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Fußball: Kreisliga A

In der Erfolgsspur – beim SV Mauritz „braut“ sich was zusammen

Münster

Als Fusionsverein von Germania Mauritz und Telekom-Post SV hat der SV Mauritz eigentlich keine schlechten Voraussetzungen. Die erste Mannschaft schickt sich nun tatsächlich an, in der Kreisliga A1 ein Wörtchen um den Titel mitzusprechen.

Von André Fischer

Ivo Kolobaric hat den SV Mauritz zu einer Spitzenmannschaft in der Kreisliga A geformt. Die Entwicklung der Truppe trägt seine Handschrift. Ab Dezember verstärkt Ex-Profi Benjamin Siegert den Club (kleines Foto). Foto: Ulrich Schaper/Florian Levenig

Alen Zavitan und Joscha Klaes hören auf. Der Kasten des SV Mauritz scheint nach der Spielzeit 2021/22 wie verwaist. Torwart-Armut am Coppenrathsweg – und nun?

Wenige Wochen vor dem Trainingsauftakt in die neue Serie sind sie im Sommer erst rat- aber längst nicht tatenlos beim A-Ligisten. Ivo Kolobaric, im dritten Jahr Trainer beim Club in Münsters Osten, gibt seinen Jungs, vorwiegend Studenten, eine Hausaufgabe mit in die spielfreie Zeit. Ein jeder soll sich in seinem Freundes- und Bekanntenkreis mal umhören. Irgendwo müssen doch noch ein paar talentierte Schnapper stecken, die sich zwischen die Pfosten stellen. „Der Verein genießt einen guten Ruf, ich habe mir nicht wirklich Sorgen gemacht“, gibt Kolobaric preis. Und sieht sich bestätigt.

Vier neue Keeper

Die Mundpropaganda, die eigentlich älteste Form der Werbung, funktioniert. Im Laufe der Vorbereitung stoßen die aktuelle Nummer eins Simon König (VfR Voxtrup) und Tobias Kramer (BSV Roxel II) zum Kader. Zwei Torhüter, die sich nahtlos ins Gefüge einreihen. In der Hinterhand hat Kolobaric noch den jungen Patrik Sonius, der aus der A-Jugend entsprungen ist und das Tor der Zweitvertretung hütet. Ganz frisch dabei ist Nils Uhrberg, der zuletzt für den TuS Glane kickte und zurzeit ein neues, mögliches Umfeld testen will. Läuft doch.

Dass der Stadtteilverein eine beliebte Adresse ist, bestätigt auch der Wechsel von Nils Hönicke. Der 29-Jährige kehrt im Sommer dem Leistungssport den Rücken, verlässt dafür den Regionalliga-Aufsteiger SG Wattenscheid 09. Das ist Qualität, Mauritz ist gefragt. Schielt mit einem Auge gar Richtung Bezirksliga? „Wir haben schon Ziele“, sagt Kolobaric, „aber es gibt keine Vorgaben nach Platz vier im Vorjahr.“

Die Entwicklung der Mannschaft ist jedenfalls unverkennbar – und trägt die Handschrift ihres erfahrenen Übungsleiters, der als Trainer unter anderem beim TuS Ascheberg, beim SC Münster 08 und Emsdetten 05 arbeitete. „Ja, es war ein schwieriges erstes Jahr“, erinnert er sich an viele Baustellen. „Wir hatten eine ganz schwache Trainingsbeteiligung, die Einstellung vieler Spieler ließ zu wünschen übrig, manche kamen mal, und blieben ein anderes Mal einfach so weg“, ärgert sich Kolobaric noch immer. Er sortiert aus, holt neue Spieler ins Boot – und formt eine spielstarke Truppe, die konkurrenzfähig ist und das Zeug dazu hat, um den Aufstieg mitzuspielen.

Siegert kommt dazu

Neben Hönicke ist das Personal generell hochrangig. Till Budde ist aus Wolbeck gekommen, auch Benjamin Holz hat schon höherklassig gespielt. Ab Dezember mischt sogar ein ehemaliger Profi mit. Ex-Preuße Benjamin Siegert hat mit seinen 41 Jahren noch nicht genug, fühlt sich noch fit für die A-Liga und dürfte eine echte Verstärkung sein. Für den VfL Wolfsburg absolvierte er am 12. Mai 2001 beim 3:0 gegen Eintracht Frankfurt sogar ein Bundesliga-Spiel, Siegert wurde nach 83 Minuten für Patrick Weiser, Papa des heutigen Bremers Mitchell, eingewechselt.

Und sollten mal alle Stricke reißen, hat selbst der Trainer noch einen gültigen Spielerpass. Kolobaric, vor einem halben Jahr mit einer neuen linken Hüfte ausgestattet, fühlt sich ebenfalls noch nicht reif für das Altenteil. „Die Jungs haben gezittert, als ich ihnen in der Kabine sagte, dass ich nach der Operation voll einsteigen werde“, lacht er. Zeit seiner aktiven Karriere galt er als Allrounder, in Gievenbeck hütete er sogar mal das Tor.

Ivo Kolobaric über Wenzel Voß

Kolobaric geht aber auch in seiner wöchentlichen Arbeit mit den Jungs auf, hat Ideen. So funktioniert er mit Wenzel Voß einen etatmäßigen Innenverteidiger zum Stürmer um. „Der Junge macht das sensationell, ist kopfballstark, trifft in nahezu jedem Spiel.“ 14 Tore in der laufenden Saison sind der Bestwert der Liga. Und geben dem Coach Recht. „Da hatte ich ein gutes Händchen“, sagt der bescheiden.

In Mauritz „braut“ sich was zusammen. Viel Licht am Horizont am Coppenrathsweg. Alles ist möglich in dieser Serie. Der SV Mauritz scheint reif und gereift für den Titel.

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