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Fußball: Regionalliga West

Keine Zwangspause für die Preußen

Münster

Um 15.11 Uhr klapperte es im elektronischen Postkasten, endlich Gewissheit: Die Regionalliga West spielt weiter. Die Staatskanzlei gab grünes Licht, der Westdeutsche Fußballverbund leitete die Nachricht weiter – und der SC Preußen Münster legte im Training noch eine Schippe drauf, um beim nächsten Ligaeinsatz schon heute bei Borussia Dortmund II (19.30 Uhr) mit Vollgas wieder einzusteigen.

Ansgar Griebel

Vorwärts marsch: Die Preußen, hier Stürmer Joel Grodowski, werden auch durch den Lockdown nicht gestoppt. Schon am Dienstag geht es in Dortmund weiter. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Stadt Münster war ihrer Zeit einige Stunden voraus. Lange bevor am Montagnachmittag endlich die Gretchenfrage geklärt wurde, ob die Fußball-Regionalliga West – offiziell dem Amateursport zugeordnet – nicht vielleicht doch im Kern eher Profisport sei und folglich von der Corona-Pause befreit werden könne, setzte der Krisenstab unter Leitung von Wolfgang Heuer die ersten Leitplanken. „Die Preußen dürfen trainieren, weil der Kader ausschließlich aus Berufsfußballern besteht“, so Heuer streng nach Paragraph neun Absatz vier der neuen Corona-Schutzverordnung. Doch als Trainer Sascha Hildmann seine Schützlinge am Nachmittag auf dem Platz versammelte, stand die Entscheidung der Staatskanzlei in Düsseldorf immer noch aus. Kurz vor 15 Uhr sickerten die ersten Gerüchte durch: Die Zeichen für die Fortsetzung der Saison stünden gut, hieß es aus sicheren, aber offensichtlich nicht ganz dichten Kreisen rund um die Staatskanzlei. Offiziell wurde es dann um 15.11 Uhr mit dem Eingang der Mail des Westdeutschen Fußballverbundes (WFV). Nach Absprache mit der NRW-Landesregierung, hieß es da, sei festgelegt worden, „dass die Herren-Regionalliga West als Spielklasse mit professionellen Strukturen anzusehen ist und nicht in den Amateurbereich fällt“.

Weststaffel gibt die Ausnahme

Von den fünf Regionalliga-Staffeln hat derzeit nur die West-Gruppe ihre Greencard für den Spielbetrieb im Lockdown-Monat. Die Staffeln Nord und Nordost hatten bereits in der Vorwoche ihre Pause angekündigt, in Bayern stand am Montag noch eine Meinungsbildung der Belegschaft statt und die Regionallga Südwest hatte vorsorglich den bevorstehenden Wochen-Spieltag abgesagt – hofft aber auf eine Fortsetzung der Spielzeiz. Einige Clubs haben sogar gerichtliche Schritte angedroht, sollte eine Zwangspause angeordnet werden.

Die Regionalliga West setzt also ihre Saison fort, der SC Preußen Münster fährt an diesem Dienstag nach Dortmund, um dem ungeschlagenen Spitzenreiter Borussia Dortmund II die erste Niederlage beizubringen. So weit zumindest die Wunschvorstellung im Preußenlager, für die Sportchef Peter Niemeyer am Samstag höchstpersönlich den Späherposten im Kölner Südstadion bezogen hatte, wo die BVB-Amateure auch der Kölner Fortuna beim 2:1-Erfolg eine Lehrstunde erteilten. Trainer Sascha Hildmann leitete derweil in Münster eine Trainingseinheit: „Das hat gepasst. Wir bekommen im Moment ja ohnehin nur eine Karte.“

Die Erkenntnisse, die sein Sportchef anschließend mit nach Münster brachte, waren zudem weder neu noch überraschend: Es wird ein ganz schwerer Gang für die Hildmann-Truppe, die ihrerseits gegen Wiedenbrück und in Bonn (jeweils 2:1) zuletzt eine kleine Siegesserie gestartet hatte, die es fortzusetzen gilt. „Aber wir wissen, was auf uns zukommt. Da müssen wir nur auf die Tabelle schauen“, so Hildmann, der immer noch auf Joshua Holtby verzichten muss („der fehlt uns sehr“). Zudem sitzt Nicolai Remberg seine Rotsperre ab. Ansonsten kann der Trainer aus dem Vollen schöpfen. Räumt der SCP das schwarzgelbe Schwergewicht aus dem Weg, dann ziehen die Preußen nach Punkten mit dem Tabellenführer gleich, der Rest der Liga folgt dann erst am Mittwoch.

Preußen Münster: Schulze Niehues – Langlitz, Scherder, Hoffmeier, Heidemann – Daube, Klann – Schwadorf, Möbius, Schauerte – Grodowski

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