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Futsal: FLVW und Uni kooperieren

Frauen-Stützpunkt auf Landesebene in Münster

Münster

Der bundesweit erste Frauen-Futsal-Stützpunkt auf Landesebene ist in der Kooperation zwischen dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) und der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster eröffnet worden.

Von Thomas Austermann

Im neuen Stützpunkt am Ball sind etliche UFC-Spielerinnen, Trainer Fabian Nehm (unten l.), Prof. Bernd Strauß als Spitzensportbeauftragter der Uni (oben l.) und Marianne Finke-Holtz (oben 2.v.r.) sowie Manfred Schnieders (oben r.) vom FLVW.   Foto: Thomas Austermann

Der kleine Ball soll endlich groß und nachhaltig rauskommen. Von Münster aus: Mit der offiziellen Eröffnung des bundesweit ersten Frauen-Futsal-Stützpunktes auf Landesebene in Kooperation des westfälischen Verbandes (FLVW) und der Uni Münster startet ein zukunftsgerichtetes Projekt, das langfristig diese technisch anspruchsvolle Sportart populärer und im Dachverband präsenter machen soll.

Die Ballsporthalle der WWU ist längst Heimat und Spielort der hiesigen Futsalspieler und -spielerinnen, ob nun aus dem UFC Münster oder den Hochschulsport-Auswahlteams. Nun sammeln sich künftig hier bis zu 25 fähige junge Frauen westfälischer Clubs im Stützpunktteam unter Trainer ­Fabian Nehm und Trainerin Jeanne Lengersdorf. Bis 2023 ist der Stützpunkt zunächst vertraglich fixiert, dem FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski „Leuchtturm-Charakter“ zuschreibt. „Futsal hat es nie leicht gehabt, die Skepsis ihm gegenüber war und ist da. Wir treten den Weg durch die Köpfe der Traditionalisten an“, legt er sich fest.

Und brachte, um die Bedeutung zu unterstreichen, die FLVW-Vize Manfred Schnieders und Marianne Finke-Holtz an den Campus mit, die sich in Sachen Verbandsentwicklung verdient macht und mit Prof. Bernd Strauß, dem Spitzensportbeauftragten der WWU, diesen Stützpunkt konkret an den Start brachte in etlichen Verhandlungsrunden. Der Prorektor für Internationales und Transfer, Prof. Michael Quante, begrüßte den nächsten sportlichen Schritt der Uni ebenso wie Sportwissenschaftler Prof. Nils Neuber und Hochschulsport-Abteilungsleiter Ingo Weiss – der vielseitig geforderte Präsident des Deutschen Basketball Bundes war nach beendeter Olympia-Mission gerade erst aus Tokio zurück.

„Die Besten sollen sich hier sammeln und mittelfristig im Idealfall die nächste, regionale Stufe erklimmen“, erklärte Marianne Finke-Holtz, die in der Futsal-Kommission des DFB an Weichenstellungen beteiligt ist. Für die Männer startet demnächst erstmals eine Bundesliga, derweil Frauen-Futsal noch immer im nationalen Abseits liegt. Auf westdeutscher Ebene gibt es seit 2015 den regionalen Spielbetrieb, den Münsters UFC ausnahmslos dominiert. Die hiesige Hochschulsportauswahl hält auch international mit. 2022 will der DFB eine Frauen-Nationalmannschaft gründen.

Die den Stützpunkt tragenden Partner sind auch finanziell gefordert, wenn Turniere anstehen oder Reisen zu internationalen Vergleichen. Die Sportwissenschaft kann mit Analysen dienen und die Entwicklung des Futsals untersuchen wie begleiten – Zukunftsmusik, die die Verantwortlichen gerne hören. „Präsent zu sein, ist für uns zunächst ganz entscheidend“, sagte Finke-Holtz, die das Thema über Social-Media-Kanäle dauerhaft streuen wird.

Der frühere Kunststudent Nehm, 31 Jahre alt und aus Dortmund, büffelt sich gerade in Duisburg-Wedau zu Futsal-Uefa-B-Lizenz und ist einer der ersten Absolventen dieses DFB-Pilotprojekts. „Futsal ist für Frauen eine superattraktive Sportart“, sagt er aus Erfahrung und mit Vergleichswissen. Denn er ist nicht nur UFC-Coach, sondern auch Trainer des Fußball-Landesligisten GW Amelsbüren. „Wir wollen im Stützpunkt aufzeigen, dass Fußballerinnen nur profitieren, wenn sie auch Futsal spielen.“ Geht es dann ­irgendwann gen Spitzensport, werden eh Entscheidungen fallen. In diese oder jene Richtung.

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