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Amateurfußball

Corona-Absagen: Kreis und Verband bleiben bei ihrem Plan

Münster

Viele Fußballspiele im Amateurbereich fallen in diesen Wochen der Corona-Pandemie zum Opfer. Der Kreis Münster und der FLVW beobachten die Situation genau, machen sich aber noch keine Sorgen - und wären im Notfall vorbereitet.

Von Jonas Austermann

Immer wieder kommt es in diesen Wochen im Amateurfußball zu coronabedingten Spielabsagen. Foto: Imago/Beautiful Sports

Der Blick in die beiden Bezirksligen mit Münsteraner Beteiligung verheißt nichts Gutes. Am Wochenende fielen in der Staffeln 7 und 12 acht der 17 geplanten Partien aus – allesamt, weil mindestens ein Club zu viele Coronafälle meldete. Führt das zu Sorgenfalten bei den Verantwortlichen?

Norbert Krevert, Vorsitzender des Fußballkreises Münster und als solcher für den Spielbetrieb bis hin zur Kreisliga A zuständig, sagt: „Wie seit zwei Jahren beobachten wir die Entwicklung sehr genau. Wir wollen die Saison wie geplant durchziehen.“

Eine Verlängerung der Spielzeit, die auf Kreis-Ebene bisher samt Aufstiegsspielen bis Mitte Juni geplant ist, ist „derzeit noch nicht im Gespräch“. Theoretisch aber wäre ein Betrieb bis zum 30. Juni möglich. Die Devise ist klar, Krevert erklärt sie: „Wir wollen in allen Ligen alle Spiele durchbekommen.“ Erst wenn bis Ende Juni nicht das gesamte Programm absolviert wäre, würde beim Fußballkreis Münster über mögliche andere Szenarien gesprochen.

Im Notfall greift Quotientenregelung

So verfährt auch der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW), der für die derzeit arg betroffenen Bezirksligen zuständig ist. Thomas Berndsen, Abteilungsleiter Amateurfußball, sagt: „Noch sind die Spielabsagen nicht besorgniserregend. In anderen Jahren fielen die Partien zu dieser Zeit witterungsbedingt aus, jetzt wegen Corona.“

Auch der FLVW wird bis Ende Juni wie geplant den Meisterschaftsbetrieb aufrecht erhalten und anschließend abrechnen.„Die höchste Zielsetzung – auch des Verbands – ist immer, dass eine Saisonwertung stattfinden kann.“ Dies dürfte inzwischen in (nahezu) allen Klassen der Fall sein.

Verhindert die Pandemie eine Austragung aller Partien, steht in Paragraf 41 der Spielordnung festgeschrieben, dass „der Tabellenstand unter Anwendung einer Quotientenregelung über Meister, Auf- und Absteiger“ entscheidet. Voraussetzung hierfür: Es sind mindestens 50 Prozent aller Spiele absolviert. „Wir müssen die Situation auf uns zukommen lassen“, sagt Berndsen.

"Für einige Clubs kann es sportlich werden"

Der Kreisvorsitzende Krevert meint: „Natürlich haben auch wir gehofft, dass die Corona-Situation im März etwas entspannter ist. Andererseits sprechen die vielen gemeldeten Fälle dafür, dass die Spieler sich regelmäßig testen und die Ergebnisse auch ordnungsgemäß weitergeben.“ Die Lockerungen der Corona-Maßnahmen lassen die Inzidenzen derzeit ohnehin steigen.

Norbert Krevert (r.), Vorsitzender des Fußballkreises Münster, hier mit BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer. Foto: Jürgen Peperhowe

Dass einige Teams in den kommenden drei Monaten auf viele englische Wochen zusteuern, sei ein Problem der vergleichsweise großen Ligen – für die die Clubs vor der Spielzeit votierten. „Für einige Vereine kann das Programm sportlich werden, das verstehe ich. Es ist aber schwierig, in jedem Einzelfall eine Lösung zu finden, die fair ist“, sagt Krevert.

Schnelltest-Regelung scheitert sonntags

Derzeit kann bei drei positiven Schnelltests und einem entsprechenden Nachweis ein Spiel verlegt werden. Dass eine solche Bescheinigung gerade am Sonntag schwer zu beschaffen ist, versteht Krevert. Er sagt aber gleichzeitig: „Wir müssen die Fälle nachhalten können und verantwortungsbewusst für beide beteiligten Clubs handeln.“

Es bleibt ein schwieriger Spagat, den Staffelleiter, Kreis und Clubs in Corona-Zeiten schaffen müssen. „Wir gehen verantwortungsbewusst mit der Pandemie um, müssen aber zugleich jede Möglichkeit ausschöpfen, Spiele stattfinden zu lassen“, meint Krevert.

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