Wochenende darf und wird sich Dorothee Schneider nicht beschweren. Im Grand Prix und im Special siegte die Team-Olympiasiegerin gleich zweimal und verwies damit Ingrid Klimke und Franziskus bei ihrem Heimspiel jeweils auf Platz zwei. Und am Nachmittag folgte dann für Schneider noch eine süße Zugabe.

Michael Schulte

Kam, sah und siegte gleich zweimal: Dorothee Schneider auf Faustus. Foto: Jürgen Peperhowe

Es muss jemanden geben, der Faustus geflüstert hat, dass in diesem Jahr die Olympischen Spiele stattfinden. Wie sonst ist es zu erklären, dass sich der zwölfjährige Wallach nach seinem mentalen Tief im vergangenen Winter so hellwach, glasklar und motiviert zum Jahresauftakt in Münster präsentierte? So stark, dass er sich als echte Alternative für die Spiele in Tokio empfahl. „Er hat sein Vertrauen zurückgefunden“, freute sich Dorothee Schneider, nachdem das Paar sowohl den Grand Prix als auch den Special in der Halle Münsterland gewonnen hatte. „Am Samstag war er sehr gut, am Sonntag hat er noch einen draufgesetzt. Wir hatten viel Spaß zusammen.“

Wenn Reiter nach erfolgreichen Auftritten das Geschehen analysieren, fangen sie in der Regel beim Pferd an. Die eigene Leistung stellen sie hinten an, die ist ja selbstverständlich. Schneider macht da keine Ausnahme: „Faustus ist ein geniales Pferd, wenn er mental offen und selbstbewusst an die Sache rangeht. Ich sage ihm immer, dass er toll ist.“ Und offensichtlich kam am Wochenende die Rückmeldung von oben auch unten an, denn der Braune gab alles.

Keine Spur von Introvertiertheit, nichts zu sehen von Zurückhaltung, auch das spezielle Viereck mit den recht nah sitzenden Besuchern bereitete ihm kein Problem. Schneider staunte: „Er macht das alles ganz locker, als wenn er das immer schon beherrscht hätte.“

War Faustus der Beste, so stellte sich Franziskus direkt dahinter an. In beiden Prüfungen auf dem Podest, zweimal Silber für den Hengst aus dem Stall Holkenbrink. Das war ganz nach dem Geschmack von Ingrid Klimke, die diese Platzierungen durchaus genießen konnte. „Am Samstag war alles gut, am Sonntag hatten wir drei Patzer, die nicht zu übersehen und sehr teuer waren. Insofern bin ich froh, dass wir noch Zweite geworden sind.“ Mit dem Zwölfjährigen hat sich die Olympiasiegerin in der Vielseitigkeit in den Olympiakader der Dressurreiter gekämpft, und es macht den Anschein, dass sich beide aus diesem illustren Kreis nicht mehr verabschieden wollen. Die Leistungen in Münster belegten das deutlich.

Heimlich, still und leise hat sich Jil-Marielle Becks an die Spitze der Dressurelite herangepirscht. In der Herangehensweise hat sie sich da ein spezielles Konzept zurechtgelegt: „Ich habe mir angewöhnt, nicht auf die Konkurrenz zu achten. Andernfalls hätte sich viel zu viel Respekt vor den großen Namen.“ So achtet sie auf sich und macht ihr Ding. Und das an diesem Wochenende in Münster so gut, dass sie beide schweren Prüfungen auf Damon‘s Satelite auf dem dritten Rang abschloss.

In der abschließenden Kür am Sonntagnachmittag gab es dann für Schneider einen weiteren Grund zur Freude. Mit Rock’n Rose erhielt sie mit 80,45 Prozent die Bestwertung und rundete damit ihr erfolgreiches Wochenende beim K+K-Cup ab.

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