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Fußball: Frauen-Landesliga

„Große Umstellung“: Greta Pauli und Borussia lernen nach Aufstieg dazu

Münster

Sieben Niederlagen haben die Landesliga-Fußballerinnen von Borussia Münster in der Hinrunde kassiert – so viele wie vorher in vier Spielzeiten. Im Interview spricht Offensivkraft Greta Pauli über die Lage beim Aufsteiger und ein ganz neues Gefühl.

Greta Pauli (am Ball) und Borussia Münster mussten sich nach dem Aufstieg im Sommer erst mal auf den etwas anderen Fußball in der Frauen-Landesliga einstellen. Foto: Janina Gerdes

Sieben Schlappen in zwölf Spielen: Das ist die Bilanz der Landesliga-Fußballerinnen von Borussia Münster in der laufenden Saison. Für einen Aufsteiger wahrlich kein Beinbruch – und doch eine ganz neue Gefühlswelt für die Truppe von der Grevingstraße. Sieben Niederlagen nämlich kassierte die Borussia über vier Spielzeiten verteilt. Zugegeben: Es waren zwei verkürzte Corona-Saisons darunter. Offensivspielerin Greta Pauli (19) spricht vor dem Derby zu Hause gegen GW Amelsbüren (Sonntag, 15.30 Uhr) über die größte Umstellung in der Landesliga und das Verlierenlernen.

Der letzte Sieg gelang Ihnen und Borussia Ende September. Seither gab’s fünf Niederlagen und zwei Remis. Woran hapert es?

Pauli: Wir mussten in den letzten Monaten einige personelle Rückschläge hinnehmen, viele gute Offensivspielerinnen fehlen uns derzeit. Wir spielen als Team zwar immer noch gut zusammen und haben in jedem Spiel starke Phasen, aber wir belohnen uns einfach nicht dafür. So war es auch zuletzt bei der Niederlage gegen den bis dahin sieglosen Letzten SG Telgte. Wir waren über weite Strecken die bessere Mannschaft, haben unsere Torchancen aber eben nicht verwertet.

Was sind die größten Unterschiede zwischen Bezirks- und Landesliga?

Pauli: In der Landesliga geht es deutlich körperbetonter und schneller zur Sache. Ich selbst habe in der Jugend bei der Warendorfer SU Regional- und Westfalenliga gespielt. Mit dem höheren Tempo komme ich klar, aber ich bin eher schmal gebaut und muss sagen: In der Landesliga liegt man deutlich häufiger auf dem Boden als noch in der Bezirksliga.

Im Sommer 2020 ist Borussia von der Kreisliga A in die Bezirksliga aufgestiegen, zwei Jahre später dann in die Landesliga. Die Bilanz der letzten Jahre weist 51 Siege in 64 Spielen auf und ein Torverhältnis von 223:47. Mussten Sie und Ihre Teamkolleginnen erst wieder lernen, wie sich Niederlagen anfühlen?

Pauli: Ja, absolut. Wir sind mehr oder weniger von der Kreisliga A in die Landesliga durchmarschiert. Es war eine große Umstellung, mit den vielen Niederlagen klarzukommen. Das 1:7 gegen Ibbenbüren war wirklich hart. Mittlerweile freuen wir uns über Unentschieden oder kleine Teilerfolge – zum Beispiel, wenn die antrainierten Standards klappen.

Die Paulis sind eine echte Fußballfamilie. Ihr großer Bruder Moritz spielt in Borussias erster Mannschaft, Zwillingsschwester Emma an Ihrer Seite.

Pauli: Moritz hat mit drei Jahren angefangen, beim SC Münster 08 Fußball zu spielen. Er war immer mein Vorbild, deshalb habe ich schon in der Grundschule nur gekickt. Emma und ich sind immer im Doppelpack gewechselt – erst nach Warendorf, dann zu Borussia.

Moritz Pauli (l.) spielt in der Ersten von Borussia Münster – nach dem Abstieg im Sommer und dem Aufstieg der Frauen eine Liga unter seinen Schwestern Greta und Emma. Foto: Wilfried Hiegemann

Mit dem Derby gegen Amelsbüren beginnt zugleich die Rückrunde. Was macht Ihnen Hoffnung?

Pauli: Das Team hält trotz der Niederlagen gut zusammen. Deshalb glaube ich daran, dass wir in der Rückrunde mehr als die neun Punkte aus der Hinserie holen. Mit Paula Mertens, die einen Nasenbeinbruch hatte, kehrt im neuen Jahr auch die Top-Torjägerin der letzten Saison zurück. Wir kennen uns schon seit zwölf Jahren aus der Kreisauswahl – da passen die Laufwege einfach.

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