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Boxen: Olympia-Qualifikations-Entscheidung

Hammer gewinnt den deutschen Vergleich gegen Scheurich

Münster

Christina Hammer vom Boxzentrum Münster hat es geschafft. Die 30 Jahre alte Ex-Weltmeisterin im Mittelgewicht hat die deutsche Ausscheidung gegen Sarah Scheurich am Samstag in Schwerin gewonnen und wird nun bei der Olympia-Qualifikation Anfang Juni in Paris starten.

Alexander Heflik

Christina Hammers Traum von einer Olympia-Teilnahme in Tokio lebt weiter. Foto: Jürgen Peperhowe

Der Olympia-Traum von Christina Hammer lebt weiter. Die im Februar ins Boxzentrum gewechselte 30 Jahre alte Faustkämpferin gewann am Samstag in Schwerin den entscheidenden Kampf gegen die deutsche Spitzenathletin Sarah Scheurich. Der nationale Vergleich war notwendig geworden, weil der Deutsche Boxverband nur eine Athletin zur europäischen Olympia-Qualifikation in Paris Anfang Juni zulassen wird. Nun fehlt Hammer nur noch die Nominierungs-Bestätigung durch den nationalen Verband. Die Sommerspiele in Tokio finden vom 23. Juli bis zum 8. August in Tokio statt.

Es war der zweite Sieg im zweiten Aufeinandertreffen zwischen Hammer und Scheurich. Bereits im ersten Trainingslager im Februar hatte Ex-Profi Hammer gewonnen. Der zweite Vergleich war eigentlich im Trainingslager in Irland Anfang April geplant gewesen, wo aber Scheurich nach einem Corona-Fall in ihrem direkten Umfeld in Quarantäne musste und die meiste Zeit im Hotelzimmer verbrachte.

In Schwerin wurde nun der zweite Kampf zwischen den beiden deutschen Topboxerinnen nachgeholt. Hammer siegte einstimmig nach drei Runden mit 5:0-Richterstimmen. Allerdings war der Kampf knapper, als es das 5:0-Ergebnis aussagt. Die Ex-Weltmeisterin Ornella Wahner (bis 57 kg), die den Livestream als Co-Kommentatorin begleitete, sagte nach der dritten Runde: „Ich möchte kein Ringrichter sein, das ist gerade der schwerste Job der Welt.“ Hammer, die Frau aus der roten Ecke, aber gewann gegen Scheurich, die in der blauen Ecke von Bundes- und Heimtrainer Michael Timm betreut wurde.

Hammer hat damit nach ihrer Reamateurisierung im Januar vier von fünf Kämpfen gewonnen. Als Berufskämpferin hatte sie 26 von 27 Fights siegreich gestaltet. Nach dem Amateur-Comeback kassierte sie nur gegen die niederländische Gold-Anwärterin Nouchka Fontijn eine Niederlage. Fontijn gilt aktuell als stärkste Mittelgewichtlerin in der olympischen Klasse. Bei den Amateurinnen wird über drei Runden (je drei Minuten) gekämpft, bei den Profis sind Zehn-Runden-Kämpfe die Regel. Zuletzt in Irland konnte Hammer, im Gegensatz zu Scheurich, zwei Kämpfe bestreiten, die sie auch gewann.

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