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„War eine Katastrophe“: Philipp Schulze Topphoff endlich zurück im Sattel

Münster

Erst bremste ihn eine Schulterblessur aus, dann kam er beim Weltcup-Turnier in Stockholm zu Fall und musste mit einer schweren Verletzung am Bein lange pausieren. Nun aber ist Philipp Schulze Topphoff wieder im Sattel und feiert in Stuttgart sein internationales Comeback.

Von Henner Henning

Endlich zurück auf der großen Bühne: Philipp Schulze Topphoff ist wieder fit und startet in Stuttgart. Foto: Imago/Stefan Lafrentz

Man kann getrost sagen, dass Philipp Schulze Topphoff zu den Pechvögeln des Jahres 2022 gehört. Erst verletzte sich der Springreiter Ende April im Training an der Schulter und musste knapp zwei Wochen aussetzen. Und als der 24-Jährige gerade wieder zurück im Parcours war, erwischte es ihn erneut. Am 19. Juni, auf der achten Etappe der Global Champions Tour in Stockholm, stürzte er mit seiner Stute Carla.

Die niederschmetternde Diagnose damals: fünffacher Bruch im Fuß, Außenband gerissen und dazu der Schienbeinkopf beschädigt. Erneute Operation, erneute Zwangspause, die sich schier unendlich hinzog für Schulze Topphoff. Doch mittlerweile sitzt er wieder im Sattel, feierte schon beim Agravis-Cup sein zweites Turnier-Comeback des Jahres und kehrt ab Donnerstag auch wieder zurück auf die Weltcup-Bühne. In Stuttgart, beim German Masters.

„Das wurde aber auch Zeit“

„Das wurde aber auch Zeit, es hat letztlich ja über vier Monate gedauert. Das war gefühlt eine Katastrophe“, sagt Schulze Topphoff, der 2021 Erfolg um Erfolg feierte und sich für das Weltcup-Finale im April dieses Jahres qualifiziert hatte. Ehe das Pech doppelt zuschlug. Lange durfte der in Havixbeck beheimatete und für den RV Roxel startende Schulze Topphoff sein verletztes Bein nicht belasten, war an Krücken und wahlweise mit einem kleinen Elektromobil unterwegs. Wer den tatenlustigen Springreiter kennt, weiß, wie hart die Zeit als Zuschauer für ihn gewesen sein muss. Doch die Fortschritte, die er während der Reha im ZAR an der Grevener Straße machte, gaben ihm Zuversicht und Auftrieb. Geduld, nicht unbedingt der beste Kumpel eines verletzten Leistungssportlers, war dennoch gefragt.

Auch Klimke ist dabei

Doch seine Leidenszeit hatte ein Ende. Erst ging es vorsichtig zurück in den Sattel, dann nahte sein Turnier-Comeback. In der Woche vor seinem Start in Oldenburg verspürte er „richtig Bock“. Zugeschaut hatte er ja schließlich lange genug. Sein erster Ritt mit Clemens de la Lande brachte ihm in der Mittleren Tour nach einem Abwurf Rang 22 – doch das war nebensächlich. Hauptsache, er war zurück. „Das Gefühl war noch etwas ungewohnt. Aber irgendwie ist es wie Fahrradfahren. Das verlernt man nicht“, sagt er.

Vorfreude auf internationales Event

Nun also steht Stuttgart an, eine Nummer größer als Oldenburg. Ebenso die Vorfreude, auch international wieder mitzumischen. Obwohl er keinen der raren Plätze für die Weltcup-Prüfungen erhalten hat. „Das kann ich aber nachvollziehen, die anderen haben ja gute Leistungen gebracht“, sagt der U-21-Europameister von 2019, dessen Top-Pferde Concordess, Clemens de la Lande und Carla zunächst eine längere Pause genossen und dann von Vater Bernd für das Comeback des Sohnes vorbereitet wurden.

Dieses führt ihn über Oldenburg und Marl nach Stuttgart, geplant sind noch Starts in Genf (U-25-Tour), Frankfurt und natürlich beim Agravis-Cup in Münster. Der findet im Januar 2023 statt, im neuen Jahr – und das soll für den Pechvogel dann wieder ein gesundes werden.

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