1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Harmlose Westfalia unterliegt Emsdetten

  8. >

Fußball: Westfalenliga

Harmlose Westfalia unterliegt Emsdetten

Münster

Viel zu harmlos zeigte sich Westfalia Kinderhaus in der Offensive und konnte dem Kasten von Borussia Emsdetten bei der 0:1-Niederlage nichts anhaben. Der Gegner wiederum macht es besser und erzielte in der zweiten Halbzeit das goldene Tor.

Von Michael Schulte

Hier einen Schritt vor, am Ende aber unterlegen: Die Kicker von Westfalia Kinderhaus und Jendrik Witt (re.), der sich hier gegen den Emsdettener Hendrik Ohde durchsetzt. Foto: Peter Leßmann

Falls Lukas Schröder einen Beruf ausübt, in dem er viel sprechen muss, sollte er sich montags regelmäßig freinehmen. Denn der Schlussmann des Fußball-Westfalenligisten Borussia Emsdetten verausgabt sich in dieser Hinsicht an jedem Sonntagnachmittag bis aufs Letzte. Lautstark dirigiert er sein Team, übt Kritik quer über den Platz, geizt auch manches Mal nicht mit Lob, ist verbal einfach immer auf Ballhöhe. Das alles mag seinen Mitspielern helfen, seinen Stimmbändern gewiss nicht. Immerhin reichte es am Sonntag für Schröders Truppe zu einem 1:0 (0:0)-Sieg bei Westfalia Kinderhaus. Schröder selbst hatte zu diesem Sieg nicht sonderlich viel beigetragen, kamen die Hausherren in den 90 Minuten doch auf nicht eine einzige Torchance.

Beim Tor des Tages einen Kopf zu klein

„Wir haben es einfach nicht verstanden, hinter die Kette der Emsdettener zu kommen. Der letzte Pass war unsauber oder schlicht die falsche Entscheidung. Man kann auch mit Fernschüssen erfolgreich sein“, hatte Westfalia-Trainer Holger Möllers durchaus einen Vorschlag, wie man dem kompakt stehenden Gegner hätte beikommen können. Aber dieses probate Mittel wurde erst in den allerletzten fünf Minuten mal probiert, allesamt flogen die Bälle aber an Schröders Kasten vorbei.

Das Tor des Tages fiel in der 55. Minute, als die Gäste einen Freistoß zugesprochen bekamen. Aus 20 Metern nahm Eray Bayraktar ganz genau Maß und zirkelte das Leder links oben in den Kinderhauser Kasten. Zwar hatte Westfalia-Kapitän Kevin Schöneberg den Braten gerochen und war auf die Torlinie geeilt – sein Rettungsversuch scheiterte aber, weil er nun mal nicht über ein Gardemaß verfügt. Im Klartext: Er war einen Kopf zu klein.

Vor dem Borussen-Tor brannte nichts an

Kinderhaus ging nun in die Offensive, mit allem was die Bank hergab. Und auf dem Feld ging es vorwiegend auch in eine Richtung. Allein, es blieb einfallslos. Mittelfeldregisseur Massih Wassey hat in aller Regel gute Ideen, am Sonntag zündete so gut wie keine. Und weil auch die übrigen Vertreter der „Abteilung Attacke“ so gar nicht Tritt fassten, brannte vor Schröders Kasten einfach nichts an. Auf der Gegenseite verhinderte Florian Graberg sogar das 0:2, als er das Leder nach einem tollen Solo von Eduard Wegmann noch von der Linie kratzte.

Holger Möllers: „Mit einem Standard nimmt Emsdetten drei Punkte mit. Das muss man nicht verstehen. Aber man muss es akzeptieren.“ Derweil machten die Borussen aus ihrem freudigen Herzen keine Mördergrube und skandierten „Auswärtssieg“. Sie tanzten im Kreis, stellten sich für ein Jubelfoto auf und waren irgendwie nicht mehr zu halten. Am lautesten mittendrin – natürlich Lukas Schröder.

Westfalia: Siegemeyer – Wietzorek (71. Kniesel), Niehues (90. Lambert), Graberg – Pietsch, Schöneberg, Ritter, Wassey, Alic (65. Bohnen) – J. Witt, F. Witt (84. Hake)

Startseite
ANZEIGE