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Rudern: Olympische Spiele

Felix Brummel startet in seinen Final-Dreikampf

Münster

Acht, vier, zwei: Mit der Anzahl der Rollsitze im Boot, haben sich auch die Chancen für eine Olympia-Teilnahme für Felix Brummel immer weiter verringert. Während der deutsche Achter sicher in Tokio dabei ist, muss sich der Vierer erst noch in letzter Sekunde qualifizieren – und der Zweier muss vor dem letzten Ausscheidungsrennen um Olympia erst noch national die Konkurrenz hinter sich lassen: Viel Arbeit für Münsters Felix Brummel.

Ansgar Griebel

Felix Brummels Weg nach Tokio ist steinig. Foto: Detlev Seyb

Schon im Jahr 2017 hat sich Felix Brummel auf den langen Weg nach Tokio gemacht. Als erstes musste das „Leichtgewicht“ aus Münster in Höchsttempo gut zwölf durchdefinierte Kilo zulegen, dann bei den Schwergewichten der deutschen Ruderszene bleibenden Eindruck hinterlassen, um schließlich einen Platz in einem Boot mit olympischen Weihen zu ergattern. So weit, so gut. In den vergangenen Jahren war der Münsteraner fester Bestandteil des Deutschland-Vierers, der dann aber im entscheidenden WM-Rennen 2019 in Klagenfurt die direkte Qualifikation für Tokio knapp verpasste.

Bei allen relevanten Tests und Vergleichen zählte Brummel jetzt im Winter 2019/2020 zu Deutschlands Besten, doch für den bereits für Olympia qualifizierten Achter hatten die Bundestrainer augenscheinlich andere Pläne. Auch Brummels Paradeboot, der Vierer, bereitet sich jetzt ohne den Münsteraner auf die finale Ausscheidung um die verbleibenden Olympiaplätze im Mai in Luzern vor. Felix Brummel sitzt jetzt stattdessen gemeinsam mit Nico Merget aus Frankfurt im Zweier und sieht dem ersten von im besten Fall drei Saisonhöhepunkten entgegen. Am 3. und 4. März fährt das Duo in München um das Bleiberecht im deutschen Zweier, der dann bei der Nachqualifikation vom 17. bis 19. Mai in Luzern erneut Bestleistung abrufen muss, um im internationalen Vergleich einen der beiden verbliebenen olympischen Startplätze zu errudern, ehe dann endlich am 24. Juli die Sommerspiele eröffnet werden. Der Weg nach Tokio ist lang und steinig, Brummel hatte sich das etwas anders vorgestellt, es bleiben Fragen.

Warum sitzen Sie trotz der starken Trainingseindrücke jetzt in diesem Boot?

Brummel: Die Bundestrainer wollten Vierer und Achter stark machen, aber auch einen Zweier mit guten Chancen auf den Weg bringen.

Warum muss sich die Zweierbesatzung dann weiter durch nationale Ausscheidungsrennen quälen, anstatt sich auf die entscheidenden internationalen Einsätze vorbereiten zu können?

Brummel: Das liegt am DRV. Auf dem Rudertag wurde beschlossen, dass Kleinboot-Besatzungen, die grundsätzlich kein Interesse am Achter hatten, im Verein und nicht am Stützpunk trainieren dürfen. Jetzt kommt es zum Aufeinandertreffen.

Wie viele Kandidaten fahren dann das Rennen aus?

Brummel: Voraussichtlich drei: Wir, dann ein Zweier aus dem DRV-Kader, der von vornherein nicht im Achter fahren wollte sowie die beiden Ruderer, die sich in ihrem Verein in Berlin vorbereitet hatten.

Ernsthafte Konkurrenz?

Brummel: Auf jeden Fall. Im Berliner Boot sitzt mit Anton Braun ein Mann, der 2016 im Vierer WM-Bronze geholt hat. Rene Schmela war auch schon im Kader. Marc Leske und Malte Großmann waren ja beim Kader-Training durchgehend dabei. Das wird kein Selbstläufer.

Eine langfristige Saisonplanung ist unter diesen Umständen nicht möglich, wie wirkt sich das auf die Trainingssteuerung aus?

Brummel: Schwierig. Man kann nicht immer optimal unterwegs sein. Wir müssen das aber, im März, im Mai, im Juni. Natürlich wäre es besser, sich entspannt und langfristig vorbereiten zu können. Das geht leider nicht.

Ist der Frust über die Nominierung jetzt einen besonderen Ehrgeiz gewichen, es allen zeigen zu wollen?

Brummel: Nein, natürlich war da zunächst auch etwas Frust und natürlich mussten wir den auch überwinden. Und ja, wir wollen es allen beweisen. Aber der Antrieb dazu ist unser sportlicher Ehrgeiz.

Wie geht es mit ihrer Karriere nach dieser Saison weiter, ist das auch vom Erfolg abhängig?

Brummel: Ja und nein. Das ist eine wichtige Entscheidung, die man auf keinen Fall überstürzt treffen sollte. In jedem all sollte man sich damit Zeit und die Ereignisse sacken lassen.

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