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Boxen und Kickboxen: „United Fighters Tournament“

Höflich und zugleich knallhart – spektakulärer Kampfabend in Hiltrup

Münster

Die Stadthalle Hiltrup erlebte eine Premiere, und bei der ging es ordentlich zur Sache. Kickboxer und Boxer ließen es ordentlich krachen. Vielleicht nicht gesund, aber spektakulär und überaus fair – so ließ es sich dieses Event zusammenfassen.

Von Michael Schulte

Lukas Schäper (l.) von der UFA Münster kämpft hier gegen den Nordhorner Aimen Ibrahim.  Foto: Peter Leßmann

Der Krankenwagen vor der Hiltruper Stadthalle ist eine reine Vorsichtsmaßnahme und sollte nicht überbewertet werden. Die Security am Eingang ist obligatorisch und tut nur ihre Pflicht. Dass die Athleten allerdings vor dem Besteigen des Rings durch eine Kontrolle müssen, überrascht. Vermutlich soll verhindert werden, dass jemand mit einem Hufeisen im Handschuh den Kampf aufnimmt. Letztlich ist aber alles okay, das „United Fighters Tournament“ kann beginnen. Ein Turnier für Boxer und Kickboxer aus der gesamten Republik, über 30 Kämpfe – und 15 Münsteraner mischen auch mit.

In der Halle geht es Schlag auf Schlag. Da wird keine Zeit vertrödelt mit unnötigen Aufwärmphasen, da geht es direkt zur Sache. Mit heißer Musik beim Einzug der Gladiatoren, was ein wenig an Henry Maske in seinen besten Zeiten erinnert. Der Ringsprecher tut einiges, um an den legendären Michael Buffer zu erinnern. Der Ringrichter richtet einen Kampf nach dem anderen, arbeitet quasi im Akkord. Und die 400 Besucher verleihen dem Event den passenden Rahmen, weil sie immer bei der Sache sind.

Zuschauer sitzen bequem

Sie haben gut schreien. Sitzen bequem am Ring, das Kaltgetränk in der Hand – und feuern ihren Favoriten an. „Weiter, Michi, immer weiter. Das ist deine Runde.“ Und „Michi“ marschiert weiter, immer weiter. Dabei pumpt er selbst schon wie ein Maikäfer, denn der Kampf über drei Runden verlangt ihm alles ab. Aber er hält durch, geht voran und gewinnt nach Punkten. Das Urteil wird rasch verkündet, Pokal und Urkunde werden ihm in die Hand gedrückt, das Zupacken mit Handschuhen ist kein Problem. Zuletzt ein Foto in Kampfpose, die Menge johlt. Und schon wird der nächste Kampf aufgerufen. Organisatorisch ist das alles perfekt. Der Ring ist erstklassig und mitten in der Halle postiert. Und sollte doch jemand aus seiner Position nicht alles erkennen können, dann gibt es da noch die Videowand, wo der Kampf in allen Einzelheiten zu sehen ist.

Sechs Siege für Münsteraner

Die Sportler sind höflich. Vorher wird abgeklatscht, nach dem letzten Gong liegen sich beide in den Armen. Dazwischen geht’s um den Sieg. Mit Schlägen und Schwingern, mit dem Uppercut oder dem Kinnhaken. Und wer den Kick beim Boxen nicht findet, setzt eben auf Kickboxen. Das bedeutet, dass er auch mit den unteren Extremitäten seinen Gegner bearbeiten darf. Dass das alles der Gesundheit dient, ist schwer vorstellbar.

Dass aber Boxer wie Kickboxer durch eisernes Training und harte Kämpfe in Sachen Wille und Disziplin ganz vorne sind, ist sehr vorstellbar. Die meisten Kämpfe gehen über volle drei Runden und werden erst nach Punkten entschieden. Die Athletinnen und Athleten machen einen überaus fitten Eindruck, wirken austrainiert und sehr motiviert. Und wenn sie dann noch den eigenen Fanclub im Zuschauerraum sitzen haben, sind sie gar nicht mehr zu bremsen. Aber es gibt auch die Momente, wo die Nase blutet oder der Gegner einfach zu stark ist. Dann wird abgebrochen oder aufgegeben. Aber die Sanitäter werden nicht bemüht.

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