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Triathlon: Ironman 70.3

Dubai, Recklinghausen, Krankenbett – Luca Heerdt im Interview

Münster

In Dubai nahm Luca Heerdt an einem spektakulären Ironman 70.3 teil. Nicht ganz zu seiner Zufriedenheit, aber letztlich alles okay. Blöd war nur, was nachher folgte. Der Starter von Tri Finish Münster lag einige Tage flach. Im Interview erzählt er, wie es dazu kam.

André Fischer

Auf Stippvisite in Dubai: Luca Heerdt Foto:

Wer einen auf dicke Hose machen will, braucht in Dubai mehr als ein professionelles Zeitfahrrad. Triathlet Luca Heerdt war nach seinem Ironman 70.3 am Persischen Golf beeindruckt von weißem Marmor, goldenen Kronleuchtern und Bauten, die in den Himmel reichen. Geld spielt in der größten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate keine Rolle. Weniger bewegt hat ihn die eigene Leistung. Platz 22 in 3:57 Stunden. Die Top 15 verfehlt. Mund abwischen – dem 24-jährigen angehenden Pädagogen (Sport, Mathe) gehört die Zukunft.

Luca, nach dem Trip waren Sie kaum in der Heimat, da hat es Sie umgehauen. So erschlagen ob der Bilder?

Heerdt: Dubai war eine Reise wert, das steht fest. Zwei Tage nach der Tour bekam ich Fieber, Husten. Ich habe die ganze letzte Woche flachgelegen. Zum Glück war ich bei meinen Eltern.

Haben Sie sich denn etwas übernommen bei Ihrem ersten großen internationalen Rennen?

Heerdt: Nein. Zu viel des Guten war, dass ich nur einen Tag später schon wieder mit der SG Ruhr bei einem Schwimmwettkampf in Recklinghausen gestartet bin. Nach den 1500 Metern war endgültig die Luft raus. Ein großer Fehler.

Sie haben sich trotzdem quälen müssen über die Distanz, das haben Sie in den sozialen Netzwerken geschrieben. Was war los?

Heerdt: Die 1,9 Kilometer im Wasser waren noch top. Auch die ersten 30 Kilometer auf dem Rad. Dann bekam ich Schmerzen in der Hüfte. Die restlichen 60 Kilometer waren eine Tortur. Den Halbmarathon habe ich mit Ach und Krach hinter mich gebracht. Ich wollte einfach nur ankommen. Wenn du nur für ein Rennen einen sechsstündigen Flug buchst, willst du ins Ziel.

Wissen Sie inzwischen schon, woher die Schmerzen rührten?

Heerdt: Ich habe ein neues Zeitfahrrad. Wir haben versucht, die alten Werte – was die Position angeht – beizubehalten. Ein bis zwei Zentimeter, könnte ich mir vorstellen, bin ich trotzdem abgewichen. Und daher die Schmerzen.

Mit dem Dresdner Alexander Schilling hatten Sie ein Mietauto. Hatten Sie Zeit, ein wenig durch die prunkvolle City zu cruisen?

Heerdt: In der Tat haben wir das gemacht. Aber nur, um zum Schwimmtraining zu kommen. Mitten in der Wüste steht da eine wahnsinnige Halle, die wir für uns ganz allein hatten. Zwei Becken mit 50-Meter-Bahnen, das eine nur fürs Aufwärmen. Unfassbar. Und etwa 20 Aufpasser – die reine Beschäftigungstherapie.

Was liegt jetzt an?

Heerdt: Ich fühle mich wieder fit, werde langsam einsteigen. Ich muss schauen, dass ich den Spagat hinbekomme. Am Montag hat mein Praxissemester begonnen. Ich werde bis zum Sommer viel in der Schule sein. Im April möchte ich für den Duathlon in Alsdorf melden. Bis dahin braucht es auch eine Menge Training. Das alles kostet Zeit.

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