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Fußball: Westfalenliga

Espelkamps Doppelschlag wird TuS Hiltrup zum Verhängnis

Münster

Vor der Saison galt Preußen Espelkamp als großer Favorit in der Westfalenliga. Diese Rolle füllen die Ostwestfalen bisher nicht aus, doch zu einem 2:0-Sieg beim TuS Hiltrup reichte die Qualität schon. Der Gastgeber hatte dabei personell und in einer speziellen Szene aber auch großes Pech.

Von Thomas Austermann

Die Hiltruper Alan Bezhaev (l.) und Daniel Mladenovic bearbeiten gemeinsam Espelkamps René Freimuth. Foto: Wilfried Hiegemann

Im neunten Heimspiel erwischte es den TuS Hiltrup erstmals. Zwei, drei folgenschwere Minuten gaben beim 0:2 (0:2) gegen Preußen Espelkamp den Ausschlag. Erst schlug der Gast vor der Pause eiskalt doppelt zu, dann dürfte er froh gewesen sein, nicht in Unterzahl in Halbzeit zwei gehen zu müssen.

Weit außerhalb seines Hoheitsgebiets verstrickte sich Keeper Nino vom Hofe in einen Zweikampf mit dem nachsetzenden TuS-Angreifer Luca de Angelis (45.), der auf den Ballgewinn erpicht war und vom Torwart kurzerhand auf den Boden geknallt wurde. Der Stürmer wurde wegen Schulterschmerzen behandelt, während vom Hofe nur Gelb sah. Spielleiter Dustin Höse hatte nur eine Unsportlichkeit registriert. „Völlig unverständlich“, wertete TuS-Trainer Christian Hebbeler. „Das Spiel musste mit elf Mann gegen zehn weitergehen, nichts anderes!“

Zwei Neuzugänge dabei

Anzahlmäßig lagen die Teams zunächst und auch fortan Kopf an Kopf, aber ein 2:0 nahm Espelkamp mit in die Pause. Unerwartet, denn in einem wenig temposcharfen Spiel sorgte der völlig neu formierte und auf fünf verletzte Spieler verzichtende TuS, der die Neuzugänge Luca Hildebrandt (20) und Enes Güney (22) in Abwehr und Mittelfeld brachte, für ein paar Torraumszenen mehr. De Angelis und Co. gelangen Dribblings und Abschlüsse. Die Preußen setzten auf ihre körperliche Überlegenheit, agierten robust und in ihrem Stil sehr sattelfest. Stürmer Stefan Langemann kam einmal zur Volleyabnahme, aber viel mehr war da offensiv nicht.

Bis Lennart Madroch das machte, was er gut kann „und was wir unbedingt vermeiden wollten“ (Hebbeler). Er zog einen Freistoß vors Tor und fand Innenverteidiger Arjeton Islamaj als Abnehmer zum 1:0 (40.). Die Minuten nach einem Treffer sind ja oft wichtige – und Espelkamp machte was aus der neuen Situation: Madroch verpasste eine Hereingabe knapp, aber Riad Stublla nahm den freien Ball an, guckte und schlenzte ins lange Eck zum 2:0 (41.). So richtig verstand niemand am Kunstrasen, wie das passieren konnte. Hebbeler meinte: „Wir haben das Spiel in zwei Minuten hergeschenkt, das ist extrem frustrierend.“

Böcker mit starker Parade

Espelkamps Coach Andreas Brandwein nahm nun Langemann raus und brachte im dribbelstarken David Wutzke einen ganze anderen Stürmertyp. Der feuerte sehenswert aufs Tor und scheiterte an einer überragenden Parade von Romain Böcker (48.). Auch einen Konter verschenkten die Gäste, die mehr und mehr auf Kontrolle setzten und den TuS machen ließen. Der versuchte es zu oft mit hohen Flanken in die Zentrale und damit in den Raum, in dem Espelkamp das Sagen hatte. De Angelis rackerte als Solist gegen eine Übermacht.

Hebbeler baute die Viererkette auf eine Dreier-Abwehr um (72.) und wechselte Yakup Kilinc als Aufbauspieler ein. Linksfuß Hildebrandt, der ein gutes Debüt feierte als umsichtiger und passsicherer Abwehrchef, machte jetzt außen die Meter. Daniel Mladenovic kam rechts nun auch mal durch. Jetzt wurde zwingend gespielt, der Ball flach gehalten, prompt gab es drei vielversprechende Szenen. Aber kein Tor.

TuS: Böcker – Krieger, Stegt, Hildebrandt, Finkelmann (73. Kilinc) – Bezhaev – Mladenovic (84. Prieto), Güney (86. Gaube), Cömcü, Johannknecht – de Angelis

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