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Fußball: Junioren-Bundesliga

Ex-Gievenbecker Nubbemeyer wechselt als Trainer von Hombruch zu RB Leipzig

Münster

Tobias Nubbemeyer hat nach seinem Abschied vom 1. FC Gievenbeck eine steile Karriere hingelegt. Nicht als Linksverteidiger, als der er einst in der Ober- und Westfalenliga aktiv war, sondern als Jugend-Trainer. Die U 17 des Hombrucher SV führte er in die Bundesliga, nun wechselt er zu RB Leipzig.

Thomas Rellmann

Gute Beobachtungsgabe: Tobias Nubbemeyer verfolgt seine Trainer-Karriere konsequent. Über den 1. FC Gievenbeck und den Hombrucher SV führt es den erst 24-Jährigen nun zu RB Leipzig. Foto: Peter Ludewig

Manchmal braucht es eine gewisse Portion Risikobereitschaft, um seinem großen Ziel näher zu kommen. Tobias Nubbemeyer traf im Frühjahr 2015 eine Entscheidung, die durchaus Mut brauchte. „Mein Traum war es immer, im Fußball zu arbeiten. Und da ist das Ruhrgebiet eben das Herz“, sagt der heute 24-Jährige. Damals entschloss er sich, die eigene Laufbahn weitgehend aufzugeben und sich auf das Trainer-Business zu fokussieren. Und er ging nach seinem Bachelor in Osnabrück in den Pott. Dort, in Essen, hing der Lehramtsanwärter (Sport und Deutsch) also den Master dran.

Der Weg hat sich gelohnt. Und zwar nicht nur, weil das Studium vor dem Abschluss steht. Nein, über einen Bekannten kam Nubbemeyer als Trainer gleich zur U 17 des Hombrucher SV, führte diese sensationell in die Bundesliga, steht dort mit dem Underdog vor dem nicht minder bemerkenswerten Klassenerhalt sowie im Westfalenpokal-Finale – und fängt im Sommer dann bei RB Leipzig als Assistent von Gerhard Struber (noch RB Salzburg) bei den A-Junioren der Sachsen an.

„Ich wollte unbedingt in diesen Bereich“, sagt der gebürtige Kinderhauser. „Diese Chance konnte ich mir nicht entgehen lassen.“ Tatsächlich fährt sein künftiger Arbeitgeber aktuell das wahrscheinlich modernste Nachwuchsleistungszentrum bundesweit auf. Geld ist zuhauf vorhanden, und es wird in der Jugend sinnvoll investiert. Bessere Arbeitsbedingungen kann man sich kaum vorstellen. „Der Stil des Vereins kommt mir entgegen. Leipzig setzt alles aufs Maximale – genau mein Ding“, sagt Nubbemeyer, der seine ersten Schritte als Nachwuchs-Coach beim 1. FC Gievenbeck machte.

Dort schaffte er es nicht nur 2012 im ersten Seniorenjahr auf Anhieb in die Westfalenliga-Elf und mit dieser als Spieler in die Oberliga, sondern er leitete auch fünf Jahre lang von der U 12 bis zur U 15 diverse Junioren-Teams an. Christian Wielers begeisterte ihn für den Trainer-Sektor, von Chefcoach Maiß Weßels, zu dem er aktuell in Dortmund noch engen Kontakt pflegt, und dessen Kompagnon Sebastian Heinrich schaute er sich das meiste ab. Noch heute ist er dem FCG verbunden, absolvierte zum Beispiel im Sommer mit seinem neuen Verein ein Testspiel gegen Werder Bremen im Sportpark.

Den Club verließ er aber 2014, um beim fünftklassigen VfL Osnabrück II die eigenen Möglichkeiten auszuloten. „Da habe ich ab und an im Drittliga-Team mitgemacht und festgestellt, dass es für weiter oben nicht reicht. Außerdem fehlte mir schnell die Trainer-Arbeit“, erzählt der frühere Linksverteidiger, den obendrein eine Schambeinentzündung bremste und der zuletzt nur noch spaßeshalber gegen den Ball trat. Also alles auf Null. Neustart in Hombruch. Und wie! Preußen Münster schnappte der Stadtteilclub im Vorjahr mit der B-Jugend den Bundesliga-Aufstieg weg. Jetzt ist der Klassenerhalt greifbar. „Wir kommen über das Kollektiv, anders geht es nicht. Und ich weiß auch nicht, ob das immer klappt.“

Das RB-Angebot kam demnach gerade recht. Über Chefscout Johannes Spors, Nachwuchschef Frieder Schrof und U-19-Coach Achim Beierlorzer kam der Kontakt zustande. Zwei weitere namhafte Interessenten schmeichelten dem Münsteraner mit ihren Anfragen. „Mir war klar, dass mein Marktwert ganz gut ist, und ich freue mich über die Wertschätzung. Aber ich trete die neue Aufgabe demütig an“, sagt er. Natürlich, irgendwann mittelfristig möchte Nubbemeyer auch wieder Chefcoach sein. „Ich bin eben jung und verträumt. Aber aktuell bin ich unheimlich glücklich mit der Rolle als Co-Trainer. Es gibt viel zu lernen, und ich darf mit den Besten in Deutschland arbeiten.“

In Zeiten, in denen Talente an der Seitenlinie immer jünger und vor allem spezialisierter und früher im Rampenlicht auftauchen, klingt die Perspektive des Ex-Gievenbeckers durchaus verlockend. Wer mit 24 schon nach Leipzig gelockt wird, muss schließlich was auf dem Kasten haben. Dieser junge Kerl dürfte auch in Zukunft von sich hören machen.

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