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Reiten: Europameisterschaft

Für Klimke geht es vom Schloss direkt nach Polen

Münster

Ingrid Klimke hat mehrere starke Auftritte beim Turnier der Sieger hinter sich. Nun geht es zur EM im polnischen Strzegom. Auch dort hofft die Münsteranerin auf gute Platzierungen in der Vielseitigkeit. Und natürlich hat sie wieder eine Medaille im Visier.

Henner Henning

Auf dem Weg zur EM-Medaille? Ingrid Klimke gehört zum Favoritenkreis, nicht nur nach ihrem Sieg mit Hale Bob beim CHIO in Aachen. Kurz vor der EM probte sie mit dem Wallach beim Turnier der Sieger den Ernstfall (kl. Foto). Foto: dpa/Jürgen Peperhowe

Über Langeweile konnte sich Ingrid Klimke in den vergangenen Tagen nun wahrlich nicht beklagen. Allein beim Turnier der Sieger absolvierte die Münsteranerin ein ganz eigenes Mammutprogramm.

Als einzige Reiterin sattelte sie vor dem Schloss ihre Pferde in der Dressur wie im Springen – und das mehr als erfolgreich. In der Grand-Prix-Tour wurde sie mit Geraldine – die Stute debütierte auf diesem Level – auf Anhieb einmal Dritte (Grand Prix) und einmal Zweite (Special). Dazu gewann sie mit dem vierjährigen Firlefranz das Optimum. Und auch die Bilanz im Parcours ist mehr als sehenswert. Im Eröffnungsspringen mit Parmenides (Platz drei) blieb sie ebenso fehlerfrei wie mit Wolterra in den vier Runden der Mittleren Tour, die sie mit dem fünften Rang im Finalstechen abschloss.

Und als dann noch ein paar Minuten Zeit waren, absolvierte Klimke mit ihrem Vielseitigkeits-Ass Hale Bob die Generalprobe für die Europameisterschaft im polnischen Strzegom, als sie nach dem Grand Prix die Turnier-Atmosphäre als Härtetest nutzte. „Münster war echt toll. Es hat viel Spaß gemacht“, sagte Klimke, die angesprochen auf ihre Null-Fehler-Ritte im Parcours erklärte, keine großen Ambitionen als Springreiterin zu haben. „Das mache ich so, wie es passt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich in den internationalen Springsport gehe, ist eher gering.“

Zu erfolgreich ist die Reitmeisterin schließlich auch in diesem Jahr mit Hale Bob unterwegs. Der Sieg zum Saison-Auftakt in Luhmühlen und besonders der Einzel- und Teamerfolg beim CHIO in Aachen sind eindrucksvolle Belege – und machen das münsterische Duo zu einem Medaillenkandidaten in Strzegom, wohin Klimke am Sonntag direkt nach dem Turnier der Sieger aufbrach. „Bobby ist fit und frisch, wir wollen gewinnen“, sagte Klimke, die auch mit Edelmetall in der Einzelwertung liebäugelt und dafür nicht nur den Geländekurs bewältigen muss. „Das Gelände ist zwar nicht hügelig, aber Parcourschef Rüdiger Schwarz wird schon einige anspruchsvolle Hindernisse aufbauen.“

Die Anreise nach Polen verlief problemlos, am Montagmittag stieß Klimke zum Team, das bereits früher in der Nähe von Strzegom ein Trainingslager bezogen hatte. Nun läuft der Countdown, ab Donnerstag zählt es für die Equipe von Bundestrainer Hans Melzer. Er schickt zunächst Julia Krajewski (Warendorf) mit Samourai du Thot sowie Bettina Hoy (Rheine) mit Seigneur Medicott in die Dressur, Klimke sowie Titelverteidiger Michael Jung (Horb) mit Rocana gehen am Freitag ins Viereck. Am Sonntag schließt das Springen die EM ab, zuvor wartet der Ritt durch das Gelände. Den Kurs dürfen die Reiter am Mittwoch erstmals in Augenschein nehmen. Die Handschrift von Schwarz kennen die Reiter im Übrigen bereits, schon beim CHIO setzte er den Kurs – und in der Soers ist es ja bekanntlich nicht schlecht gelaufen für Klimke und ihre Kollegen.

Favorit Jung

Wer in Strzegom Europameister werden will, muss Michael Jung schlagen. Der Reiter aus Horb war in den vergangenen Jahren bei Championaten meist ganz vorne, die britische Presse nannte ihn respektvoll einen „Alien“. Drei Mal in Serie wurde Jung Europameister, verteidigte dazu in Rio sein Olympia-Gold von London. Ganz nebenbei sicherte er sich nach seinem WM-Titel 2010 vor vier Jahren Silber bei den globalen Titelkämpfen. In Polen wird er Rocana satteln, mit der Jung zum dritten Mal in Serie die Vier-Sterne-Prüfung in Kentucky (USA) gewann. „Sie ist in Top-Form“, sagt Jung. Die Konkurrenz wird es nicht gerne hören.

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