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Serie zur Sportlerwahl

Harald Norpoth siegt bei der Premiere vor Klimke und Schnarr

Münster

1971 wurde erstmals ein Sportler des Jahres in Münster gewählt. Im Premierenjahr ging die Auszeichnung an den Leichtahleten Harald Norpoth. Obendrauf gab's vom Oberbürgermeister kuriose Geschenke. 

Von Wilfried Sprenger

Harald Norpoth (Mitte) beim Länderkampf 1973 in München, neben ihm Wolfgang Riesinger (links) und Detlef Uhlemann
Foto: Imago

Als Holger Dieckmann 1971 Sportchef dieser Zeitung wurde, schwirrten dem damals 28-Jährigen gewiss viele Ideen durch den Kopf. Eine setzte er direkt um. Nach Absprache mit Chefredaktion und Geschäftsleitung initiierte der kreative Kopf die Wahl zu „Münsters Sportler des Jahres“. Es war ein fruchtbarer Anstoß, dies belegte schon die Resonanz auf die Premiere. Dass die Idee einmal zu einer Tradition   wachsen würde, hatte jedoch auch der ehemalige Fußball-Profi (100 Bundesligaspiele für den Hamburger SV) nicht erwartet.

Norpoth als "Vorbild für die Jugend"

Die Wahl 1971 war auf das Lesepublikum abgestimmt. Nach der Erstveröffentlichung im Produkt sammelte die Sportredaktion Stimmzettel. „Aller Anfang war schwer. Wir haben auch ein bisschen in der Verwandtschaft und bei den Nachbarn getrommelt“, erinnert sich Uwe Peppenhorst, später Nachfolger von Dieckmann im Sport-Ressort. Unter allen Einsendern wurden im Nachgang der Wahl acht Mal 25 D-Mark verlost. Genau 2156 Zusendungen zählte die Redaktion am Stichtag.

Als erster Sportler des Jahres in Münster wurde Harald Norpoth geehrt. Und das sogar in zwei Akten. Dr. Anton Wilhelm Hüffer, Verleger der Westfälischen Nachrichten, beglückwünschte den Leichtathleten im Verlagshaus an der Soester Straße und zeichnete ihn mit einer Olympia-Medaille aus. Hüffer betonte die gesellschaftliche Bedeutung der Sportler. „Sie wirken ja nicht nur über ihre Leistungen, sondern sind auch Vorbild für die Jugend“, sagte er.

Kurioses Geschenk vom Oberbürgermeister

Ebenso feierlich war der Empfang der Stadt einige Tage später im Rathaus. Oberbürgermeister Dr. Albrecht Beckel sprach warme Worte und gestand, „selbst von Natur aus unsportlich zu sein“. In seiner Rede stellte er die Werbewirksamkeit der Sportler für das Image der Stadt heraus. Den drei Erstplatzierten überreichte er je ein Buch mit dem Titel „Münster steckt voller Merkwürdigkeiten“.

Norpoth erhielt darüber hinaus eine Porzellan-Glocke und die Empfehlung Beckels, damit im Jahr darauf „die Olympischen Spiele in München einzuläuten“. Der Langstreckenläufer     von der LG Ratio hatte die Wahl vor Dressurreiter Dr. Reiner Klimke (RV St. Georg) und Fußballer Wolfgang Schnarr (SC Preußen Münster) gewonnen.

Am Ende der beiden Empfänge fasste Harald Norpoth die Eindrücke zusammen. „Es waren echte Erlebnisse“, sagte der Dauerläufer berührt. Auch Holger Dieckmann war glücklich und zufrieden mit den Geburtsstunden der Sportlerwahl. Noch heute erinnere er sich gern an gute Gespräche und besondere Momente: „Es war wunderbar.“

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