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Fußball: Bezirksliga

„Große Last abgefallen“: Gelmer und Aasee feiern den Klassenerhalt

Münster

Bier, Schampus, Grill und Zigarre – nach dem furiosen Saisonfinale wussten GW Gelmer und BW Aasee ihren Klassenerhalt in der Bezirksliga gebührend zu feiern. Die Erleichterung nach der fordernden Schlussphase der Saison war in beiden Lagern riesig.

Von Michael Schulte und André Fischer

BW-Spieler Bennet Packheiser (Nummer 9) traf zum zwischenzeitlichen 2:2. Aasee feierte nach dem Sieg ein großes Fest – und André Kuhlmann und Anna Steckel waren erleichtert. Foto: Marc Brenzel

Noch auf dem Grün und später in den Katakomben des Waldstadions zu Wilmsberg lagen sie sich in den Armen, tanzten und stimmten Lieder an. Große Glückseligkeit nach dem 3:2-Erfolg von BW Aasee beim Borghorster FC. Als Trainer André Kuhlmann und seine „Mentalitätsmonster“ am Sonntagabend mehr oder weniger aus der Kabine gefegt wurden, zogen sie weiter. So ein Klassenerhalt muss doch ausgiebig gefeiert werden. Sie kamen bis zur Bonhoefferstraße. Im Vereinsheim ging es richtig rund, Pizza wurde bestellt – und die Nacht gefühlt zum Tag gemacht. Ein Bier, etwas Schampus und zwei Zigarren – Coach Kuhlmann selbst trat auf die Bremse. Der Job geht dann doch vor. Dafür zogen seine Jungs, vorwiegend Studenten, durch. „Uns allen ist eine große Last abgefallen“, so Kuhlmann erleichtert. Der Abstiegskampf zehrte an den Nerven.

Aasee bleibt Bezirksligist – und das mit äußerst bescheidenen Mitteln. „Bei uns fließt kein Geld, wir zahlen nicht mal Siegprämien“, verrät Kuhlmann. Umso höher ist das Erreichte einzuschätzen. „Und in Worte kaum zu fassen“, wie Assistent Tobias Steens schon unmittelbar nach dem Spiel voller Emotionen preisgab.

Jetzt werden sie in der kommenden Spielzeit einen neuen Anlauf nehmen. Ohne Jonas Gövert, der zu Landesliga-Aufsteiger Concordia Albachten wechselt. Auch Maximilian Picht und Jonas Schäfer werden BWA verlassen, sie ziehen weiter zum BSV Roxel. Keine leichte Aufgabe für Kuhlmann, diese Stammkräfte zu ersetzen. „Wir werden Lösungen finden“, ist er sich sicher.

Gelmer kommt erst spät in Feierlaune

Für Liga-Konkurrent GW Gelmer war die Erwartungshaltung zuvor klar. Es geht gegen den sicheren Absteiger Cheruskia Laggenbeck, es braucht nur noch einen Punkt, dann ist der Klassenerhalt gesichert. Der Gast erschien mit einer sehr übersichtlichen Auswechselbank (ein Reservist). Die Getränke wurden gekühlt, der Grill stand parat, der Sekt ebenso. Dass der Gast schon zehn Minuten vor dem Anpfiff auf dem Platz erschien, verwunderte etwas. Die Spieler in blau flachsten untereinander, ob es sich denn noch lohne, alles zu geben. Da war die Rede von „hundert Liter Bier“, wobei nicht klar wurde, ob es nun als spezieller Anreiz der übrigen gefährdeten Teams vom SuS Neuenkirchen II, Germania Hauenhorst oder von BW Aasee ausgelobt worden war.

In jedem Fall zeigte Laggenbeck eine beeindruckende Leistung, siegte souveräner, als es das 3:2 ausdrückt. Und jeder fragte sich, warum diese Mannschaft die Klasse nicht halten konnte. Gelmer blieb zwar drin, doch saß der Stachel tief. Feiern auf Kommando ging aber nicht. Schon gar nicht deshalb, weil sich zwei Akteure wie die Kesselflicker beschimpften, so dass Trainer Gerrit Göcking die Streithähne zu einem klärenden Gespräch bitten musste. Und das, nachdem diese von ihren Mitspielern vor eventuellen Handgreiflichkeiten zurückgehalten werden mussten. Beide schluckten ihren Zorn herunter und spülten ihn später fort. In jedem Fall war dies die überflüssigste und unschönste Aktion am Pfingstmontag, der doch eigentlich als Tag des Klassenerhalts für Gelmer vorgesehen war.

Dem Vernehmen nach wurde später noch ausgiebig gefeiert, die eigene Leistung als nervliches Versagen abgelegt und Vorfreude auf die kommende Spielzeit beschworen.

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