1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. „Fußballverrückt“: Bei Machmouchi dreht sich alles um das runde Leder

  8. >

Fußball: Bezirksliga

„Fußballverrückt“: Bei Machmouchi dreht sich alles um das runde Leder

Münster

Bassam Machmouchi ist richtig stark in Form. Der Mittelfeldspieler ist einer der absoluten Stammkräfte bei Münster 08 und trug mit seinen drei Toren und 13 Torvorlagen in den ersten neun Spielen maßgeblich zum starken Start der Kanalkicker bei.

Von Johan Sühling

Seine Stärken liegen zwar eher in Laufstärke und Spielintelligenz, Nullacht-Antreiber Bassam Machmouchi (l.) ist sich allerdings trotzdem für keinen Zweikampf zu schade. Foto: Bernd Oberheim

Bassam Machmouchi liebt Fußball. Der 21-jährige Kicker des SC Münster 08 steckt auch neben seinem Lehramtsstudium ander WWU verdammt viel Zeit in seinen Lieblingssport. Stammspieler im Bezirksliga-Team ist er längst, Trainer der U 13 ebenfalls – auch in der Bezirksliga. Und in den Herbstferien betreut er auch noch ein Trainingscamp.

„Ich bin absolut fußballverrückt“, sagt der Mittelfeldspieler. Wie bekommt er das alles mit Uni und Privatleben unter einen Hut? „Ich achte schon drauf, meine Kurse in den Vormittag und Morgen zu legen, damit ich den Nachmittag für Fußball frei habe.“

Kicken mit dem besten Kumpel

Für den Kopf ist es auch nicht schlecht, dass sein bester Kumpel Kebba Touray vor der Saison von Westfalia Kinderhaus zur Mannschaft stieß und nun mit ihm bei Nullacht kickt. „Ich fühle mich total wohl“, meint Machmouchi, der sich aktuell in blendender Form befindet. Drei Tore, nach eigener Angabe 13 (!) Vorlagen in den ersten neun Spielen sowie bereits zwei Nominierungen für die Elf des Tages (plus weitere Empfehlungen) sprechen hier eine deutliche Sprache. Zufrieden ist Machmouchi noch lange nicht. „Eigentlich hatte ich erwartet, auch am Montag in drin zu stehen“, sagt er ehrlich. Absolut zurecht! Durch seinen Doppelpack gegen Teuto Riesenbeck sicherte er Münster 08 noch einen Punktgewinn nach 0:2-Rückstand. Doch auch das hätte Machmouchi nicht über den Verlust von zwei Punkten hinweggetröstet – diese sind ihm wichtiger als persönliche Ehrungen. „Ich will immer das Maximale mitnehmen und habe mich geärgert, dass wir nicht den Sieg geholt haben.“

„Wir wollen schon in die Top drei“

Dennoch ist Nullacht stark in die Saison gestartet – auch dank der Leistung von Machmouchi. 31 Tore erzielten die Kanalkicker bislang – Ligaspitze. Auch in der Tabelle steht Nullacht auf dem ersten Platz, mit einem Spiel mehr als die Konkurrenz. „Ich merke einfach, wir haben eine richtig gute Mannschaft plus ein starkes Trainerteam, die Bock haben, Fußball zu spielen.“ Obwohl Machmouchi auf die Ankündigung von Zielen verzichtet, sagt er: „Wir wollen schon in die Top drei.“ Ehrgeizig ist er mit Club, der ihn als echtes Eigengewächs bezeichnen kann. Der Flemmer durchlief seit der U 13 sämtliche Jugendmannschaften, dies bedeutet fast zehn Jahre beim Verein. Letzte Saison folgte dann die erste im Herrenbereich – bei der zweiten Mannschaft unter Fabian Stiller und Alexander Otte. „Die beiden haben mich sehr geprägt,“ meint Machmouchi. Er besticht eher durch seine Laufstärke und Spielintelligenz als durch seine Körperlichkeit oder Größe.

Dann, nachdem das Bezirksliga-Team auch aufgrund von Verletzungen katastrophal in die Spielzeit gestartet war, zog Coach Julian Wiedenhöft Machmouchi hoch, der Achter half mit, dass Nullacht doch noch den sechsten Platz belegte. Jetzt unter dem Nachfolger Gerrit Göcking zählt er zum absoluten Stammpersonal. „Es läuft gut“, freut er sich. „Ich bekomme Vertrauen, die Trainer reden viel mit mir – und ich zahle zurück.“

Auch im Jugendbereich aktiv

Zusätzlich ist Machmouchi seit vier Jahren Trainer im Jugendbereich der Kanalkicker. Erst im Breitensport, jetzt im Leistungssport. Dort versucht er, Jugendliche zu begeistern. Besonders das Thema Integration ist ihm wichtig. Seine Eltern stammen aus dem Libanon. „Das Schöne am Fußball ist ja, dass alle eine Sprache sprechen“, findet er.

Auf die Frage, worauf er eher verzichten könnte, das Spielen oder das Trainieren, weiß er keine Antwort. „Das ist, als ob ich mich zwischen zwei meiner Kinder entscheiden müsste.“ Zitate wie dieses zeigen, wie wichtig Machmouchi der Fußball ist. Für wie viele Nominierungen in die Elf des Tages es in dieser Saison noch reicht? „Von mir aus für keine mehr, wenn wir dafür alle Spiele gewinnen“, sagt er. So liegen eben seine Prioritäten.

Startseite