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Stadt Münster

Kamera ab für Live-Streams im Amateursport?

Münster

Vielerorts zeigen Amateurclubs ihre Spiele bereits seit geraumer Zeit live im Netz, in Münster aber hatte die Verwaltung rechtliche Bedenken. Nun gibt es einen neuen Anlauf, das Streamen zu erlauben - mit besten Erfolgsaussichten.

Von Jonas Austermann

So sieht die voll automatisierte Kamera aus, die für Live-Bilder aus dem Ahlener Wersestadion sorgt. Modelle wie dieses könnten schon bald immer öfter an Münsters Sportplätzen auftauchen.
Foto: Imago/Endberg

Kamera ab – dieses Signal könnte im Fe­bruar für das Live-Streaming von Münsters Sportplätzen ertönen. Seit Dienstagabend geht eine Beschlussvorlage dazu durch die Bezirksvertretungen.

„Die Sportvereine sind an die Stadt mit der Bitte herangetreten, Videoübertragungssysteme auf kommunalen Sportanlagen zu installieren beziehungsweise installieren zu lassen“, heißt es in der Begründung.

Bereits seit einigen Jahren drängt das Trio 1. FC Gievenbeck, TuS Hiltrup und BSV Roxel auf diesen Schritt. „Die Stadt aber hat keine Zustimmung erteilt, das Rechtsamt hatte Bedenken“, erklärt Philipp Hagemann, Vorsitzender des Sportausschusses. „Wir haben lange hinter den Kulissen daran gearbeitet, jetzt hat die Verwaltung es möglich gemacht.“

Gute Chancen für einen Beschluss

Die Vorlage der Stadt sieht noch immer einige Einschränkungen vor. So dürfen beispielsweise nur Seniorenspiele gestreamt und dem jeweiligen Gegner muss ein Veto-Recht gegen die Übertragung eingeräumt werden. Die Aufnahmen dürfen zudem nur aus der Totalen gemacht werden. Die Verwaltung gibt auch vor, dass alle Kosten für „Installation, Betrieb und etwaige Zusatzleistungen“ vom jeweiligen Verein getragen werden. Erlaubt ist eine Zusammenarbeit mit Plattformen wie „sporttotal.tv“ und „soccerwatch.tv“.

Thomas Borker ist nicht nur SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung Nord, sondern auch 2. Vorsitzender von Westfalia Kinderhaus. Er sagte bereits vorab, dass „der Vorlage mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ zugestimmt wird. Am 9. Februar entscheidet der Hauptausschuss final. „Als Vereinsvertreter von Westfalia Kinderhaus bin ich sehr dankbar für diese Möglichkeit“, sagt Borker.

Gleichwohl ist das Thema beim Club mit einem Team in der Fußball-Westfalenliga noch nicht auf der Agenda, das könnte sich aber bei der nächsten Vorstandssitzung ändern – einen entsprechenden Beschluss der Stadt vorausgesetzt.

75 Clubs im Münsterland zeigen Streams

In Roxel beschäftigt die Verantwortlichen das Thema Streaming seit Jahren. Geschäftsführer Thomas Freisfeld erklärt: „Ich finde es gut, dass nun Bewegung in die Sache kommt. Gerade in Corona-Zeiten wäre ein Live-Stream super gewesen.“ Ob der BSV sofort reagiert, wenn der Beschluss gefasst ist, bleibt offen. Vor Jahren lag dem Verein – wie auch Gievenbeck und Hiltrup – ein Angebot zur kostenlosen Installation und Unterhaltung des voll automatisierten Kamerasystems durch „sporttotal.tv“ vor. Der Anbieter wollte mit Anzeigen Geld machen.

Inwiefern dieses Angebot noch aktuell ist, müsste abgeklärt werden.
Ansonsten sind pro Jahr Beträge zwischen 840 und 3600 Euro fällig – je nach Anbieter und Umfang der Leistungen. Trotzdem setzen zahlreiche Vereine auf das Streaming, wie „soccerwatch.tv“ auf Anfrage mitteilte. 780 Clubs seien es deutschlandweit, etwa 75 davon im Münsterland. Es könnten schon bald einige hinzukommen.

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