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Fußball: Kreisliga A

Was die Kunstrasen-Sperrung am Arnheimweg für Münster 05 bedeutet

Münster

Am Arnheimweg kann mindestens bis Juni 2023 kein Fußball gespielt und auch keine andere Sportart betrieben werden. Für Vereine wie den FC Münster 05 hat die sanierungsbedingte Sperrung des Kunstrasens gravierende Folgen. Andere Clubs helfen derzeit, sie abzufedern.

Von Thomas Rellmann

Der Kunstrasen beim FC Münster 05 hat in den vergangenen Jahren massiv gelitten. Foto: Ulrich Schaper

Der Schock war groß, als Anfang Mai die Nachricht kam, dass der FC Münster 05 für ein Jahr nicht mehr am Arnheimweg kicken kann. Die Stadt hofft, bei entsprechender Beschlussfassung und dann nach vierwöchiger Sanierung, im Juni 2023 wieder grünes Licht geben zu können. Wie der Klub Mladost muss der junge Verein für diesen Zeitraum aber umziehen, weil der Kunstrasen dort eine dringende Erneuerung benötigt.

Zwar verschlingen die Arbeiten auf dem immerhin 16 Jahre alten Geläuf nur einen fünfstelligen Betrag und nicht allzu viel Zeit. Weil der Hilferuf nach fünf stumpfen Verletzungen ohne Gegnereinwirkung binnen weniger Monate allein beim Heimverein Verwaltung und Politik aus heiterem Himmel erreichte, ist die Wartezeit offenbar unumgänglich. „Das trifft uns wirklich hart. Es hängt sehr viel dran“, sagt der 2. Vorsitzende Jonas Heeke. „Mir ist es ein Rätsel, warum das so lange dauert. Aber das müssen wir hinnehmen.“

Böckmann lobt Münsters Sportamt

Roland Böckmann coachte bislang die erste von zwei Mannschaften bei Münster 05 (Kreisliga A). Jetzt ist er wieder zum 1. FC Gievenbeck gewechselt, wo er die U 23 anleitet. Seinem bisherigen Verein bleibt er aber im Vorstand treu, kümmert sich um administrative Dinge und Kontakte zu Verband und Stadt. Die Teams können derzeit (wenn auch erst abends um 20.30 Uhr) beim FCG trainieren, gespielt wird ab August in Coerde auf dem neuen Kunstrasen. Wenn es früher dunkel wird, werden voraussichtlich auch die Einheiten dorthin verlegt. Die kurzen Drähte helfen hier.

„Dass der Platz seit Jahren in keinem guten Zustand ist, war allen klar“, sagt Böckmann. „Er war immer frei für alle, also auch viele spielende Kinder, nie eingezäunt – und einem eigenen Platzwart gab es auch nicht.“ Der Sand hatte sich bereits in den Nähten festgesetzt, die Fasern sind stark abgespielt. Die Folge ist ein harter Boden, der bei Nässe auch noch extrem rutschig wird.

Handlungsbedarf meldete Münster 05 dann im April an. Nach einem Ortstermin erfolgte zwei Tage später die Sperrung. Böckmann hebt den Einsatz von Arne Kohler und Julian Petersen vom Sportamt hervor. „Die haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit es möglichst zügig geht.“ Doch so schnell mahlen die behördlichen Mühlen eben nicht. „Gelder waren längst anderweitig verplant. Wir hatten vorher keine Hinweise und waren überrascht vom Kollaps“, sagt Philipp Hagemann (SPD), Vorsitzender des Sportausschusses. Eine neue Dringlichkeitsbewertung sei aber vorgesehen. Ein noch weiterer Aufschub droht offenbar nicht. Aber auch das heißt: Frühestens in der übernächsten Saison ist das Feld wieder bespielbar.

Welche Clubs noch betroffen sind

Betroffen sind neben den beiden Fußballclubs auch die Bunte Liga, die Roundnet-Abteilung der Nullfünfer, der Betriebssport, die Uni sowie auch der IKSV und GW Marathon Münster, die am Arnheimweg ihren Ausweichplatz hatten. Ersatz ist begrenzt, wie die Stadt mitteilt. Die Sentruper Höhe gilt als erste Ausweichoption. Die Solidarität anderer Clubs, wie vom FCG und Teutonia Coerde bereits vorgelebt, soll die Problematik zudem abfedern.

Münster 05, namentlich und in der Selbstbeschreibung ein Innenstadtclub, aber faktisch seit 2006 in Gievenbeck verortet, muss sich vorerst definitiv umstellen. Viele Urgesteine und Studenten wohnen in der Nähe. „Die Spielstätte war sicher ein Stück weit das Zuhause“, sagt Böckmann. Vorteile sieht er aber auch in verbesserten Materiallagermöglichkeiten und einer brandneuen Spielfläche.

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